Serbe überragt gegen Hoffenheim

Eintracht Frankfurt: Allesmacher Filip Kostic

Von Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz

Ein Tor, zwei Vorlagen: Der nie zu haltende Eintracht-Linksaußen nimmt die Hoffenheimer beim 3:1-Sieg der Frankfurter wieder einmal höchstpersönlich auseinander.

Der Hoffenheimer Verteidiger Stefan Posch ist mit seinen 23 Lenzen kein alter Hase im Geschäft, aber genauso wenig ein Greenhorn. 70 Bundesligapartien hat der Österreicher auf dem Buckel, sein Marktwert beläuft sich auf beachtliche 13 Millionen Euro. Im Kraichgau gilt er als verlässliche Größe – in Frankfurt ebenso.

Das mag sich sarkastisch anhören, doch man kann nicht behaupten, dass Posch besonders gute Erinnerungen an die Aufeinandertreffen mit dem Opponenten aus dem Hessischen hat, weder mannschaftstaktisch gesehen noch ganz persönlich. In sieben Duellen mit Eintracht Frankfurt setzte es für ihn sechs Niederlagen.

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Eintracht Frankfurt ist Stefan Poschs Albtraum

Das liegt daran, dass Eintracht Frankfurt seit einigen Jahren Spieler beschäftigt, die dem 1,88 Meter langen Abwehrmann so gar nicht liegen, schnell, explosiv, dynamisch. Erst rackerte sich Posch aufrecht gegen den büffeligsten Büffel der Büffelherde ab, Ante Rebic, den er trotzdem nie halten konnte. Und als der Kroate vor eineinhalb Jahren das Feld räumte und gen Mailand aufbrach, trat Powerbündel Filip Kostic in die Fußstapfen des Kumpels vom Balkan. Gegen Rebic, Kostic und Konsorten sieht der Hoffenheimer Posch regelmäßig uralt aus, so war es auch am Sonntagnachmittag.

Auch (und erst recht) nicht von Kumpel Mijat Gacinovic aufzuhalten: Filip Kostic (rechts).

Eine Viertelstunde war gespielt, als die Eintracht im Mittelfeld in Person von Djibril Sow und Makoto Hasebe zwei Kopfballduelle mit viel Körpereinsatz und Willen gewann, Daichi Kamada den Ball weiterleitete zu Amin Younes, der den klugen Pass zu Kostic initiierte: Linksschuss ins lange Ecke, Torwart Oliver Baumann kam zu spät, Stefan Posch mit seiner Grätsche natürlich auch. Das hatte in diesem Fall aber weniger mit Stefan Posch zu tun, der nur retten wollte, was nicht mehr zu retten war.

Eintracht Frankfurt: Pokalheld Mijat Gacinovic indisponiert

Der direkte Gegenspieler von Kostic wäre Mijat Gacinovic gewesen, der ewige Mijat, der Pokalheld der Eintracht, der ja nun für die Hoffenheimer spielt. Der Serbe war nicht nur in dieser Szene nicht in der Nähe seines dicken Kumpels Kostic, und es war eine einigermaßen abenteuerliche Idee des Hoffenheimer Trainers Sebastian Hoeneß, den unsteten Gacinovic gegen den unaufhaltsamen Kostic zu stellen. In diesem Fall ist man nicht nur hinterher schlauer. Sei’s drum.

Gacinovic wurde zur Halbzeit ausgewechselt, besser wurde es nicht. Kostic legte danach noch perfekt für Evan Ndicka und André Silva auf, 2:1, 3:1 – Feierabend. „Tolle Leistung“, urteilte Trainer Adi Hütter. Die Hoffenheimer (samt Stefan Posch) sind die Lieblingsgegner des serbischen Nationalspielers, fünf Tore hat er gegen sie gemacht. Kostic ist ohnehin wieder in Galaform, alles läuft über ihn, Tore bereitet er am Fließband vor, „er ist absolut der Alte“, wie Abwehrchef Martin Hinteregger findet.

Filip Kostic: Im Sommer könnte er Eintracht Frankfurt verlassen

Der Modellathlet ist ein Spieler, der sich auf gehobenem internationalen Niveau bewegt. Der Linksaußen wird in diesem Jahr 29, wer weiß, wie lange er in Frankfurt noch sein Unwesen treibt. Im Sommer wird das Geschacher wieder losgehen, Interessenten gibt es genügend – kein Wunder bei dieser Klasse. (Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein)

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