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Fredi Bobic (ganz rechts): Manager des Jahres.

„11 Freunde“-Meisterfeier

Ganz viel Eintracht Frankfurt bei den 11 Freunden

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Fredi Bobic wird zum zweiten Mal in Folge „Manager des Jahres“, Luka Jovic „Spieler des Jahres“.

Fredi Bobic zog, seinen Medienberater Bernhard Schmittenbecher im Schlepptau, gleich mit zwei gläsernen Trophäen unter Arm ab aus der Eventlocation Flora in Köln. Der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt war am Freitagabend bei der „Meisterfeier“ des Magazins „11 Freunde“ zum zweiten Mal in Folge zum Manager des Jahres gewählt worden. Ausdruck der hohen Wertschätzung für die Arbeit des 47-Jährigen, der aus einer vormals recht grauen Eintracht eine rot-schwarz-weiße Macht geformt hat.

Und so hatte Bobic irgendwie auch die zweite Stele verdient, die er in den warmen Kölner Nachthimmel davontrug. Denn Torjäger Luka Jovic war von der Jury, der unter anderem auch Bundestrainer Joachim Löw angehört, zum besten Spieler der abgelaufenen Saison gewählt worden. Und ohne Fredi Bobic, so viel darf dringend vermutet werden, hätte der inzwischen für 70 Millionen Euro zu Real Madrid gewechselte Serben nie das Hemd der Eintracht getragen. Jovic konnte in Köln nicht anwesend sein, weil er bei seinem neuen Arbeitgeber unabkömmlich war.

Eintracht Frankfurt: Erfolg dank Bobic

„11-Freunde“-Chefredakteur Philipp Köster lobte in seiner Laudatio auf Bobic dessen nüchternen Pragmatismus, die „Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen“ und malte dem Titelverteidiger schon mal dessen Zukunft aus: Dass die Eintracht sich „planmäßig an sich selbst berauscht“, sei vor allem Bobic zu verdanken. „Der Weg wird ihn über Frankfurt hinausführen. Ich bin sicher, dass ein großer Klub anklopfen und Fredi Bobic weiterziehen wird.“ Der Belobigte nahm die Auszeichnung mitsamt dem geballten Lob mit seinem typischen Fredi-Bobic-Lächeln an und wurde reichlich mit Beifall bedient.

Den erhielt auch der Düsseldorfer Chefcoach Friedhelm Funkel als „Trainer des Jahres“. Der 65-Jährige war eigens ein paar Stunden eher aus dem Trainingslager aus Salzburg nach Köln geflogen gekommen, um den Preis vor Ort annehmen zu können. So kam Funkel auch in den Genuss, von einem weiteren alten Fahrensmann, dem noch fünf Jahre älteren Heribert Bruchhagen, eine besonders launige Laudatio zu hören zu bekommen.

Friedhelm Funkel und Heribert Bruchhagen im verbalen Schlagabtausch 

Auch hier kam dann wieder viel Eintracht Frankfurt von der Bühne, denn natürlich erinnerte sich der ehemalige Eintracht-Boss Bruchhagen vor allem an fünf gemeinsame Jahre im Waldstadion und daran, wie Funkel junge Spieler wie „Patrick Ochs, Aex Meier oder Marco Russ“ zu Spitzenkräften geformt habe. „Du kannst stolz auf deine Lebensleistung sein“, schloss Bruchhagen, nicht ohne die Anerkennung mit der ihm eigenen Nüchternheit zu verbinden: „Die glauben doch in Düsseldorf nicht ernsthaft, dass die Fortuna ein fester Bestandteil der Bundesliga bleiben wird.“ Funkel entgegnete launig, Bruchhagen habe es ihm ja noch nicht einmal zugetraut, den vergangenen Herbst noch als Cheftrainer der Fortuna erleben zu dürfen: „Da hat der Heribert sich getäuscht.“

Nachdenkliche Töne von Stefan Reinartz

In seine Laudatio für den abwesenden Jovic hatte zuvor der ehemalige Frankfurter Profi Stefan Reinartz nachdenkliche Töne eingebaut. Der 30-Jährige, der seine Profikarriere bereits vor drei Jahren bei der Eintracht beendet hatte, erzählte aus dem Leben des Stürmers. Jovic sei im Sommer 2016 als 18-jähriger Teenager gegen seinen Willen von Roter Stern Belgrad zu Benfica Lissabon transferiert worden. „Er hat die ersten drei Tage nur geweint.“ Reinartz, der das gnadenlose Profibusiness schon immer mit einem etwas anderen, hintergründigeren Blick verfolgt hat, fragte die rund 400 geladenen Gäste: „Wie viele 18-Jährige müssen ihren Lebenslauf aufs Spiel setzen, damit einer mal den Weg von Luka Jovic geht?“

Weitere Preise erhielten Manuel Gräfe als „Schiedsrichter des Jahres“, Max Kruse als „Typ des Jahres“ und Jadon Sancho als „Newcomer des Jahres“. Der Offensivspieler von Borussia Dortmund hatte sich allerdings kurzfristig „aus Krankheitsgründen“ abgemeldet. Kruse, gerade von Werder Bremen zu Fenerbahce Istanbul gewechselt, nahm den Preis persönlich entgegen und berichtete, er hätte auch zum FC Liverpool wechseln können.

(Jan-Christian Müller)

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