Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein Wechsel, der die ganze Statik des Spiels verändert hat: Kostic (links) kommt für Lindström.
+
Ein Wechsel, der die ganze Statik des Spiels verändert hat: Kostic (links) kommt für Lindström.

SGE

Eintracht Frankfurt muss nach Fehlstart auf der Hut sein

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Die Frankfurter Eintracht rangiert in der Bundesliga auf Platz 15, hat einen kapitalen Fehlstart hingelegt und sollte nun zumindest wachsam sein - auch in der Europa League.

Frankfurt - Das ganz persönliche Trotzkopfprogramm des Oliver Glasner läuft angesichts des Frankfurter Rumpelstarts mit drei mickrigen Punkten aus vier Spielen auf vollen Touren. Ein Auszug aus dem „Jetzt-erst-Recht“-Repertoire des Eintracht-Trainers: „Wir nehmen gerade so ziemlich alles mit, was man mitnehmen kann. Aber das wird uns noch mehr zusammenschweißen.“ Oder auch: „Die Situation nervt, aber das wirft uns nicht um und lässt uns nicht verzagen. All die Steine, die in unserem Weg liegen, werden wir zur Seite räumen.“ Und weiter: „Was schiefgehen kann, geht schief, aber der Knoten wird platzen. Wir haben eine gute Kämpfernatur.“

Das hört sich einerseits ganz schön entschlossen, bockig und trotzig an, andererseits ist das auch so ein bisschen wie das berühmte Pfeifen im Walde.

Eintracht Frankfurt: Fehlstart in die neue Saison

Eintracht Frankfurt, das ist nicht von der Hand zu weisen, hat einen kapitalen Fehlstart in die neue Saison hingelegt. Raus aus dem DFB-Pokal beim Drittligisten Waldhof Mannheim, 2:5 in Dortmund vermöbelt und schließlich drei Remis gegen Augsburg (0:0), Bielefeld (1:1) und jetzt Stuttgart (1:1) – allesamt Leichtgewichte der Liga. Auf sehr viel formschwächere Gegner werden die Frankfurter kaum mehr treffen. Zwei der nächsten drei Kontrahenten heißen VfL Wolfsburg und Bayern München. Andere Kaliber.

Kleiner Vorteil: Sie werden dort nicht auf ultradefensive Kontrahenten wie Augsburg, Bielefeld und Stuttgart treffen und sich mit massig Ballbesitz (62 Prozent, 66 und 58) abmühen müssen.

Es ist kein Zufall, dass die Hessen zu einer von vier Mannschaften (Bielefeld, Augsburg, Fürth) zählen, die noch kein Spiel gewonnen haben und es nur drei Teams gibt (natürlich Bielefeld, Augsburg, Fürth), die weniger Tore geschossen haben als die vier, die Glasners Truppe zustande gebracht hat. Logische Konsequenz: Platz 15 im Klassement.

Da müssen nun keine Alarmglocken schrillen, aber man sollte zumindest mal die Antennen ausfahren und wachsam sein, die Sinne schärfen. Alles auf fehlendes Spielglück zu schieben und in einen Einfach-Weiter-so-Modus zu schalten, ist nicht die beste Idee. Vielmehr sollten die Spiele kritisch analysiert werden, denn das, was Eintracht Frankfurt über weite Strecken anbietet, wird den eigenen Ansprüchen nicht gerecht.

Eintracht Frankfurt: Die Neuen sind zu naiv

Das bedeutet wiederum nicht, dass nach nur vier Spieltagen die sportliche Apokalypse ausgerufen werden muss und auch nicht, dass alles schlecht ist. Glasners Ansatz, Vertrauen zu schenken, die Leistungen nach außen zu überhöhen, ist nachvollziehbar. Einem neuen, jungen Ensemble muss ein Vorschuss gewährleistet und Zeit zur Findung zugestanden werden. Alles andere wäre kontraproduktiv. Die Mannschaft zeigt Ansätze, sie ist willig und motiviert, aber gerade die Frischlinge brauchen Zeit. Die rennt aber bekanntlich, gerade in der Bundesliga.

Da sind talentierte Fußballer dabei, die wissen, wie sie das Bällchen zu behandeln haben, aber vieles ist zu naiv, zu juvenil und verschnörkelt. Das zeigte sich gerade im ersten Abschnitt gegen den VfB, als das „Klein-Klein“ übertrieben wurde. Die Wucht, und Zielstrebigkeit, das Brachiale und Gnadenlose geht diesen Spielern ab, auch die Zweikampfstärke in der Rückwärtsbewegung. Die Folge sind viele und unnötige Fouls.

Es ist ein Unterschied, ob die Eintracht, wie in ihrer Hochphase der letzten Spielzeit, mit Amin Younes, Filip Kostic, André Silva und Daichi Kamada das Angriffsspiel aufzieht, oder nun Jesper Lindström, Jens Petter Hauge und Sam Lammers am Start sind. Lindström wird sich bei allem Talent mächtig strecken müssen, um sich körperlich durchzusetzen. Hauge spielt unkonventionell, irgendwie kopflos. Und Stürmer Sam Lammers ist anzumerken, dass er seit fast zwei Jahren nicht mehr regelmäßig gespielt hat und wegen einer Schulter-OP länger pausieren musste. „Man sieht, er ist torgefährlich, aber er muss in den Rhythmus kommen“, urteilt Glasner und empfiehlt generell: „Wir dürfen den Ball nicht so lange halten, müssen schneller spielen. Aber das ist ein Lernprozess.“ Für die Neuen ist die Bundesliga Neuland. Kein Wunder, dass Daichi Kamada, einzig Verbliebener aus dem Erfolgs-Quartett, den klar stärksten Eindruck macht.

Eintracht Frankfurt: Kostic und Jakic bringen Power

Wie es gehen kann, verdeutlichte die zweite Halbzeit, als Filip Kostic und Kristijan Jakic nach einer Stunde ins Spiel kamen. Beide brachten Power, Spannung und Körpersprache mit. Da war Feuer und Körperlichkeit im Spiel, mehr Robustheit. Jakic räumte im defensiven Mittelfeld vehement auf.

Und über Kostic, den in Gnaden aufgenommenen Kurzzeit-Abtrünnigen, müssen keine Elogen mehr verfasst werden: Der 28-Jährige ist der mit Abstand beste Spieler des Ensembles, hebt es alleine auf ein anderes Niveau. In der Kürze der zeit bog er zehn Flanken nach innen, bereitete fünf Torschüsse vor und machte selbst einen Treffer. „Allein seine Anwesenheit versetzt die gegnerische Abwehr in Starre“, sagt Martin Hinteregger. Nicht auszudenken, wenn der Serbe tatsächlich Reißaus genommen hätte. (Ingo Durstewitz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare