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Frankfurts Trainer Adi Hütter hat Respekt vor dem nächsten Gegner Hoffenheim.

Eintracht Frankfurt - TSG Hoffenheim

Eine große Portion Selbstvertrauen

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Eintracht Frankfurt hat Respekt vor Hoffenheim – aber das gilt umgekehrt genauso.

Irgendwann schwirrte natürlich die unvermeidbare Frage nach der Königsklasse durch den Raum. Gefühlt sei die Chance, an die richtig fetten Fleischtöpfe der Champions League heranzukommen, ja schon seit einer Ewigkeit nicht mehr so groß gewesen, oder Adi Hütter? Der Eintracht-Trainer, zweifelsfrei ein ruhiger und geduldiger Mensch, wiederholte zunächst einmal den von ihm schon einmal angeführten Fakt, nämlich jenen, dass die Frankfurter vor Jahresfrist zwei Punkte mehr hatten und auf Rang drei lagen. „Es ist ja nicht so, dass die Eintracht jetzt das erste Mal vorne dabei ist. Da hat man auch schon träumen dürfen.“

Und schließlich ordnete der 49-Jährige das bisherige Abschneiden und die Perspektive betont nüchtern ein. „Man sollte sich immer hohe Ziele setzen, und die Chance ist da. Und wenn Sie mich fragen, wollen Sie das? Dann antworte ich: Ja, natürlich will ich das.“ Aber man müsse ja auch sehen mit welch Konkurrenz sich die Eintracht herumplagen müsse, zudem liegt sie noch fünf Punkte hinter Platz vier. Doch dem Fußballlehrer geht es ohnehin um etwas ganz anderes: „Ich will in jedem Spiel sehen, dass wir es gewinnen wollen, und nicht hinterher sagen, da war es vielleicht ein bisschen zu wenig.“ Zu welcher Platzierung das letztlich reiche, wisse er, Hütter, nicht. „Aber diese Einstellung ist mir wichtig.“

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Am Samstag um 15.30 Uhr wird die Eintracht eine harte Nuss zu knacken haben, die TSG 1899 Hoffenheim kommt in den Stadtwald. Drei Pünktchen liegen die Hessen vor den Kraichgauern, das ist eine ziemliche Winzigkeit, andererseits könnte der Vorsprung mit einem Sieg auf sechs Zähler anwachsen, das wäre dann schon ein ordentlicher Puffer zur Absicherung nach hinten. Hütter erwartet ein Duell auf Augenhöhe von zwei Mannschaften, die „die Offensive lieben“, weshalb die Partie sicher „nicht langweilig“ werde. Nach acht Partien ohne Niederlage hat die Eintracht einen nochmaligen Zuwachs an Selbstvertrauen zu verzeichnen, „die Mannschaft ist sattelfest“, befand Hütter. „Es warten reizvolle Aufgaben auf uns, ich habe das Gefühl, dass wir parat sind für diese Spiele.“

„Kein Rumgebolze“

Der Fußballlehrer macht das an einigen Kleinigkeiten fest: So seien seine Spieler nach den zwei freien Tagen zu Wochenbeginn, „die uns gut getan haben“, hochmotiviert zum ersten Training erschienen. „Sie haben sich darauf gefreut.“ Für Hütter ein untrügliches Zeichen, dass vieles aufs rechte Gleis gesetzt ist.

Adi Hütter achtet sehr genau auf das Verhalten des Ensembles. „Wenn hier einige Spieler einzelnd unterwegs wären, wenn der Egoismus zu groß wäre und die Mannschaft auf der Strecke bleiben würde, dann würde ich eingreifen“, führte er aus und fügte zufrieden an: „Aber das stelle ich nicht fest.“

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Seine Spieler gingen auch mit Enttäuschungen professionell um, schließlich wird der Coach heute gleich einige von ihnen auf die Tribüne setzen müssen, die das eher nicht so gewohnt sind. Für den Trainer ein undankbarer Job. „Das mache ich nicht gerne, das gehört zu den unangenehmsten Sachen, aber zum Geschäft eben dazu.“

Mit verdienten Akteuren suche er aber auf alle Fälle das Gespräch. So erklärte er David Abraham in Hannover, weshalb dieser nicht spiele würde. „Er hat verstanden, dass er nach dem intensiven Spiel gegen Donezk eine Pause bekommt. Es gehört mal dazu, auf der Bank zu sitzen – auch als Kapitän.“ Diesmal dürfte der schnelle Verteidiger in die Anfangself zurückkehren.

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Hütter hat Respekt vor den Hoffenheimern – aber umgekehrt ist das ganz genauso. TSG-Trainer Julian Nagelsmann hob vor dem Duell zu einer wahren Eloge auf die Eintracht an. „Es ist eine Mannschaft mit sehr viel Herz, die aggressiv die eigene Hälfte verteidigt und viele intensive Läufe absolviert“, sagte er und pinselte weiter eifrig Honig ums Maul. Die Frankfurter agierten mit „vielen tiefen Bällen und klaren Strukturen“. Ergo: „Das ist nicht nur ein Rumgebolze, das machen sie sehr gut und das ist schwer zu verteidigen.“ Der Hoffenheimer Coach lobte zudem die Personalpolitik: „Sie holen viele Spieler, die man nicht auf dem Zettel hatte, die sich aber super entwickeln; Spieler, die keinen stabilen Karriereverlauf hatten, Ante Rebic zum Beispiel.“

Hinzu kommen „einige richtig abgezockte Spieler wie Makoto Hasebe oder Sebastian Rode, der schon extrem viel erlebt hat und eine Phase hatte, die unbefriedigend war.“ Die für viele erstaunliche Entwicklung der Hessen „überrascht mich nicht“, bedeutete er. Die Punkte, so war noch zu erfahren, will er aber doch nicht kampflos hergeben, der nette Herr Nagelsmann.

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