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Frankfurts Goncalo Paciencia (l) und Berlins Eduard Löwen.

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Eintracht Frankfurt erkämpft sich Remis gegen Hertha BSC

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    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt bleibt auch das vierte Spiel in Folge ohne Sieg und damit weiterhin zwischen Baum und Borke gefangen.

Frankfurt - Am Freitagabend kamen die Hessen in der eiskalten WM-Arena im Stadtwald gegen weitgehend harmlose Berliner lediglich zu einem 2:2 (0:1)-Unentschieden. Im Grunde mussten die Frankfurter trotz drückender Überlegenheit froh sein, nicht verloren zu haben, denn die vom in die Jahre gekommenen Sonnyboy Jürgen Klinsmann neuerdings angeleitete Hertha lag bis zur 65. Minute mit 2;0 in Front. Doch nur mit einem Punkt wird es natürlich nichts damit, langsam wieder den Blick nach oben zu richten. Und der Eintracht ist es wieder nicht gelungen, „den Bock umzustoßen“, wie das Trainer Adi Hütter tags zuvor noch gefordert hatte. Gegen sehr schwache Berliner, für die das Remis schmeichelhaft ist, hätte Eintracht Frankfurt mehr erreichen können, ja müssen. Die Überlegenheit der Hessen drückte sich in Zahlen so aus; 27:8 Torschüsse, 22:4 Flanken.

Eintracht Frankfurt: Rode ist enttäuscht über Ergebnis

Nach den 90 Minuten fasste der Ausgleichsschütze Sebastian Rode die Partie so zusammen: „Wir müssen heute enttäuscht sein. Wir haben sehr viele Chancen rausgespielt. Wir haben es nicht geschafft, vorne klar zu Ende zu spielen. Es hätte deutlich mehr sein müssen. Es wurde schwierig zu kombinieren, weil es wegen dem nassen Rasen sehr schmierig war. Aber das soll keine Ausrede sein.“ Und Martin Hinteregger, der bereits seinen fünften Treffer markierte, sagte: Was wir auf dem Platz bringen, ist kämpferische Leistung pur.“

Es dauerte eine Weile, ehe das Spiel wenigstens ein bisschen Fahrt aufgenommen hatte. Die ersten 20 Minuten waren sehr zäh, es passierte praktisch nichts, beide Mannschaften tasteten sich vorsichtig ab. Die Berliner hatten anfangs und auch später gar nicht vor, sich groß am Spiel zu beteiligten, sie suchten ihr Heil in der Defensive, sie standen massiert, ließen wenig zu.

Eintracht Frankfurt: Viel verpuffte im Nirgendwo

Trainer Hütter hatte Makoto Hasebe zurück in die Mannschaft beordert, dazu zur defensiven Absicherung Gelson Fernandes und, ein wenig überraschend, André Silva. Dem portugiesischen Angreifer hatte er tags zuvor noch bescheinigt, in einer Formkrise zu stecken und momentan „nicht auf dem Level“ zu agieren, das erforderlich sei. Doch die Leihgabe aus Mailand machte seine Sache nicht so schlecht, er war gleich im Spiel, von Verunsicherung wenig zu sehen, allerdings riss er anfangs auch keine Bäume aus.

Es dauerte bis zur 20. Minute, ehe so etwas wie Gefahr vor das Berliner Tor kam. Es flogen zwar wieder viele Flanken in den Strafraum, doch ein Abnehmer aus Frankfurt war nicht zur Stelle, vieles Gutgemeinte verpuffte wirkungslos im fußballerischen Nirgendwo. Nach 20 Minuten wurde es etwas besser. Almamy Toure´ köpfte aufs Tor, doch Hertha-Schlussmann Thomas Kraft konnte parieren. Danach scheiterten Djibril Sow (21.) und Martin Hinteregger (28.), der immer mehr Torgefahr ausstrahlt, zudem aussichtsreich. Und als alle dachten, nun hätten die Hessen das Spiel langsam unter Kontrolle bekommen, folgte die kalte Dusche: Mit dem ersten seriös vorgetragenen Angriff kamen die ganz in mausgrau gekleideten Berliner zur Führung: Dodi Lukebakio, bester Angreifer der Hertha, hatte sich über links durchgesetzt, und Frederik Rönnow, der bis dato keinen einzigen Ball auf sein Tor bekommen hatte, hatte das Nachsehen.

Kurz darauf schien der Ausgleich gefallen zu sein: Nach einer feinen Kombination von Silva und Filip Kostic, kam die Kugel flach nach innen, Goncalo Paciencia ließ passieren und Daichi Kamada markierte das vermeintliche 1:1. Doch der Videoassistent in Köln hatte etwas dagegen. Schiedsrichter Christian Dingert nahm das Tor nach dem Studium der TV-Bilder zurück: Kostic gatte zuvor Gegenspieler Niklas Stark am Trikot gezogen. Im gleichen Angriffszug hatte es aber genauso ein Foul an Silva gegeben. Allerdings vor dem Kostic-Foul.

In der Halbzeitpause war der verletzt auf der Tribüne zuschauende Torwart Kevin Trapp noch zuversichtlich: „Wir sind die bessere Mannschaft, haben das Spiel im Griff und Hertha macht aus einer Situation ein Tor. Wenn wir so weitermachen, werden wir mindestens den Ausgleich erzielen.“

Eintracht Frankfurt: Hertha BSC effektiv

Aber erst einmal mussten die Gastgeber das 0:2 hinnehmen. Es war tatsächlich der zweite Berliner Angriff, nach einem langen Ball passte Dedryck Boyata die Kugel nach innen und Marko Grujic hatte keine Mühe zu vollenden, 0:2 nach 63 Minuten. Praktisch im Gegenzug gelang Martin Hinteregger nach dem achten Eckball und einer Vorlage von Touré der Anschlusstreffer (65.). Und fünf Minuten später war das vermeintliche 2:2 gefallen, Kraft hatte sich einen abgewehrten Schuss des eingewechselten Sebastian Rode selbst ins Tor geboxt, doch Schiedsrichter Dingert hatte den kleinen Schubser von Silva bemerkt.

Die Eintracht drückte nun mächtig aufs Tempo, schnürte die Gäste tief in die eigene Hälfte ein, sie wollte die vierte Niederlage in Folge um jeden Fall verhindern. Die Frankfurter waren ständig am Ball, aber so richtig zwingend wurde es nicht, mal ein Schuss von Danny da Costa (73.) , mal ein Schlenzer von Kostic (82.), alles eine Beute von Thomas Kraft. Nur gegen den Schuss von Rode in der 86. Minute war er machtlos, der Mittelfeldspieler war nach der 16. Ecke zur Stelle und markierte den hochverdienten 2:2-Ausgleich. Das war nach einem 0:2-Rückstand zwar nicht schlecht, angesichts des Spielverlaufs aber zu wenig.

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