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Immer nah am Mann: Dominik Kohr.

Dominik Kohr

Dominik Kohr: Ein Mann für und gegen Kai Havertz

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Eintracht Frankfurts Dominik Kohr könnte gegen Leverkusen eine zentrale Rolle spielen.

Wenn Dominik Kohr Trainer von Eintracht Frankfurt wäre und er die Mannschaft auf den nächsten Bundesligagegner, Bayer Leverkusen, vorbereiten müsste, hätte er für einen Spieler eine ganz spezielle Aufgabe. Dieser Spieler müsste ordentlich dazwischen fegen können, eine zuweilen rustikale Spielweise an den Tag legen, eine Spielweise, die den Hessen manchmal guttut, selbst wenn dieser Spieler, etwa in der Europa League, ein klein wenig übers Ziel hinausgeschossen und vom Platz gestellt worden war. Dieser Spieler wäre - Dominik Kohr.

Und die spezielle Aufgabe: Kai Havertz ausschalten, das größte Versprechen im deutschen Fußball, „ein Ausnahmetalent“, wie Kohr voller Hochachtung sagt. Ganz aus dem Spiel kann man einen solch guten Fußballer natürlich nicht nehmen, aber „im Spiel muss man ihn aggressiv bearbeiten“, sagt Kohr. Und diese Arbeitsplatzbeschreibung passt genau auf den defensiven Frankfurter Mittelfeldspieler, genannt Hard-Kohr, er würde sich diesen Job zutrauen. „Am liebsten“, sagte Kohr am gestrigen Montag nach der ersten Trainingseinheit der Woche, „würde ich das machen.“

Eintracht Frankfurt gegen Leverkusen vor einer wichtigen Partie

Am allerliebsten wäre es Kohr aber, er würde zur Startelf gehören, egal mit welcher Maßgabe ihn Trainer Adi Hütter auf das Feld schickt. Denn für den Mann aus Trier ist die Partie am Freitagabend eine ganz besondere, „das wird ein emotionales Spiel für mich“, sagt er, und er meint damit nicht, dass es für Eintracht Frankfurt gegen den Tabellensiebten (14 Punkte) schon eine wegweisende Partie ist. Dominik Kohr, 25, spielte seit seinem 14. Lebensjahr bei Bayer Leverkusen, er durchlief die komplette Jugendabteilung der Werkself, lebte anfangs bei Pflegeeltern und fühlte sich im Klub schnell heimisch. Den Sprung in die erste Mannschaft schaffte er, ehe er sich an den FC Augsburg ausleihen ließ. In Leverkusen gehörte er lange zur Stammformation - bis Trainer Peter Bosz kam und Kohr seinen Platz im Team verlor. In der Rückrunde spielte er nur noch minutenweise, wenn überhaupt, auch beim blamablen 1:6 der Hessen unterm Bayer-Kreuz im Mai saß er lediglich auf der Ersatzbank. Im Sommer wechselte er für erstaunliche neun Millionen Euro zur Eintracht.

Hat er also noch eine Rechnung offen mit Bayer, mit Peter Bosz? Nein, sagt der 25-Jährige, so gehe er nicht in ein Spiel. Da sei die Gefahr, „zu überpacen sehr hoch“. Viel mehr freue er sich auf das Spiel, das Treffen mit alten Weggefährten, etwa dem auch in Frankfurt weiterhin angesehenen Torwart Lukas Hradecky. Er habe auch kein Problem mit dem Trainer Bosz, „wir hatten persönlich kein schlechtes Verhältnis“. Der Fußballlehrer hat Kohr halt einfach nur nicht aufgestellt. „Er hat seine Philosophie, er hatte seine Mannschaft“, und der spielerisch verbesserungswürdige Mittelfeldrenner gehörte nicht dazu.

Eintracht Frankfurt hofft auf Bas Dost

In Frankfurt ist Dominik Kohr, Sohn des früheren Lauterer Torjägers Harald Kohr, deutlich öfter am Ball als zuletzt in Leverkusen. Von 16 Pflichtspielen hat er 13 absolviert, einmal, bei Vitoria Guimaraes, fehlte er wegen der Gelb-Roten Karte. „Ich habe meine Spiele gemacht“, er ist zufrieden, „in Frankfurt“, sagt er, „fühle ich mich pudelwohl“. GegenLeverkusen am Freitag empfiehlt der Bayer-Intimus ein intensives Mittelfeldpressing und eine gewisse Aggressivität, gut wäre auch, in Führung zu gehen. Andererseits dürfe man gegen diese sehr ballsichere, flinke Bayer-Elf „nicht zu viel Risiko gehen“. Denn bei einer Niederlage könne der Abstand zu den vorderen Plätzen groß werden. Und genau dort will Dominik Kohr hin: „Wir wollen wieder international spielen, wir wollen oben bleiben.“

Ob Stürmer Bas Dost Kohr dabei helfen kann, ist noch ungewiss. Der Niederländer laboriert noch immer an muskulären Problemen, wegen denen er bereits die Partie vor zehn Tagen gegen Werder Bremen verpasst hatte. Am Montag konnte der Angreifer nur ein individuelles Programm mit dem neuen Athletiktrainer Andreas Biritz absolvieren. „Wenn er diese Belastung ohne Probleme verkraftet hat, wird er am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen“, sagte Trainer Hütter. Die Wucht von Dost könnten die Hessen schon gebrauchen.

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