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Amin Younes von Eintracht Frankfurt.
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Amin Younes von Eintracht Frankfurt.

SGE

Amin Younes soll Eintracht Frankfurt verlassen – es gibt Optionen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht-Trainer Oliver Glasner bringt neue Ideen ein, was für manch gestandenen Profi negative Auswirkungen hat.

Frankfurt - Es hat nicht so furchtbar lange gedauert, ehe Trainer Oliver Glasner bei seinem neuen Arbeitgeber Eintracht Frankfurt ziemlich viel durcheinander gewirbelt hat. Zum Teil unfreiwillig (verkaufte, streikende oder verletzte Spieler), zum Teil bewusst. Der 47-Jährige hat Personal ausgetauscht, die Offensive neu bestückt und auch das System verändert. Die lange Jahre erfolgreich praktizierte Dreierkette ist eingemottet, weil ein Viererriegel mehr Stabilität und Klarheit in den Abläufen bringe. Für einige Spieler bringen die neuen Ideen einschneidende Veränderungen mit sich, weil sie aktuell nicht mehr in dem Maße gefragt sind wie zuvor. Es gibt im gesamten Umwälzungsprozess ein paar Verlierer.

Das fängt beim ältesten aller Bundesligaakteure an. Makoto Hasebe, bald 38, ist seinen Platz im Team los, zuletzt saß er zweimal auf der Bank. Er ist Opfer der Viererkette, der Japaner kann zwar auch im Mittelfeld agieren, aber dort sieht Coach Glasner eher schnellere, aggressivere und vor allem jüngere Spieler. Sein idealer Part ist der mittlere der Dreierkette – der ist jedoch momentan nicht gefragt. Für Hasebe ist die Nichtberücksichtigung zwar kein großes Problem, aber er ist ehrgeizig genug, seine Rolle auch nicht total dufte zu finden. Dafür hätte er nicht noch ein Jahr dranhängen müssen.

Eintracht Frankfurt: Oliver Glasner lobt Makoto Hasebe

Glasner lobt, wie jeder andere auch, die Charakterstärke, die Vorbildfunktion und die tadellose Berufseinstellung des Japaners. Trotzdem sitzt der alte Hase, der die Vorbereitung komplett absolviert hat und in guter Form war, draußen.

Schlecht in Form: Tuta

In Bielefeld ist der Altmeister trotz Drangphase der Arminen nicht mal eingewechselt worden. Stattdessen kam Aymen Barkok. Das konnte nicht jeder verstehen. Glasner begründet den Wechsel mit seiner generellen Einstellung zum Spielertausch bei eigener Führung und Druckperiode des Gegners. Irgendwann habe er sich nämlich gesagt: „Wenn wir vorne sind, wechsele ich niemals defensiv.“ Auch Trainerlegende Ernst Happel sei nach diesem Motto verfahren. „Er hat gesagt: Was, wir sind unter Druck? Dann bringe ich einen Stürmer.“ Immer geht der Plan, siehe spätes Ausgleichstor in Bielefeld, freilich nicht auf.

Eintracht Frankfurt: Aymen Barkok evakuiert

Der auf der Alm eingewechselte Barkok brachte übrigens kein Bein auf den Boden. Trainer Glasner hat schon früh seine eigene Erfahrung mit dem 23-Jährigen gemacht. Im Training gehört der Edeltechniker stets zu den besten Akteuren, kaum zu stoppen, voller Witz und Power, im Spiel setzt er es aber nicht annähernd um. Daran sind schon andere Trainer vor Glasner verzweifelt. Barkok, der am Montag mit der Nationalmannschaft eigentlich in Guinea hätte antreten sollen, ist zurzeit übrigens wieder in seiner marokkanischen Heimat. Das WM-Quali-Spiel ist wegen eines Putschversuchs in der guineischen Hauptstadt Conakry abgesagt, das Team Marokko evakuiert worden. In Frankfurt ist Trainingsweltmeister Barkok erst einmal raus.

