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SGE

Eintracht Frankfurt: Gegen Leverkusen startet die alles entscheidende Phase

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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In den anstehenden Bundesliga-Spielen dürfte es zum Vorteil der Eintracht werden, dass man sich in Frankfurt auf Führungsspieler verlassen kann.

Frankfurt - Vielleicht hat es Martin Hinteregger ein wenig übertrieben mit seinem rabiaten Einsteigen am vergangenen Dienstag im Spiel gegen die früheren Augsburger Kollegen, das Foul an der Mittellinie gegen Marco Richter war ein übles und hätte durchaus mit mehr als „dunkelgelb“ geahndet werden können.

Aber dem rustikalen Stopper von Eintracht Frankfurt war es um mehr gegangen, er habe „ein Zeichen setzen wollen, habe in die Partie „wieder Leben“ reinbringen wollen in einer Phase, da „wir einen Hänger hatten“. Das hat ja auch geklappt, Richter hat keine Verletzung davon getragen und „Hinti“ kurz darauf sein Team mit dem Führungstor noch schnell persönlich auf die Siegerstraße gebracht.

Eintracht Frankfurt: Hinteregger und Trapp sind die Anführer

Wer bei Eintracht Frankfurt das Sagen hat, wessen Wort Gewicht hat und Gehör findet, das wurde dieser Tage deutlich. Neben Hinteregger war da natürlich der Torwart Kevin Trapp an vorderster Front, der mit einem zwar leicht zu durchschauenden, aber mannschaftliche Geschlossenheit und Wagenburgmentalität beschwörenden Rundumschlag gegen „regionale Medien“ die Reihen schloss.

Auch Timothy Chandler, sportlich eher außen vor, dennoch enorm wichtig im Binnenklima, hatte eine klare Ansage in die Mikrofone formuliert: „Wir haben gezeigt, dass wir als Mannschaft da sind, uns kann nichts schocken“. Und Co-Kapitän Sebastian Rode, ebenfalls weit oben in der Hierarchie, wird, obzwar heute Abend (live ab 18.30 Uhr) wegen einer Gelbsperre für die Partie gegen Bayer Leverkusen zum Zuschauen verdammt, nicht müde, die Einheit des Teams zu beschwören: „Wir werden mit aller Kraft weiter an unseren Zielen arbeiten.“

Stellt sich vor die Mannschaft: Kevin Trapp. jan hübner

Es ist ein aufmunterndes Signal, dass in dieser Phase der Saison, da es drauf ankommt, Persönlichkeiten innerhalb des Teams vorangehen und den Takt vorgeben. Gerade in diesen etwas kritischeren Momenten nach dem bekannt gewordenen Wechsel des Trainers Adi Hütter nach Gladbach - ein Vorhaben, das manche Spieler persönlich getroffen hat - kommt den Führungskräften im Kader eine besondere Aufgabe zu: Sie müssen und können den Laden zusammenhalten. Die Wortführer geben die Richtung vor, schwören den Rest der Truppe auf das große Ziel ein.

Ehrung für Peter Fischer

Eintracht-Präsident Peter Fischer wird für seinen Einsatz gegen Rassismus und Antisemitismus geehrt. Der 65 Jährige wird die Buber-Rosenzweig-Medaille vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) erhalten. „Seit Jahren setzt er sich dafür ein, dass im Sport, insbesondere im Fußball, eindeutig Position gegen Hass, Gewalt, Antisemitismus und Rassismus bezogen wird“, heißt es in einer DKR-Mitteilung. Außerdem sei Fischer „mitverantwortlich für die intensive Aufarbeitung der NS-Geschichte in Frankfurt“. Für sein gesellschaftliches Engagement wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet.

2017 hatte Peter Fischer mit einem Statement bundesweit für Aufsehen gesorgt. Er hatte gesagt, dass niemand Mitglied bei Eintracht Frankfurt sein könne, der die AfD wähle, da es darin rassistische oder menschenverachtende Tendenzen gebe.

