Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eine Klasse für sich auf links: Filip Kostic, unverzichtbar.
+
Eine Klasse für sich auf links: Filip Kostic, unverzichtbar.

SGE

Eintracht Frankfurt: Filip Kostic mit Geld zuschütten?

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Eintracht-Linksaußen Filip Kostic muss in dieser Topform dringend gehalten werden. Sollten die Frankfurter ihren Geldbeutel noch mal öffnen?

Bei seiner Vorstellung im Leipziger Brauseimperium erinnerte André Silva auch an einen alten Kollegen, ohne den die portugiesische Tormaschine wahrscheinlich gar nicht beim Champions-League-Teilnehmer aus Sachsen gelandet wäre und keine neun (!) Millionen Euro per annum einstreichen würde: Filip Kostic. Der wuchtige Serbe am linken Eintracht-Flügel, das hat sich herumgesprochen, schlägt ligaweit die mit Abstand meisten Flanken, er hat für die meisten Großchancen serviert (22) und er bereitet verdammt viele Tore vor, 17 in der Vorsaison, so viele wie vor fast 30 Jahren nur die Eintracht-Ikone Uwe Bein.

Zudem: Der serbische Nationalspieler verhalf André Silva erst zu seinen phänomenalen 28 Saisontoren, mehr als die Hälfte der Treffer leiteten Kostic und Daichi Kamada ein. „Filip ist ein exzellenter Spieler mit dem ich mich super verstanden habe“, sagte der Neu-Leipziger Silva jetzt über seinen Kumpel. „Er hat eine sehr hohe Qualität.“

In diesen Tagen ist Filip Kostic in Frankfurt immer wieder mal Gesprächsthema. Das liegt einerseits an seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten und seiner auffälligen Frühform. Der 28-Jährige ist schon in der Vorbereitung wieder der mit Abstand stärkste Frankfurter Akteur, erst jetzt im Härtetest gegen den französischen Erstligisten Racing Straßburg (2:3) bereitete er die beiden Eintracht-Tore so vor, wie er eben seine Tore vorbereitet – lehrbuchmäßig. Kostic zeigt wieder mal seinen enormen Wert, er ist unverzichtbar, das Eintracht-Spiel steht und fällt mit dem Musterprofi. Kostic ist der Unterschiedspieler, der entscheidende Faktor im Eintracht-Spiel.

Eintracht Frankfurt: Linksaußen Kostic wird von der halben italienischen Liga gejagt

Der Linksaußen ist andererseits auch deshalb in aller Munde, weil er so gut ist, dass andere gerne selbst von seinen Leistungen profitieren würden. Im Grunde jagt ihn die halbe italienische Liga, aus der Bundesliga sollen Hertha BSC und RB Leipzig interessiert sein. Konkret ist nichts, und Trainer Oliver Glasner geht eisern davon aus, dass Kostic an Bord bleiben wird, „mir hat niemand etwas anderes gesagt“. Sicher, das weiß der Österreicher, ist das allerdings nicht.

Wenn ein unmoralisches Angebot hereinflattern und der Spieler auf einen Wechsel drängen würde, müsste die Eintracht ihn ziehen lassen. 20, 25 Millionen Euro stehen da aber im Raum. Das Besondere: Der Spieler selbst forciert gar keinen Wechsel, er fühlt sich in Frankfurt pudelwohl. Doch seine Berateragentur ist umtriebig, bietet ihn proaktiv auf dem Markt an. Wechsel sind für die Agenten in der Regel lukrativer als Vertragstreue. Kostic hat einen Kontrakt bis 2023, er ist 28 Jahre alt – wenn er noch einmal einen großen Vertrag ergattern will, müsste er jetzt, spätestens im nächsten Jahr gehen. Oder aber die Eintracht geht einen anderen Weg und versucht wirklich alles, den Flügelspieler zu halten. Das ginge, wenn man ihn, mal salopp formuliert, mit Geld zuschüttet, also seine Bezüge freiwillig anheben würde.

Eine Gehaltsanpassung für Kostic wäre gerechtfertigt, weil er der beste Spieler der Eintracht ist

Spieler sind für so etwas empfänglich, manche fordern es – siehe Amin Younes – sogar ein, weil es nicht nur zu Veränderungen auf dem Konto führt, sondern auch eine Wertschätzung dokumentiert. Wer sich aber das Gehalt von André Silva in Leipzig vor Augen hält, der weiß, wie weit die Eintracht von diesen Dimensionen entfernt ist.

Aktuell wäre eine Gehaltsanpassung im Falle Kostic sinnvoll und gerechtfertigt, weil er der mit Abstand beste Spieler ist. Betriebswirtschaftlich werden sich die Eintracht und der Akteur entscheiden müssen, wo die Reise hingehen soll: In zwei Jahren ist er 30, da biegt die Karriere so langsam auf die Zielgerade ein, das ganz große Geld lässt sich da für beide Seiten nicht mehr erzielen.

NameFilip Kostić
VereinEintracht Frankfurt
PositionLinksaußen
Alter28 Jahre (1. November 1992)
GeburtstortKragujevac, Serbien

Eintracht Frankfurt hat bereits einen Nachfolger für Filip Kostic auf dem Radar

Die Verantwortlichen haben zumindest die Option im Kopf, dass Kostic noch gehen könnte und sehen sich gewappnet. Valentino Lazaro von Inter Mailand, zuletzt an Borussia Mönchengladbach ausgeliehen, soll ein potenzieller Nachfolge-Kandidat sein, genauso wie Jens Petter Hauge von AC Mailand. Mit einem ersten Angebot über acht Millionen Euro sollen die Frankfurter abgeblitzt sein, sie würden den 21 Jahre alten Norweger gerne unabhängig von der Personalie Kostic holen.

Coach Glasner will sein Team unberechenbarer machen. In der abgelaufenen Saison war das Spiel irgendwann dechiffriert, doch obwohl jeder wusste, wie die Eintracht zum Erfolg kommen will, klappte es oft genug. Das zeigt die große Klasse von Kostic, Silva und Co.. Der aktuelle Ansatz, mehr Balance ins Spiel zu bringen, ist nachvollziehbar, aber es wäre falsch, die Linkslastigkeit des Spiels zu entzerren, indem man die linke Seite schwächt (also Kostic verkauft). Vielmehr müsste die rechte Flanke gestärkt werden, um so etwa ins Gleichgewicht zu kommen. Indes: Bei einem Filip Kostic in dieser Form wird das Pendel immer nach links ausschlagen. (Ingo Durstewitz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare