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SGE gegen FC Bayern

Eintracht Frankfurt: Bereit für den Bizepsvergleich mit den Bayern

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Eintracht Frankfurt fühlt sich gerüstet für das Duell mit dem besten Team der Welt ‒ und bringt das auch verbal mutig zum Ausdruck. Rode wird wohl Sow ersetzen.

  • Die Eintracht Frankfurt ist aktuell auf Rang 3 der Bundesliga.
  • Am Samstag (20.02.2021) tritt die Mannschaft von Trainer Adi Hütter gegen den FC Bayern München an.
  • Eine Vorschau, welcher Spieler wohl zum Einsatz kommt.

Frankfurt ‒ Wer sich dieser Tage ein wenig im Umfeld von Eintracht Frankfurt umhört, bei den Fans, bei den Spielern, auch bei den Klubverantwortlichen, der bekommt ein Gefühl der ungläubigen Freude vermittelt. Die Eintracht auf Rang drei der Fußballbundesliga nach bald zwei Dritteln der Saison, vor Dortmund, Gladbach und Leverkusen, vor Bremen, Stuttgart und der Hertha sowieso. Die erfolgreichste Mannschaft des Kalenderjahres, 22 von 24 möglichen Punkten in 2021, der fußballerischen Mittelklasse momentan enteilt.

Und ja, dieser Gefühlsmischmasch aus Glückselig- und Ungläubigkeit lässt die Brust bei den Beteiligten anschwellen wie nach einem Aufenthalt in der Muckibude. Wer sind bei diesem Lauf denn bitte die Bayern, fragen sie im übertragenen Sinne. Nicht überheblich soll das wirken, nur selbstbewusst.

Eintracht Frankfurt: Am Samstag geht es gegen die Bayern

Denn natürlich wissen sie auch in Frankfurt, dass die Bayern nicht erst seit ein paar Wochen und Monaten ihren Bizeps fleißig aufpumpen, sondern schon seit vielen, vielen Jahren. Doch lange nicht mehr wähnten sie sich bei der Eintracht vor einem Duell mit dem deutschen Rekordmeister leistungsmäßig so nah dran an den Bajuwaren. Nicht auf Augenhöhe, klar, aber doch in Sichtweite. Unabhängig davon, dass es am kommenden Samstag (20.02.2021) gegen den amtierenden Deutschen Meister, Pokalsieger und Supercup-Gewinner geht, der auch noch die Champions League, den Uefa-Supercup und zuletzt die Klub-WM für sich entschied.

Huhu, ich kann auch Tore machen: Eintracht Frankfurts Abwehrspieler Evan N’dicka.

Aber was soll’s? „Wir können sie schlagen“, findet Kapitän Makoto Hasebe, eigentlich ein Leisetreter. „Wir haben die Qualität“, ergänzt Torwart Kevin Trapp, schon immer ein Stückchen selbstbewusster als der Rest der Truppe. Und Fredi Bobic, der Big Boss, will gar schon mal die Textilproduktion ankurbeln. „Vielleicht sind wir demnächst Weltpokalsiegerbesieger, dann können wir ein paar neue T-Shirts drucken.“ Ein Scherz, wohlgemerkt.

Seriös kann derweil aber festgestellt werden, dass die Eintracht aus Frankfurt derzeit die Mannschaft der Stunde in der deutschen Eliteliga ist. Daher wirkt es nicht übertrieben, wenn ihr Trainer Adi Hütter sagt: „Wir möchten ungeschlagen bleiben und freuen uns auf das Spiel gegen den FC Bayern München.“ Kecke Ansagen. Das war nicht immer so, sogar fast nie.

Trainer Hütter will seine Eintracht Frankfurt nicht bloß verteidigen lassen

Es ist wahrscheinlich, dass Adi Hütter seine Spieler gegen den Favoriten aus München (In welchem Spiel sind die Bayern das eigentlich nicht?) mit all ihrer erlangten Breitbeinigkeit drauflos spielen lassen wird. Ein Mauern, das bloße Verteidigen, das dem Coach ja ohnehin nicht behagt, wird er sich auch gegen die Besten der Welt vermutlich verkneifen. Zumindest dürfte der Plan so aussehen. Ob sich die Idee dann auch tatsächlich verfängt, ist die andere, die kompliziertere Sache.

