Bas Dost von Eintracht Frankfurt lieferte gegen die TSG Hoffenheim eine richtig gute Vorstellung ab.
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Bas Dost von Eintracht Frankfurt lieferte gegen die TSG Hoffenheim eine richtig gute Vorstellung ab.

Einzelkritik

Eintracht Frankfurt: Matchwinner Dost, überraschender Tuta und ein Solo a la Kamada

  • Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt bezwingt die TSG Hoffenheim mit 2:1. Die Spieler in der Einzelkritik.

Frankfurt - Eintracht Frankfurt hat durch eine sehr gute Vorstellung in der zweiten Halbzeit das Spiel gegen die TSG Hoffenheim noch gedreht und am Ende noch 2:1 gewonnen. Wie haben sich die Adler im einzelnen geschlagen? Das verrät unsere Einzelkritik.

Gut dabei

Bas Dost: Mann des Spiels. Brillant, fast genial sein Zuspiel vor dem Ausgleich in den freien Raum, auf solch eine Idee kommen nicht viele. Dabei hätte er selbst abschließen können. Natürlich: Schütze des Siegtreffers (71.) , das war einfach, aber da muss man auch stehen. War bereits seine siebte Torbeteiligung im neunten Spiel. Auch zuvor schon richtig gut in der Partie. Ist endlich fit, das merkt man mit jeder Aktion. Kein Vergleich zur letzten Saison.

Daichi Kamada: Ganz starke Partie, auch schon in der ersten, schwächeren Halbzeit der Frankfurter. Stocherte hauchzart vor Hinteregger die Kugel über die Linie (54.), bereitete den Siegtreffer unnachahmlich vor, sein Solo hatte schon wieder Tor-des-Monats-Qualität. Zudem: Gewann 70 Prozent seiner Zweikämpfe, auch defensiv enorm stark, haute sich rein. Das sieht man bei einem Kreativen selten. 

Steven Zuber: Matte erste Halbzeit, da war der Schweizer überhaupt nicht auf dem Platz. Kam wie verwandelt zurück ins Spiel. Auf einmal blühte er auf, spielfreudig, clever, mit gutem Auge. Und einer prima Vorbereitung zum 1:1, seine feine Flanke stürzte die komplette Hoffenheimer Hintermannschaft in Verlegenheit. Danach zeigte er gegen die alten Kameraden, dass er eine echte Verstärkung für die neuen werden kann. 

Almamy Touré: Gehörte schon in den ersten 45 Minuten zu den wenigen Aktivposten. Wurde im zweiten Abschnitt, wie alle, noch stärker. Klasse Ballbehandlung, mutig im Spiel nach vorne, immer dabei, wenn es gefährlich wurde, gute Flanken. Leider wurde ihm ein Tor zum 3:1 geklaut – vom eigenen Stürmer André Silva. Das wäre die Krönung gewesen. Trotzdem: Ein, zwei kleine Leichtsinnsfehler streute er wieder ein. Schwamm drüber.

Makoto Hasebe: Der alte Mann kochte sie alle mal wieder ab. Sehr souveräne Vorstellung, immer da, wo er zu stehen hatte. Musste häufig in Zweikämpfe, auch gegen Andrej Kramaric, auch die bestand er. Reife, abgezockte Leistung.

Eintracht Frankfurt gewinnt gegen die TSG Hoffenheim – Stefan Ilsanker gibt nie auf

Ganz ok

Stefan Ilsanker: Stopfte Löcher, lief Räume zu, blieb unangenehm. Das ist seine Aufgabe, für den Spielaufbau ist er nicht der richtige Mann. Hat aber ein großes Kämpferherz, warf sich zum Schluss mit allem, was er hat, in viele Bälle, verteidigte den knappen Sieg. Gab nie auf. Das will man sehen.

Kevin Trapp: Eigentlich ein halbwegs geruhsamer Nachmittag, Beim abgefälschten Sonntagsschuss in den Winkel von Kramaric (18.) ohne Chance, ansonsten souverän und ruhig. Blieb einmal gegen den Kroaten lange stehen, erledigte meist Routinearbeiten. Das aber gut.

Sebastian Rode: Unglückliche erste Hälfte. Da gelang dem Dauerläufer wenig, kam oft einen Ticken zu spät, seine Pässe fanden kaum den Adressaten. Dafür drehte er danach immens auf: Drehte mächtig am Schwungrad, nimmermüd unterwegs, kaufte den Hoffenheimern den Schneid ab. So will man den Seppl sehn.

David Abraham: Solide Vorstellung. Hatte Pech, dass er den Schuss von Kramaric unabsichtlich noch schärfer machte als er ohnehin war. Musste nach einer Stunde vom Platz: Oberschenkel-Probleme. Die Länderspiel-Pause wird ihm gut tun.

Tuta: Ersetzte den Kapitän und gab ein prima Debüt. War sofort drin im Spiel, spielte wie ein Alter, abgeklärt, unerschrocken, fegte dazwischen. Dabei wogte die Partie gerade hin und her, stand auf des Messers Schneide. Die Hoffenheimer warfen stürmend alles nach vorne, was den jungen Brasilianer aber nicht beeindruckte. Heimste Lob von Trainer Adi Hütter und von Kevin Trapp ein: Er stehe vor einer „Riesen Zukunft“, sagte der Ballfänger. Auch weil er im Training „immer zuhört“ und lernen will. 

Eintracht Frankfurt: Ache, Barkok und Chandler kommen zu spät gegen die TSG Hoffenheim

So lala

André Silva: Hatte anfangs seine Szenen, versuchte es vergeblich mit der Hacke, mit dem Kopf. Mühte sich, aber dieses Mal ohne Fortune. Legte vor dem 2:1 im Liegen gedankenschnell den Ball auf Dost quer, das war klasse. Weniger Klasse war, dass er, im Abseits stehend, Touré ein Tor wegnahm. Hatte zum Glück keine Folgen. 

Martin Hinteregger: Seltsame Partie des eigentlich so Zuverlässigen. Pomadig, phlegmatisch in der ersten Halbzeit, ohne echte Spannung. Er wirkte fast schlapp. Verlor vor dem 0:1 den entscheidenden Zweikampf. Steigerte sich nach der Pause, wie alle Eintrachtler. Klärte einmal kurz vor der Linie. Das war definitiv eines seiner schwächeren Spiele. Es sei ihm zugestanden, zumal bei einem Sieg.   

Schwächelnd

Kein Eintrag

Zu spät gekommen

Ragnar Ache, Aymen Barkok, Timothy Chandler. (Von Thomas Kilchenstein)

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