Am Samstag ist Fischer Gast im Aktuellen Sportstudio des ZDF. (FR/sid)

Ihr Selbstvertrauen färbt ab, vermittelt den anderen dieses Gefühl der Stärke.Ein Großteil dieser Autorität beziehen sie aus der Tatsache, dass sie schon öfter etwaige Täler durchschritten und schwierige Situationen gemeistert haben. So leicht wirft die nichts um. Es sind die Säulen innerhalb des Mannschaftsgefüges, die sicher und stabil stehen, gerade wenn es um Hop oder Top geht. Und diese mentale Stärke, die diese Frankfurter Mannschaft auszeichnet und die Ausdruck findet in einer oft gerühmten Atmosphäre, kann im Endspurt womöglich entscheidend sein. Die transportierte Botschaft ist offenkundig: Diese Team lässt sich nicht von ihrem Traum abbringen.

Eintracht Frankfurt: Hasebe ersetzt wohl den gesperrten Rode

Da ist es zudem von Vorteil, dass auch Makoto Hasebe, ohnehin ein Profi, der höchsten Respekt und Autorität genießt in der Kabine, ins Team zurückkehrt. Er wird heute Sebastian Rode ersetzen, mit seiner Routine und seinem Spielverständnis ist er so wertvoll wie kaum ein Zweiter. Ohnehin ist der Japaner „ein absoluter Schlüsselspieler“ für Hütter, aus seiner Sicht „spielt er immer gut“. Dazu kommt, dass sich jüngere, weniger erfahrene Spieler an alten Haudegen wie Hinteregger, Hasebe, Trapp, aber auch Chandler, Amin Younes oder Stefan Ilsanker anlehnen und sich bei Bedarf aufrichten können.

Insbesondere die jungen Profis, speziell Djibril Sow, der am liebsten einen starken Partner im Rücken hat, aber auch Evan Ndika oder Tuta, profitieren davon. Gerade der knapp 22 Jahre alte Brasilianer hat zuletzt gewisse Makel nicht verbergen können, gegen den FC Augsburg gewann er als Verteidiger lediglich 30 Prozent seiner Zweikämpfe, in Gladbach zählte er zu den Schwächeren. Ganz normal, findet das Trainer Hütter, „Formschwankungen“ seien in diesem Alter üblich. Und Unterstützung von den alten Hasen wird Tuta heute gebrauchen können, drohen ihm doch in Moussa Diaby oder Leon Bailey oder Karim Bellarabi Gegenspieler mit atemraubender Geschwindigkeit und spielerischer Qualität.

Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen: Jovic und Silva stehen bereit

Ob Trainer Hütter erneut mit den beiden Stürmern André Silva und Luka Jovic oder eher mit den beiden Zehnern Amin Younes oder Daichi Kamada beginnen wird, ist ungewiss, hängt vielleicht noch daran, ob der Japaner seine Handverletzung in den Griff bekommt. Für Younes würde sprechen, dass seine Art zu spielen, der Eintracht immer gut getan hat und er regelmäßig für überraschende Spielszenen sorgen kann. Wie wertvoll der Nationalspieler ist, hat auch das letzte Spiel in Leverkusen gezeigt, das war im Pokal, ging zwar 1:4 verloren, aber solange Younes, der auch das Führungstor erzielte, mit von der Partie war, waren die Hessen klar Herr im fremden Haus.

Erstaunlicherweise hat Younes nach seiner leichten Adduktorenblessur, die er sich bei seiner Rückkehr ins DFB-Team Ende März zugezogen hat, lediglich einmal (in Dortmund) von Anfang an gespielt. Womöglich verpasst der 28-Jährige dadurch noch die EM. Hütter sagt, er könne es nicht ändern: „Auf individuelle Dinge kann ich keine Rücksicht nehmen. Es geht um den gemeinsamen Erfolg.“

Rubriklistenbild: © Jan Huebner

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