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Ob es der Frankfurter Goncalo Paciencia da schon ahnte? Nach dem 5:1 gegen den FC Bayern München ist Eintracht Frankfurt in die Krise gerutscht.

Feiertag mit Folgen

Wie der „Bayern-Fluch“ die Eintracht niedergestreckt hat

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Eintracht Frankfurt taumelt in der Bundesliga den Abstiegsrängen entgegen. Nach dem 5:1-Festtag gegen den FC Bayern schwebt der Mythos „Bayern-Fluch“ in der Luft.

  • Eintracht Frankfurt steckt in der Bundesliga tief in der Krise.
  • Seit dem Sieg gegen den FC Bayern ist der Wurm drin. 
  • Ist die Eintracht dem „Bayern-Fluch“ erlegen?

Es gibt Dinge, die macht man einfach nicht. Man(n) pinkelt beim Besuch der Schwiegereltern nicht im Stehen, man wechselt nicht vom FC Schalke 04 zu Borussia Dortmund oder umgekehrt und: Man gewinnt in der Bundesliga nicht gegen den FC Bayern. Schon gar nicht mit 5:1. 

Die Konsequenzen einer derart verheerenden Verfehlung sind oftmals immens, teils existenzbedrohend. Denn: Wie kann man es wagen, den großen FC Bayern, den Branchenprimus Deutschlands, einfach so in die Schranken zu weisen? Eintracht Frankfurt ignorierte alle Warnungen samstags im November, als sie Bayern mit 5:1 aus der Commerzbank-Arena fegten. Heute, zwei Monate später, haben Adi Hütter und seine Mannen nun den Salat.

Ob es die Frankfurter Djibril Sow (l) und Daichi Kamada (M) da schon ahnten? Nach dem 5:1 gegen den FC Bayern München ist Eintracht Frankfurt in die Krise gerutscht.

Eintracht Frankfurt rutscht nach Sieg gegen FC Bayern in die Krise

Die Bilanz nach dem „Freudentag“ (Fredi Bobic) liest sich wie die Werke von Thomas Mann: nicht gut. In den darauf folgenden sieben Bundesligapartien holte die Eintracht nur einen mageren Zähler. Eigentliche Pflichtsiege wie gegen den 1. FSV Mainz 05, den 1. FC Köln oder den SC Paderborn avancierten zu Frustpleiten, die Europa-Pläne schrumpften zur Abstiegsangst. 

Über all dem Frust schwebt der Mythos des „Bayern-Fluchs“. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Überflieger vom Main eine derartige Bruchlandung hingelegt haben? Und: Eintracht Frankfurt ist bei weitem nicht das erste Bundesliga-Team, das nach einer guten Partie gegen die Bayern im Anschluss ordentlich Federn ließ. 

Prominentes Beispiel gefällig? Am 6. Februar 2002 reiste der FC Bayern zum FC St. Pauli, kurz zuvor hatten die Münchner den Weltpokal geholt - Prädikat unbezwingbar? Von wegen! St. Pauli siegte mit 2:1, Thomas Meggle und Nico Patschinski trafen, Oliver Kahn und Stefan Effenberg fluchten. Der Begriff „Weltpokalsiegerbesieger“ stieg empor. Von den anschließenden 13 Bundesligaspielen gewann St. Pauli jedoch nur noch eines - und stieg ab.

Eintracht Frankfurt in prominenter Gesellschaft: Siege gegen den FC Bayern haben Folgen

Um auf Legenden zum „Bayern-Fluch“ zu stoßen, muss man allerdings nicht unbedingt die Geschichtsbücher wälzen. Auch in dieser Saison mussten neben der Eintracht gleich drei weitere Teams nach einer guten Partie gegen die Bayern leiden. Am ersten Spieltag holte Hertha BSC ein 2:2 in München, es folgten drei herbe Pleiten. 

RB Leipzig spielte am vierten Spieltag dank einer furiosen zweiten Hälfte noch 1:1 gegen den FCB, gewann in den fünf folgenden Ligaspielen jedoch nur einmal, was Julian Nagelsmann prompt dazu veranlasste, seiner Mannschaft das Prädikat „Spitzenmannschaft“ abzusprechen. Und selbst die Gipfelstürmer aus Mönchengladbach mussten sich dem „Bayern-Fluch“ beugen und unterlagen sowohl Basaksehir in der Europa League als auch dem VfL Wolfsburg in der Liga.

Eintracht Frankfurt erliegt dem „Bayern-Fluch“: Dardai erklärt die Gründe

Die Gründe für ein Tief nach einem Sieg gegen die Bayern sind recht simpel. Spiele gegen die Münchner sind meist besonders kräfteraubend, laufintensiv und für viele schlicht: das Spiel des Jahres. So erklärte Hertha-Verteidiger Niklas Stark nach dem 0:0 gegen Mainz im Herbst 2018 (zuvor hatten die Berliner in München mit 2:0 gewonnen): „Es ist schon etwas anderes in Mainz zu spielen: Gegen die Bayern steckt man von Anfang bis Ende alle Kraft rein.“ 

Sein damaliger Chef-Coach Pal Dardai bestätigte: „Wenn du zum Flughafen fährst und nach Mainz fliegst, reden alle über Bayern München. Nach dem Spiel kommst du aus Mainz zurück, reden immer noch alle über Bayern München. Wir müssen das vergessen.“

Der „kicker“ hatte damals auseinander dividiert: Zu diesem Zeitpunkt hatte von den vergangenen elf Bayern-Bezwingern nur Leipzig die Folgepartie gewonnen. Diese Statistik hat sich seitdem deutlich gebessert. Ganz verschwunden ist der „Bayern-Fluch“ jedoch nicht, wie die Eintracht nun in voller Härte zu spüren bekommen hat

Im März geht es nach München in die Allianz Arena. Eintracht Frankfurt sollte sich dann wieder daran erinnern: Es gibt Dinge, die macht man einfach nicht.

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