Da geht es ihm nicht anders als Stefan Ilsanker, der unter Vorgänger Adi Hütter einen anderen Stellenwert genoss. Der Österreicher hat für sich selbst ein neues Betätigungsfeld gewonnen, nicht mehr, wie über Jahre hinweg, im defensiven Mittelfeld, sondern in der Abwehr. Dort setzte ihn auch Hütter vermehrt ein, dort machte er seine besten Spiele. „Ilse sieht sich jetzt mehr in der Innenverteidigung, in der Dreierkette fühlt er sich wohler“, erklärt Glasner. Den 32-Jährigen gegen seinen Willen im Mittelfeld einzusetzen, mache wenig Sinn.

Aufgrund seiner spielerischen Begrenztheit ist Ilsanker auf dieser Position ohnehin keine wirkliche Option mehr. Das Problem hinten: Die Dreierkette hat, siehe Anfang, erst einmal ausgedient. Das ist auch für den anderen Verteidiger nicht ideal. Tuta, der im Januar in die große Fußstapfen von Kapitän David Abraham trat und diese zumindest ordentlich ausfüllte, hatte eine schwierige Vorbereitung mit Quarantäne und leichten Blessuren. Im Pokal in Mannheim kam er dann unter die Räder – und ist seitdem außen vor.

Eintracht Frankfurt: Der Younes-Absturz

Glasner lässt den 22-Jährigen nicht fallen, doch der Brasilianer hat das Problem, dass er nicht der Allerschnellste und mit 1,85 Meter auch nicht besonders lang geraten ist. Die Eintracht-Mannschaft besticht aber sowieso nicht durch übermäßige Körpergröße. In der Viererkette bekleidet der hoch aufgeschossene Evan Ndicka den rechten Part der zentralen Deckung, obwohl er Linksfuß ist. Das ist dennoch absolut richtig, Ndicka und Nebenmann Martin Hinteregger sind schlicht die besten Frankfurter Verteidiger.

Eine Position weiter rechts war eigentlich der Plan, den von Mainz 05 zurückgekehrten Danny da Costa aufzubauen und an seine Form von vor zwei Jahren anknüpfen zu lassen. Der 28-Jährige stand auch in den ersten beiden Pflichtspielen in der Startelf, konnte aber nicht überzeugen und muss sich nun wieder hinten anstellen. Seinen Platz hat Erik Durm übernommen, der zwar gänzlich unspektakulär, aber solide und verlässlich spielt. Nun kommt ein weiterer Konkurrent hinzu: Almamy Touré. Der 25-Jährige hat seine Sehnenblessur auskuriert. Der Franzose hat eigentlich das größte Potenzial, ruft es aber zu selten ab oder ist eben verletzt.

Hat seine Chance nicht genutzt: Danny da Costa.

Blessuren hatte auch Ragnar Ache mehr als genug, zurzeit ist er fit, muss sich aber trotzdem gedulden. Die Konkurrenz im Sturm ist durch die Verpflichtung von Sam Lammers groß, die Chance auf Spielzeit für den technisch limitierten Olympia-Teilnehmer eher gering. Klares Signal der Sportlichen Leitung: Der 23-Jährige ist nicht in den Europa-League-Kader berufen worden. Nicht einfach für Ache.

Ein anderer stellt sich derweil selbst in Abseits. Amin Younes hat keine Zukunft mehr in Frankfurt, soll den Verein verlassen – entweder per Vertragsauflösung oder einen Wechsel in Länder, in denen das Transferfenster noch geöffnet ist. Younes weilt zurzeit nicht in Frankfurt, nimmt nicht am Training teil. Der 28-Jährige ist intern nicht mehr vermittelbar. Welch ein Absturz des eigenwilligen Kreativspielers, der im März noch sein Comeback in der Nationalmannschaft gegeben hatte. (Ingo Durstewitz)

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