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Erste Annäherung: Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic (r.) im Jahr 2016 im Gespräch mit FFC-Manager Siegfried Dietrich.

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Eintracht Frankfurt und 1. FFC Frankfurt: Ein Weg mit zwei Siegern

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Die Zusammenarbeit von Eintracht Frankfurt und dem 1. FFC Frankfurt könnte zur Win-Win-Situation werden. Der Kommentar.

Es sind zuletzt stressige Tage für Siegfried Dietrich gewesen, die dem Manager des 1. FFC Frankfurt nicht nur wegen der Sommerhitze die Schweißperlen auf die Stirn trieben. Parallel die Personalplanungen eines Frauen-Bundesligisten vorantreiben, bei der Frauen-WM in Frankreich vor Ort sein und hinter den Kulissen die Zusammenarbeit mit Eintracht Frankfurt perfekt zu machen, das kann selbst einen umtriebigen Macher wie ihn fordern. Wenn der 62-Jährige am Samstag im nordfranzösischen Rennes das WM-Spiel Deutschland gegen Schweden besucht, sitzt Dietrich genau wie in Valenciennes, Montpellier und Grenoble bei einem deutschen Spiel auf der Tribüne.

In den Gesprächen mit Verantwortlichen anderer Verbände und Szenekennern wie ihm selbst spürt Dietrich, welche Dynamik international den Frauenfußball erfasst hat. Englische, spanische und neuerdings italienische Vereine blasen zum Großangriff. Am 1. Juli wird Jackie Groenen, die Europameisterin aus den Niederlanden, als letzte WM-Teilnehmerin des 1. FFC Frankfurt offiziell bei Manchester United geführt. Von den 23 deutschen Nationalspielerinnen kommt keine mehr aus jenem reinen Frauenfußballverein, der vor mehr als 20 Jahren aus der SG Praunheim hervorging.

Der gemeinsame Weg von SGE und FFC ist alternativlos

Dietrich war der Vorreiter bei der professionellen Vermarktung, begleitete den Weg der Ikone Birgit Prinz, verschaffte Spielerinnen lukrative Werbeverträge. Und immer wieder predigte er, dass endlich auch die Männervereine Ernst machen sollten. Doch die Geister, die er wiederholt rief, konnte er im Konstrukt mit dem 1. FFC Frankfurt nicht mehr einfangen. Ein Basisbudget von rund 1,5 Millionen war zu wenig, um nach Titeln zu trachten. 

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Um die bislang zwei Startplätze für die Women’s Champions League anzugreifen, braucht es mindestens das Doppelte. Dietrich hat sehr plakativ gesagt, in den nächsten Jahren werde kein reiner Frauenfußballverein mehr einen Titel gewinnen, es sei denn, diesem falle ein Milliardär auf den Tisch. Die bessere Ausstattung ist für einen Verein wie Eintracht Frankfurt ein Kinderspiel, und außerdem schickt es sich für einen Klub mit neuerdings internationaler Strahlkraft, beide Geschlechter auf hohem Niveau zu präsentieren. Hinzu kommt: Eintracht Frankfurt und der 1. FFC Frankfurt vermelden ihre Zusammenarbeit während der WM zum perfekten Zeitpunkt.

Zur Win-win-Situation könnte die Zusammenarbeit werden, weil Dietrich nicht nur in der Frankfurter Stadtgesellschaft und in der hessischen Landespolitik, sondern auch innerhalb des DFB bis hinein in Uefa und Fifa verdrahtet ist. Solche Kontakte sind, das wissen auch die Eintracht-Verantwortlichen, oft unendlich viel wert. Der frühere Promotor von Eiskunstlaufgalas wird vermutlich mehr als nur den Generalbevollbemächtigten für den Frauenfußball bei der Eintracht geben. Für ihn ist, auch zum Erhalt seines Lebenswerks, der gemeinsame Weg alternativlos.

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