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Am Ende seiner Kräfte: Eintracht-Immerspieler Danny da Costa.

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Ende mit Schrecken für die Eintracht?

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Eintracht Frankfurt könnte am Ende der Saison mit fast leeren Händen dastehen. Das wäre wirklich schade. Ein Kommentar.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Seit dem Erfolg auf Schalke vor mehr als einem Monat hat Eintracht Frankfurt keinen Sieg in der Bundesliga mehr einfahren können. Auf den etwas glücklichen Dreier bei den Königsblauen folgte die Heimniederlage gegen Augsburg, das unglückliche Unentschieden in Wolfsburg, das tor- und trostlose 0:0 zuhause gegen die Hertha, die böse Klatsche in Leverkusen und nunmehr die Pleite gegen den Nachbarn FSV Mainz 05. Zwei Punkte aus fünf Partien sind, wie sich jetzt zeigt, auch dann zu wenig, wenn man sich vorher etwas Speck auf die Rippen gepackt hatte. Aber nicht nur die Ergebnisse stimmen nicht mehr, auch die spielerische Komponente kam in diesen Spielen zu kurz. Drei Tore in diesen Partien sprechen auch nicht gerade für eine Spitzenmannschaft.

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Der Euphorie in Frankfurt hatte dies bislang keinen Abbruch getan. In der Europa League kam man immerhin bis ins Halbfinale, das bei Chelsea erst im Elfmeterschießen das Ende für die Eintracht brachte. In den Spielen gegen die Londoner und gegen Lissabon sah man eine andere Mannschaft von Adi Hütter, eine, die mit dem Gegner mithalten konnte, eine, die begeisterte, nicht nur die Fans in der Region, nein, ganz Fußballdeutschland fieberte mit den Hessen.

Eintracht Frankfurt vor dem schweren Spiel bei Bayern München

Jetzt aber droht der Traum von einer Wiederholung der Europareise auch in der kommenden Saison für Eintracht Frankfurt zu platzen. Nur einen Punkt hätte man gegen die soliden, aber keineswegs überragenden Mainzer vor eigenem Publikum gebraucht, um zumindest die Teilnahme an der Europa League sicher zu haben. Es kam anders. Und auch wenn man seitens der Verantwortlichen jetzt auf die letzte Partie in München und die Ergebnisse der anderen Partien setzt – so wirklich dran glauben werden sie nicht mehr in Frankfurt. Immerhin geht es für die Mannschaft des Ex-Trainers Niko Kovac auch noch um eine Kleinigkeit. Für ihn vielleicht sogar um den Job. Leichter als gegen Mainz wird das nicht, selbst wenn jetzt ein paar Tage Erholung auf dem Programm stehen. Möglich ist ein weiteres Wunder natürlich noch immer.

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Adi Hütter hat im Grunde mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie seine Vorgänger. Ausfälle im Kader kann er nicht adäquat ersetzen, er greift auf einen Stamm von 14, 15 Spielern zurück. Da ist es nur logisch, wenn gegen Ende der Saison die Frische fehlt. Nicht nur die in den Knochen, auch die in den Köpfen. Selbst die Fans wirken am Ende dieser langen Spielzeit irgendwie erschöpft, stehen aber nach wie vor in einzigartiger Art und Weise hinter der Mannschaft.

Trotzdem könnte man am Ende einer für Anhänger und Verein überragenden Saison mit leeren Händen dastehen. Fast schon tragisch, wenn man bedenkt, welche Entwicklung Eintracht Frankfurt in der jüngeren Vergangenheit durchlebt hat, welchen Ruf man sich in der Bundesliga und in Europa erspielte. Verein und Anhänger gleichermaßen. Irgendwie hätte man am Main mehr verdient als nur einen Platz im Nirgendwo.

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