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Eintracht Frankfurt: Fast schon zu gut

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Von: Ingo Durstewitz

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Knipste auch gegen den FC Turin: Eintracht-Stürmer Lucas Alario. Foto: Jan Hübner
Knipste auch gegen den FC Turin: Eintracht-Stürmer Lucas Alario. © Jan Huebner

Eintracht Frankfurt schlägt zum Abschluss des Traininglagers den FC Turin mit 3:1, doch Trainer Oliver Glasner ist die Frühform nicht ganz geheuer.

Irgendwie wollte Oliver Glasner dem Braten nicht so recht trauen. Das Trainingslager in Oberösterreich habe seine Erwartungen klar übertroffen, es lief wie am Schnürchen, gar kein Grund zum Klagen. Zum Abschluss gab es noch einen durchaus sehenswerten 3:1 (1:0)-Erfolg gegen den italienischen Erstligisten FC Turin in Bad Wimsbach. „Schöner Abschluss eines tollen Trainingslagers“, urteilte der Fußballlehrer und wunderte sich insgeheim über den reibungslosen Ablauf. „Eigentlich war alles fast zu gut, es ist fast zu rund gelaufen“, befand der 47-Jährige und lächelte: „Na ja, besser als andersherum.“

Am Samstag geht das einwöchige Trainingscamp in Windischgarsten zu Ende, ein rundweg zufriedener Glasner wird noch zwei Tage zu Hause bei seiner Familie in Riedau verbringen, ehe er seine Mannen am Dienstag bei „Sahara-Hitze“ in Frankfurt wieder um sich versammeln wird. „Die Jungs sollen jetzt mal zwei Tage nichts hören und sehen von uns, wir werden sie in Ruhe lassen.“ Und dann geht es volle Pulle Richtung Saisonstart.

Glasner sieht die Eintracht gut gerüstet. Auch mit dem abschließenden Test gegen Turin war er mehr als einverstanden. „Mir hat sehr gut gefallen, wie die Mannschaft nach der intensiven Woche aufgetreten ist.“ Der Coach musste ganz schön lange suchen, ehe er ein Haar in der Suppe fand. „Das Gegentor hat mich geärgert“, befand er. Es war ja das erste in der aktuellen Vorbereitung.

Die Eintracht präsentierte sich vor 1500 Zuschauenden in der Tat in erstaunlicher Frühform. „Wir hatten viele tiefe Läufe, sehr gute Mittel gewählt, sehr schöne Tore geschossen.“ Das schönste machte Verteidiger Almamy Touré, der sich seit Wochen in prächtiger Form befindet und seine prima Verfassung über die Sommerferien herüber rettete. Am Freitag begeistere er mit einem absoluten Traumtor, der 26-Jährige fegte erst mit langen Schritten durchs Mittelfeld, ehe er die Kugel aus rund 20 Meter mit so viel Wucht unters Tordach nagelte, dass der ganze Kasten wackelte – Tor des Monats. „Ich hatte viel Platz und mich dann dazu entschieden, zu schießen“, sagte Touré schmunzelnd. „Und das Ding war drin.“

Im zweiten Abschnitt war es Mario Götze, der zwei absolute Traumpässe spiele, einen davon verwertete der sehr starke und agile Jesper Lindström zum 2:0 (47.). Das 3:0 steuerte schließlich Zugang Lucas Alario bei (63.), in der ersten Halbzeit zeigte der andere neue Angreifer, Randal Kolo Muani, dass mit ihm zu rechnen ist. Zwei-, dreimal spielte er seine unfassbare Schnelligkeit aus, sein hervorragendes Zuspiel auf Rafael Borré bekam der Kolumbianer nicht im Tor unter (35.). „Muani hat wieder gezeigt, wie gefährlich er ist“, lobte Glasner.

Weniger zufrieden dürfte er mit Jens Petter Hauge am rechten Flügel gewesen sein, der erneut einen, nun ja, ausbaufähigen Auftritt hinlegte. Noch am Vortag Glasner das Engagement des 22-Jährigen gelobt, aber auch die vielen „unglücklichen“ Aktionen moniert. Doch noch ein kleines Haar in der Suppe. (Ingo Durstewitz)

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