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Muss viel erklären: Eintracht-Trainer Oliver Glasner. imago images
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Muss viel erklären: Eintracht-Trainer Oliver Glasner. imago images

SGE

Eintracht Frankfurt: Ein Neuanfang mit Tücken

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt muss viele Spieler integrieren, hat aber kaum Gelegenheit zum Einspielen.

Frankfurt am Main - In Frankfurt sind sie gottfroh, dass dieser vermaledeite 31. August endlich vorbei ist, ein Datum, das nicht nur das Ende des Sommers und der Wechselmöglichkeit bedeutete, sondern Eintracht Frankfurt die Chance bietet, einen Schlussstrich zu ziehen. Einen Schlussstrich unter eine eigentlich gelungene Saison, die am Ende getrübt wurde durch das selbst verschuldete Verpassen der Champions League. Und damit sind eine Menge ganz persönlicher Träume geplatzt. So mancher bei den Hessen hat sich schon bei einem großen Klub gesehen, bei einigen hat es im Kopf ordentlich gerattert, doch spätestens mit dem 1. September ist allen deutlich geworden: Ein Angebot kommt nicht mehr, auch die Champions League kommt nicht mehr, Hoffnungen blieben unerfüllt. „Also lasst uns einen Haken daran machen“, sagt Trainer Oliver Glasner. Gegenwart und nähere Zukunft heißt Eintracht Frankfurt, es gibt kein Wolkenkuckucksheim, das ist jetzt klar.

Eintracht Frankurt: Sportvorstand Krösche kann nicht aus dem Vollen schöpfen

Im Kern beginnt für die Hessen die Saison jetzt erst richtig, am 12. September mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Inzwischen ist der Kader komplett, sogar mehr als komplett, gut 30 Mann (mit allen Jungprofis) tummeln sich auf dem Trainingsplatz, sofern alle dabei sind, fast drei Mannschaften. Zufrieden ist der Fußballlehrer mit seinem Personal, sagt er, alle Positionen sind doppelt besetzt, unterschiedliche Spielertypen darunter, „spielerisch und menschlich“ sei der Kader „top zusammengestellt“, lobt Glasner dieser Tage Sportvorstand Markus Krösche, der ja nicht „jeden Tag einen anderen Safe aufmachen“ konnte und mit bescheideneren Mitteln als etwa ihrer beider Ex-Klubs wirtschaften muss. „Wenn wir es einfach haben wollten, wäre Markus in Leipzig und ich in Wolfsburg geblieben“, sagt Glasner.

Einfach wird für den 47 Jahre alten Österreicher auch der nun ausgerufene Neustart in Frankfurt nicht. Zwar ist der Kader beisammen, doch eine einheitliche Vorbereitung war nicht möglich, vermutlich sind auch nicht alle Spieler auf dem gleichen Fitnesslevel, weil sie erst später zur Mannschaft dazustießen. Streng genommen haben gerade mal acht Profis die komplette Vorbereitung seit dem Trainingsstart am 1. Juli mitgemacht: Hasebe, da Costa, Lenz, Durm, Chandler, Kostic, Blanco und Paciencia.

Eintracht Frankurt: Zerstückelte Vorbereitung

Erst später kamen die übrigen Profis dazu, etwa Nationalspieler, die entweder bei der Europameisterschaft im Einsatz waren (Trapp, Sow, Zuber, Ilsanker, Hinteregger) oder bei Olympia (Ache) oder noch Testspiele zu absolvieren hatten (Kamada, Ndicka, Barkok, Hrustic, der zudem wegen Corona pausieren musste). Umso erstaunlicher findet Glasner, dass etwa Djibril Sow, der wegen des guten Abschneidens der Schweiz nur eine kurze Vorbereitungsphase hatte, derzeit „überragend“ spiele. Dann fehlten Spieler wegen Verletzungen (Rode, Touré), schließlich trudelten die Neuzugänge erst peu à peu ein (Lindström, Hauge, Borré, Jakic, Lammers).

Und wegen dieser gestückelten Vorbereitung muss sich das Team noch finden, muss sich aneinander gewöhnen und einspielen. Im Verständnis untereinander hakt es noch. „Ich muss Lösungen finden“, sagt Glasner. Doch Laufwege und Automatismen spielen sich nicht so leicht ein, intensives Training wäre da nützlich, doch auch das ist momentan, da 13 Akteure wegen Länderspielverpflichtungen auf Reisen sind, nicht möglich. Kristijan Jakic und Sam Lammers, erst kürzlich gekommen, werden ihre letzten neuen Kollegen das erste Mal Ende nächster Woche kennenlernen. Beide sollen das Team aber deutlich verstärken, und zwar gleich.

Eintracht-Trainer Oliver Glasner: Dickes Lob für Lammers

„Und eigentlich wollte ich Borré mit Lammers zusammenspannen“, erläutert Oliver Glasner, doch der Kolumbianer wird frühestens am nächsten Samstag, einen Tag vor dem Stuttgart-Spiel, von seiner halben Weltreise zurückerwartet. Gerade auf den stürmischen Niederländer Lammers hält der Trainer große Stücke, er sei „ein feiner, intelligenter Fußballer“, einer, der zwar 1,90 Meter misst, aber Fußball spielen kann und „beidfüßig abschließt, er sei einer, der „sich klug bewegt und Räume für die anderen schafft“, lobt der 47-Jährige. Lammers sei ein „Zielspieler, der Bälle sichert und sich am Spiel beteiligt“. Es wird, ahnt Glasner, anfangs trotzdem „Abstimmungsprobleme“ geben.

Und es wird ja auch nicht besser: Nach dem vierten Bundesligaspieltag beginnen die europäischen Wochen für die Eintracht, mit teils drei Spielen pro Woche und vielen Sonntagsansetzungen. Ein geregeltes Training, in dem sich Strukturen erarbeiten lassen, ist kaum möglich. „Das ist mein Job, wir sind da gefordert, das zu schaffen“, sagt Glasner lapidar. Dass es eine gewaltige Herausforderung wird, ist ihm bewusst, hadern kommt für ihn dennoch nicht in Frage: „Damit beschäftige ich mich nicht, das führt nur zu Frustration und Unzufriedenheit.“ (Thomas Kilchenstein)

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