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Könnte gegen die alten Kameraden zum Einsatz kommen: Sebastian Rode, einst zwei Jahre bei Borussia Dortmund am Ball.

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: Endlich mal in Dortmund punkten

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Eintracht Frankfurt kämpft gegen angeschlagene Dortmunder Borussen statistisch auf verlorenem Posten und will genau diese Gunst der Stunde nutzen.

Das letzte Mal, dass Eintracht Frankfurt im meist stimmungsgeladenen Dortmunder Fußballtempel um Punkte gespielt und ein wenig unglücklich 1:3 verloren hatte, im September 2018 war das, trug Sebastian Rode noch das gelbe Dress. An jenem Tag trug er es allerdings nicht, er gehörte seinerzeit nicht zum Kader des BVB. Für den 29 Jahre alten Hessen ist es am heutigen Abend (20.30 Uhr/live Dazn) die erste Rückkehr nach Dortmund, dort, wo er zwischen 2016 und 2018 ganze 14 Mal zum Einsatz kam, die vielen Verletzungen, kleinere wie größere, hatten ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. In Frankfurt, wo er seit dem Winter 2019 spielt, darf der „Seppl“ deutlich häufiger an den Ball, 29 Spiele in der Liga absolvierte der defensive Mittelfeldwühler, dazu 19 Spiele in Europa League und Pokal. Das ist für den ewigen Zweikämpfer eine Menge, von Verletzungen, auch schweren, war er dennoch nicht gefeit, den Knorpelschaden, im Sommer erlitten, hat er erstaunlich schnell auskuriert. Für ihn also bietet die Partie gegen die alten Kameraden einen ganz besonderen Reiz. Einfach, so viel steht fest, wird der Gang ins Westfalenstadion nicht. „Dort“, sagte Adi Hütter bei seiner „ersten Pressekonferenz mit 50“ launig, „hängen die Trauben noch ein bisschen höher.“

Eintracht Frankfurt: Gegner Borussia Dortmund unter Druck

Natürlich kam am Tag vor der Begegnung mit dem Dritten die Frage auf, ob der Zeitpunkt des Gastspiels von Eintracht Frankfurt ein günstiger sei oder nicht. In Dortmund ist nach zwei Niederlagen binnen einer knappen Woche ordentlich Druck auf dem Kessel, die Mannschaft, die Hütter „als eine der besten der Bundesliga“ umschrieb, ist in der Bringschuld, der Trainer Lucien Favre, mal wieder, in der Kritik - all das sind Voraussetzungen, die nicht gerade ideal sind für Eintracht Frankfurt. Oder? Adi Hütter hat da seine eigene Meinung: „Wir kommen aus ihrer Sicht auch nicht gerade perfekt“, sagt der Coach, der sich als nachträgliches Präsent zu seinem 50. Geburtstag natürlich drei Punkte wünscht. „Wir sind 2020 ungeschlagen, wir wollen unseren Lauf fortsetzen.“

Das ist leichter gesagt als getan: Borussia Dortmund ist, aller Krisengerede zum Trotz, weiterhin eine Hausnummer, die eigentlich zu groß ist für Eintracht Frankfurt. Schaut man allein auf die Statistik, kann einem Angst und Bange werden: Seit zehn Jahren hat die Eintracht keinen Sieg mehr beim BVB errungen, die letzten acht Partien im Westfalenstadion gingen allesamt verloren. Schließlich hat Borussia Dortmund in den vergangenen 28 Heimspielen an einem Freitag nicht mehr verloren. Und als ob der vom BVB bevorzugte „Hochgeschwindigkeitsfußball (Hütter) nicht genug wäre, haben die Westdeutschen mit der Verpflichtung von Erling Haaland „ihr Niveau noch einmal angehoben“.