Der 51-jährige Trainer ist bekanntlich kein Freund von allzu vielen Wechseln. In Zeiten des Misserfolgs nicht, da gewährt er wackelnden Profis gerne auch mal eine dritte oder vierte Chance, und in jenen des Erfolgs natürlich noch viel weniger. Stichwort: Vertrauen. Das praktizierte 3-4-2-1-System scheint momentan wie maßgeschneidert für die Hütter-Elf zu sein, die Rädchen greifen ineinander, nicht nur offensiv, sondern auch defensiv, wo spürbar mehr Stabilität Einzug erhalten hat.

Wird Sebastian Rode gegen den FC Bayern München antreten?

Selbst begabten Profis wie Sebastian Rode oder Luka Jovic fällt es momentan schwer, ins Team zu kommen. Und wenn sie dann randürfen, so wie am Sonntag (14.02.2021) für die finale halbe Stunde beim 2:0-Sieg gegen den 1. FC Köln, wird es im Gesamten nicht unbedingt besser als vorher. Rode zum Beispiel, bis vor Weihnachten im Grunde nicht wegzudenken aus der Frankfurter Formation, weil er bis dahin der beste Fußballer im arg hölzern auftretenden Mittelfeldzentrum war, hinkt zurzeit sichtbar hinterher. Dem 30-Jährigen fehlt der Spielrhythmus, Passgenauigkeit und -schärfe könnten besser sein. Seit dem 19. Dezember 2020, seit dem Auftakt der Erfolgsserie in Augsburg, durfte er in der Liga nicht mehr von Anfang an ran.

Makoto Hasebe und Djibril Sow haben ihm, dem Dauerrenner, den Rang abgelaufen. Und Rode, ein kluger Kopf, der niemals ob seiner Reservistenrolle stänkern würde und derzeit auch kaum stichhaltige Argumente hätte, muss sich also reinkämpfen. Gewiss: Genau das ist seine größte Stärke. Er wird aller Voraussicht nach gegen seinen Ex-Klub den gelbgesperrten Sow im Mittelfeld vertreten.

Eintracht Frankfurt: Spiel gegen die Bayern wohl ohne Luka Jovic

Nicht in der Startelf wird auch gegen den FC Bayern wohl erneut Luka Jovic stehen. Der ausgeliehene Torjäger aus Madrid, der seine Knipserqualitäten seit der Rückkehr im Januar schon bewiesen hat, muss sich weiter hinten anstellen. Körperliche Defizite führte Hütter bei Fragen zum Serben bisher meist an, langsam dürften diese aber aufgearbeitet sein. Viel eher sieht der Trainer momentan keinen Anlass dafür, am erfolgreichen System zu rütteln.

Jovic wird sich gedulden müssen, es bleibt ihm nichts anderes übrig, als seine Minuten nach den Einwechslungen bestmöglich für Eigenwerbung zu nutzen. Noch, und das bringt der gute Lauf und die allseits gute Laune mit sich, fällt es Hütter leicht, diese pikante Personalie zu moderieren.

Er wisse sehr wohl, dass Jovic vielleicht nicht ganz happy sei, so der Coach „das kann ich verstehen“, aber Jovic werde dem Team sicher demnächst helfen. Er könne seinen Spielern grundsätzlich fast bis runter in den Magen schauen und durchaus beurteilen, wie es ihnen geht, denn: „Sie trainieren hervorragend, das Trainingsniveau ist sehr hoch“. Auch ein Grund für den Höhenflug. (Daniel Schmitt)

Eintracht Frankfurt könnte sich mit einer Teilnahme an der Champions League aus den finanziellen Zwängen der Corona-Krise befreien und viel Renommee gewinnen.

Rubriklistenbild: © AFP

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