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Filip Kostic von Eintracht Frankfurt
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Filip Kostic bleibt bei Eintracht Frankfurt.

SGE

Wechseltheater beendet: Kostic bleibt bei Eintracht Frankfurt

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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein

Filip Kostic bleibt bei Eintracht Frankfurt. Das Angebot von Lazio Rom ist dem hessischen Bundesligisten zu niedrig.

Update von Dienstag, 31. August 2021, 13.15 Uhr: Der Streik von Filip Kostic hat aus Sicht des Spielers nicht zum Erfolg geführt. Der serbische Linksaußen wird auch weiterhin für Eintracht Frankfurt auflaufen, der von ihm angepeilte Last-Minute-Wechsel zu Lazio Rom ist geplatzt.

Die anfangs von den Italienern gebotene Ablöse in Höhe von etwa neun Millionen Euro war der Eintracht verständlicherweise viel zu gering, eine für den Europa-League-Klub annehmbare Erhöhung des Gebots blieb jedoch aus. Überhaupt irritiert der Vorstoß des Serie-A-Klubs ein wenig, sind die finanziellen Mittel der Römer in einengenden Corona-Zeiten doch nicht gerade üppig.

Eintracht Frankfurt bleibt bei Filip Kostic hart

Filip Kostic wird sich jetzt also wieder eingliedern müssen bei der Eintracht, die Akzeptanz bei den Mannschaftskollegen dürfte dabei das geringste Problem für ihn darstellen. Sie bauten dem Serben schon nach dem 1:1 in Bielefeld verbal eine Brücke, über die dieser jetzt dringend und im Eiltempo gehen sollte. Im Frankfurter Fanlager sieht die Stimmung dagegen wesentlich anders aus, Kostic hat sich seinen guten Ruf binnen weniger Tag stark ramponiert. Engagierte, gute Leistungen sollten da in den kommenden Wochen das Mindeste sein, was Kostic abliefert. Freilich: Vorerst weilt er jetzt bei der serbischen Nationalmannschaft. 

Wollte weg, bleibt jetzt aber doch: Filip Kostic von Eintracht Frankfurt.

Erstmeldung von Montag, 30. August 2021, 14.45 Uhr: Erik Durm, der solide Verteidiger mit tadelloser Berufseinstellung, wusste, dass die Frage kommen würde, und er wusste auch, wie er sie beantworten würde. Gar nicht nämlich. Wie also diese leidige Sache mit Streikführer Filip Kostic in der Eintracht-Mannschaft aufgenommen wurde? „Dazu möchte ich mich nicht äußern“, entgegnete Erik Durm. „Das ist nicht meine Angelegenheit.“

Das ist korrekt, es ist eher die Angelegenheit des angestellten Cheftrainers und des eingestellten Sportvorstands. Beide, Oliver Glasner und Markus Krösche, sind ob des arbeitsunwilligen Leistungsträgers bass erstaunt und einigermaßen konsterniert.

Eintracht Frankfurt: Wie geht es weiter im Fall Kostic?

Coach Glasner berichtete in gebotener Kürze von einer Unterredung am Freitagmorgen, während der der serbische Nationalspieler seinen Wechselwunsch darlegte und mitteilte, den Verein definitiv verlassen zu wollen. Anschließend schwänzte der 28-Jährige das Abschlusstraining. „Ich war negativ von seinem Verhalten überrascht“, sagt der Trainer. So etwas ist ihm zeit seiner Karriere noch nicht widerfahren, zumal der Linksaußen danach nicht mehr greifbar war. „Sein Telefon war aus.“

Die große Frage ist nun, wie es weitergehen wird. In der Führungsetage herrscht große Einmütigkeit darüber, einem quasi erzwungenen Wechsel in keinem Fall zuzustimmen. Da stehen die Gremien geschlossen hinter Sportchef Krösche, Vorstand und Aufsichtsrat haben die Linie festgelegt. Man werde, heißt es, Härte zeigen und standhaft bleiben.