ZUM SPIEL

Dortmund:Bürki – Akanji, Hummels, Zagadou – Hakimi, Can, Witsel, Guerreiro – Hazard, Haaland, Sancho.
Frankfurt:Trapp – Touré, Abraham, Hinteregger, Ndicka - Ilsanker, Rode, Gacinovic – Chandler, Kostic – Silva.
Schiedsrichter:Dankert (Rostock).
Der Eintracht fehlen:Fernandes (Reha nach Sehnenabriss), Torro (Aufbautraining), Russ (Trainingsrückstand).

Auf den Senkrechtstarter, der in seinen vier Einsätzen bislang sieben Tore erzielt hat, will der Fußballlehrer ein besonderes Augenmerk richten, „auf ihn werden wir genauer eingehen“, sagt der Österreicher. Trotzdem wird er den einen oder anderen Schwachpunkt aufseiten der Schwarzgelben schon entdeckt haben: In Dortmund sagen sie es frei heraus: Eine echte Balance zwischen genialem Angriffsfußball und grausiger Abwehrarbeit ist nicht gefunden, der BVB hat bereits 32 Gegentore fressen müssen, allerdings auch die meisten Treffer (59) erzielt. Und die Borussen sollen, wie Sportdirektor Michael Zorc sagte, künftig giftiger und galliger agieren: „Wir führen die Fairplay-Tabelle an. Aber dafür gibt es keine Punkte.“ Weniger Kunst, mehr Zweikämpfe und Stabilität könnte das Motto heißen. Trainer Favre glaubt, diese Defizite in den Griff zu bekommen: „Es braucht einfach Zeit, es wird kommen. Wir müssen unbedingt viel, viel besser machen.“

Hütter hingegen findet nicht, dass man angesichts der Mammutaufgabe von heute Abend vieles anders machen müsste in der täglichen Arbeit. „Wenn es gut läuft, sollte man nicht in Aktionismus verfallen.“ Die Eintracht habe in dieser Woche ganz normal trainiert, man habe den Gegner „analytisch auseinandergenommen“ und auch geübt, „was auf uns zukommen könnte“ – größere Veränderungen freilich hat das Trainerteam in dieser Woche nicht vorgenommen.

Eintracht Frankfurt: Wandel nach der Winterpause

Dass man Borussia Dortmund wenig bis keine Räume geben dürfe, sei allenthalben bekannt, alles andere „wäre fatal“, dass die Hessen das Stadion nicht stürmen werden dürften, auch. Dabei helfe, sagt Hütter, dass „wir jetzt wieder die Mannschaft sind, die ich sehen will.“ Mentalität und unbändiger Wille sind zurückkehrt, es ist, anders als ausgangs der Hinrunde, wieder kein Freude, gegen Eintracht Frankfurt zu spielen, weil „wir eklig sind, schnell umschalten und taktisch diszipliniert stehen.“ Wenn es so sei, „dass uns die Gegner wieder loben, dann weiß ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Personell hat Hütter die Qual der Wahl, bis auf die Langzeitverletzten sind alle Mann an Bord, also auch Stürmer Bas Dost, der die ganze Woche beschwerdefrei trainiert hat. Dennoch gibt es keinen Grund, André Silva aus der Startelf zu verbannen. Vermutlich wird die Eintracht über ein sehr kompaktes Mittelfeld versuchen, die flinken Dortmunder Schönspieler in ihrer Wirkung zu beschneiden, dafür gibt es genügend Optionen, neben Rode noch Stefan Ilsanker, Djibril Sow, Dominik Kohr oder Makoto Hasebe.

Bei allem Selbstvertrauen, das sich Eintracht Frankfurt mit den vier Siegen und dem Remis in diesem Jahr erarbeitet hat, bleibt Trainer Hütter Realist. „Borussia Dortmund möchte eine Reaktion zeigen und muss gewinnen, wenn sie um die Meisterschaft spielen wollen. Wir werden einen überragenden Tag brauchen, um die Statistik der letzten zehn Jahr zu ändern.“

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