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Eintracht ist die „Mannschaft des Jahres“

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Von: Ingo Durstewitz

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Eine magische Nacht: Eintracht Frankfurt gewinnt in Sevilla die Europa League.
Eine magische Nacht: Eintracht Frankfurt gewinnt in Sevilla die Europa League. © Imago

Ein würdiger Champion: Eintracht Frankfurt hat sich die Auszeichnung zur „Mannschaft des Jahres“ verdient.

Frankfurt – Da standen sie, Arm in Arm, das gesamte Team, aneinandergereiht wie eine Perlenschnur, das Eintracht-Ensemble, das so eine wundersame Reise hinter sich gebracht hatte. Das den ruhmreichen FC Barcelona im legendären Camp Nou mit Hilfe von 30.000 frenetischen Frankfurter Fans im Rücken gedemütigt und danach West Ham einfach weggeräumt hatte. Und dann, 18. Mai, kurz vor Mitternacht im Glutofen von Sevilla, das Traumziel, im großen Finale gegen Glasgow Rangers, Elfmeterschießen. Mehr geht nicht.

Da standen sie also, gebannt, geladen, aber einer konnte nicht hinschauen, der Edeljoker, Goncalo Paciencia blickte auf die Tribüne, ins Nirgendwo, elektrisiert, aber mit dem Rücken zu dem, was mit Showdown nur unzureichend beschrieben ist. Paciencia, in Celta de Vigo mittlerweile, aber im Herzen immer noch Frankfurter, sah nicht, wie er anlief, Rafael Santos Borré, der Eisengel aus Kolumbien, Nerven wie Stahl, vier, fünf Schritte, und dann rein damit, oben links in den Winkel. Aus, Ende, Europapokalsieg. Nach 42 Jahren. Der Rest? Ekstase pur.

Die Nacht von Sevilla: Helden wurden geboren

In dieser spanischen Nacht wurden Helden geboren, Helden für die Ewigkeit, und es war tatsächlich so, wie Vereinspräsident Peter Fischer gewohnt emotional fabulierte: „Das ist der größte Moment der Vereinsgeschichte. Da laufen einem die Tränen.“ Diese Nacht von Sevilla wird diese Gemeinschaft für immer verbinden. Diese Nacht hat die Spieler unsterblich gemacht und ein starkes Band zwischen ihnen geflochten. Genau deshalb ist Eintracht Frankfurt am Sonntag in Baden-Baden mit 975 Stimmen der mehr als 3000 Journalisten:innen zur Mannschaft des Jahres gewählt worden. Vor der 100-Meter-Staffel der Frauen (895) und den deutschen Fußball-Nationalspielerinnen (828). Es ist eine große Ehre, seit 1957 hatten erst fünf Bundesligisten diesen Preis erhalten.

Die Eintracht hat ihn sich verdient, sie hat Europa gerockt und sich Sympathien auf dem alten Kontinent erspielt, sie hat mit bescheidenen Mitteln gegen das Establishment rebelliert, eine romantische, märchenhafte Geschichte geschrieben. „Es ist ein großartiger Erfolg für den deutschen Fußball, den Eintracht Frankfurt herausragend vertreten hat“, jubilierte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Heute hat er andere Sorgen.

Die Hessen haben Grenzen verschoben, mit ihrer Art, Fußball zu spielen. Ihre Leidensfähigkeit macht diese Mannschaft so besonders, ihre Aufopferung hat sie die Herzen der Menschen im Sturm erobern lassen. Hut ab, Eintracht Frankfurt. (Ingo Durstewitz)

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