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Das abgewandelte Niemöller-Zitat wurde mittlerweile entfernt.
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Das abgewandelte Niemöller-Zitat wurde mittlerweile entfernt.

Eintracht-Fans

Ultras Frankfurt: Ärger über abgewandeltes Niemöller-Zitat

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Die Eintracht-Ultras warnen an einer Bahnunterführung vor Verbannung unliebsamer Gruppen aus den Stadien. Die Bahn lässt das Wandbild entfernen.

Der Satz erinnert an Martin Niemöller, den evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Und doch geht es um etwas ganz anderes. „Als sie die Hools aus den Stadien verbannten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Hooligan“, stand bis vor kurzem an der Bahnunterführung in der Golfstraße in Niederrad. Und weiter geht es: Auch als die Ultras verbannt worden seien, habe es keinen Widerstand gegeben. Und schließlich: „Als sie uns normale Fans aus den Stadien verbannten, war niemand mehr da, der uns hätte helfen können...“.

Wandbild der Ultras Frankfurt sorgt für Aufregung

Um das Graffito, das die Frankfurter Ultras an die Unterführung unweit des Waldstadions gesprüht hatten und das am Mittwoch (09.12.2020) im Auftrag der Deutschen Bahn entfernt wurde, hatte es emotionale Diskussionen gegeben. Mehrere Anwohnerinnen und Anwohner zeigten sich schockiert und sprachen von unzulässigen Vergleichen mit der NS-Zeit.

Denn ursprünglich sagte Niemöller: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.“ Die Version des Zitats findet sich zumindest auf den Internet-Seiten des United States Holocaust Memorial Museum.

Deutsche Bahn entfernt Wandbild der Ultras Frankfurt

Die meisten Anwohnerinnen und Anwohner gingen davon aus, dass die Ultras mit dem Satz gegen die Corona-Beschränkungen demonstrieren wollten, die seit Monaten keinen Stadionbesuch mehr zulassen. Doch dem ist nicht so. Mit dem besagten Zitat, das bereits 2003 auf einem Bauzaun im Stadion und 2012 auf einem Spruchband zu lesen war, wollen sie gegen die Verdrängung einzelner unbequemer und unliebsamer Gruppen demonstrieren. Inwieweit die zumeist jungen Fans, die den Spruch angebracht haben, das Niemöller-Zitat kannten, blieb offen. Eine Stellungnahme der Ultras dazu gibt es nicht.

Das Wandbild sei „ohne unserer Erlaubnis und ohne unser Wissen aufgebracht“ worden, sagte eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage der FR. Dabei handele es sich um Sachbeschädigung. Unabhängig von der Aussage des Graffito „sind wir bemüht, sämtliche Beschädigungen schnellstmöglich zu beseitigen“, so die Sprecherin. Allerdings wurde bisher nur das abgewandelte Niemöller-Zitat entfernt – nicht aber die übrigen Graffiti in der Unterführung wie etwa „Ultras“ oder „Forza SGE 1899“. (Georg Leppert)

Eintracht Frankfurt ist am Freitagabend (11.12.2020) übrigens beim VfL Wolfsburg zu Gast. Wir sind live für Sie dabei.

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