Eintracht Frankfurt will Stärke zeigen

Wer solch erpresserischen Machenschaften nachgebe, der verliere an Glaubwürdigkeit und öffne Nachahmern Tür und Tor. Für die Eintracht gilt es jetzt, Stärke zu zeigen, ein Zeichen zu setzen und womöglich gar ein Exempel zu statuieren. Denn sie sieht sich auch in der Vorreiterrolle für zwei Drittel aller Bundesligaklubs, die mit sorgenvollem Blick nach Frankfurt schauen und die Entwicklung beobachten. Macht ein solches Verhalten Schule und werde geduldet, wird es kleinen Vereinen und Mittelständlern bald ähnlich ergehen, sie wären noch einmal erheblich geschwächt. „Als Klubs müssen wir darauf achten, dass gewisse Sachen nicht durchgedrückt werden“, sagt Manager Krösche.

Die Möglichkeit, dass Kostic Eintracht Frankfurt verlässt, ist dennoch gegeben: Dann nämlich, wenn Interessent Lazio Rom ein offizielles Angebot in angemessener Höhe abgeben würde. Bisher sind nur über Mittelsmänner nicht mal zehn Millionen Euro geboten worden. Ein Witz. Die Eintracht geht nicht davon aus, dass die Italiener ihre Offerte entsprechend aufstocken werden, um die geforderten 20 Millionen Euro zu bedienen.

In Frankfurt gehen sie daher davon aus, dass Kostic, der schon einmal beim Hamburger SV mit einem ähnlichen Verhalten auffällig geworden ist, in Frankfurt bleiben wird, auch wenn sich der von seiner Berateragentur getriebene Spieler auf eine mündliche Zusage des abgewanderten Ex-Vorstands Fredi Bobic beruft. Der aktuelle Hertha-Sportboss weilte übrigens gegen Ende der Woche in Frankfurt, ihm werden gute Kontakte zu Kostic-Agent Fali Ramadani nachgesagt. Interessant: der neue Lazio-Trainer Maurizio Sarri wird ebenfalls von Ramadani vertreten.

Eintracht Frankfurt: Amin Younes lässt sich kaum wieder eingliedern

Kostic wird Abbitte leisten müssen, falls er an Bord bleibt. Sein Streik war ein Schlag ins Gesicht derer, die es mit der Eintracht halten. Er hat sich über die Mannschaft gestellt und sie im Stich gelassen. Und doch gilt der Flügelmann intern nicht als verbrannt, er ließe sich wieder integrieren, heißt es, weil er als ferngesteuert gilt, aber eigentlich das Herz am rechten Fleck trage. „Die Lösung ist, dass er bei uns bleibt“, sagt Markus Krösche.

Und auch Mitspieler Martin Hinteregger bricht eine Lanze für den bisher nicht als Stinkstiefel in Erscheinung getretenen Kostic. „Er hat so viel geleistet. Ich glaube, jeder freut sich, wenn er hier bleibt.“ Man solle „ das Ding jetzt nicht so groß“ machen. „Filip ist ein überragender Spieler und hat uns so viel gegeben.“ Den Serben wieder aufzunehmen, sei „das kleinste Problem. Filip war die letzten drei Jahre der Musterprofi schlechthin. Spätestens einen Tag später wäre alles wieder vergessen.“ 

Bei Amin Younes, dessen Wechsel in die Wüste geplatzt ist, ist das anders. Die Verantwortlichen sehen es als schwierig an, ihn wieder in den Kreis der Mannschaft einzugliedern. Denn der 28-Jährige hat im Team an Standing verloren, das Binnenklima ist nachhaltig gestört ist. Doch ob sich für Younes bis Dienstag ein Abnehmer findet, scheint zweifelhaft. (Ingo Durstewitz, Thomas Kilchenstein)

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