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Bas Dost steht Eintracht Frankfurt nach wie vor nicht zur Verfügung.

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt mit geschlossenem Visier

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Eintracht Frankfurt will dem Favoriten RB Leipzig auch im Pokal ein Bein stellen und dafür auch besser Fußball spielen. 

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  • Eintracht Frankfurt muss auf Bas Dost verzichten

Frankfurt - Vor zehn Tagen, als RB Leipzig schon einmal zu Gast im Frankfurter Stadtwald war, und zwar beim fälligen Bundesligaspiel, hatte Trainer Adi Hütter sinngemäß gesagt, auf das Pokalspiel am heutigen Dienstagabend (18.30 Uhr/live im TV) könne man sich sicherlich einfacher vorbereiten, weil man aus der ersten Partie gewisse Rückschlüsse ziehen könne. Wie bekannt, hatEintracht Frankfurt die Begegnung um Punkte mit 2:0 gewonnen, womit man nicht unbedingt hatte rechnen können, auch nach dem Spielverlauf nicht.

Die Schlüsse, die die Hessen aus den ersten 90 Minuten gegen Leipzig ziehen können, seien die folgenden, sagte Hütter am gestrigen Montag: Schneller in Zweikämpfe kommen, den Gegner mehr unter Duck setzen, mutiger agieren, „behutsamer“ mit dem Ball umgehen, wenn man ihn denn am Fuß habe – ansonsten, unkte Trainer Hütter, „werden wir zerlegt“. Der Respekt vor den Leipzigern, dem gestürzten Tabellenführer, ist weiterhin groß, allein die Spitzenpartie am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach habe eindrucksvoll unter Beweis gestellt, „welche Klasse sie haben“.

Eintracht Frankfurt will im Pokal weiterkommen

Dummerweise hat Eintracht Frankfurt ihrerseits diese Klasse zuletzt bei Fortuna Düsseldorf arg vermissen lassen, „da haben wir ein schlechtes Spiel gemacht, da gibt es nichts um den heißen Brei zu reden“, blieb der Frankfurter Coach auch 48 Stunden nach dem kärglichen 1:1 von Düsseldorf bei seiner dort schon geäußerten Meinung. Ganz klar: „Wir müssen besser Fußballspielen.“ Ansonsten dürfte das Achtelfinale im DFB-Pokal Endstation für Eintracht Frankfurt bedeuten. Das freilich will Hütter tunlichst vermeiden: Trotz des aktuellen Ritts auf drei Hochzeiten genießt der Pokal in Frankfurt - gerade angesichts der jüngsten Historie mit zwei Finalteilnahmen - eine ganz spezielle Bedeutung. „Wir wollen weiterkommen, wir wollen unsere Chance auf Berlin nutzen“, sagt Hütter, der selbst mit der Eintracht noch nicht so lange in diesem Wettbewerb vertreten war. „Ich war noch nie im Achtelfinale.“ In seinem ersten Jahr waren die Frankfurter als amtierender Pokalsieger bekanntlich in der ersten Runde in Ulm ausgeschieden.

Eintracht Frankfurt könnte 1,4 Millionen Euro einnehmen

Die Hessen werden diesen Wettbewerb, der ihnen bislang etwas mehr als eine Million Euro eingebracht hat, also auf jeden Fall ernst nehmen. „Jedes Pflichtspiel ist extrem wichtig“, findet der Fußballlehrer - selbst wenn die Belastung nicht geringer wird. Bis zum 1. März stehen wieder sieben Pflichtspiele an. „Sorgen“, sagt Hütter, bereite ihm das nicht, „wir freuen uns drauf“. Das Erreichen des Viertelfinales, das am 3. und 4. März ausgetragen wird, spült den siegreichen Klubs 1,4 Millionen Euro in die Kassen.

Vielleicht kommt es Eintracht Frankfurt zupass, dass man heute Abend vor mindestens 46.500 Zuschauern nicht als Favorit in diese Begegnung geht. Obwohl die Hessen vor zehn Tagen gegen RB Leipzig die Oberhand behalten hatten, sieht Hütter das Team von Julian Nagelsmann erneut in der Favoritenrolle. Womöglich werden die Sachsen auf Revanche sinnen. Immerhin ist die Eintracht nicht in der Verlegenheit, das Spiel machen zu müssen. Im Augenblick fällt ihr das ungemein schwer. Zudem tut sie sich gegen Teams, die selbst aktiv sind, deutlich leichter, auch weil sich den Frankfurtern dann mehr Räume bieten. 

Eintracht Frankfurt mit mehr Mut als zuletzt

Diese Räume müssen dann natürlich auch genutzt werden. Der 49 Jahre alte Österreicher verlangt schon ein bisschen mehr Mut als zuletzt in Düsseldorf gezeigt. Und dennoch will er von seiner zuletzt an den Tag gelegten vorsichtigen Gangart nicht abrücken. „Wir werden ganz sicher nicht auf Teufel komm raus stürmen und mit offenem Visier ins Spiel gehen.“ Aber ein bisschen mehr Kreativität, eine Prise mehr Spielfreude, einen Ticken mehr Offensivkraft als in Düsseldorf wäre sicherlich nicht verkehrt.

Bas Dost fehlt weiter

Personell kann Hütter aus dem Vollen schöpfen, selbst wenn Zielstürmer Bas Dost weiterhin krankheitshalber nicht zur Verfügung steht. Goncalo Paciencia oder André Silva werden einsame Spitze sein müssen, beide haben sich zuletzt in Düsseldorf nicht gerade mit Ruhm bekleckert, Paciencia kam in seiner ersten Halbzeit auf zwölf Ballkontakte, Silva in seiner zweiten sogar nur auf sechs. Immerhin ist Mijat Gacinovic nach seiner leichten Adduktorenblessur wieder an Bord, auch Almamy Touré ist einsatzbereit - und natürlich Timothy Chandler, momentan torgefährlichster Frankfurter. Ihn hob Adi Hütter am Montag eigens hervor, er sei „ein geiler, cooler Typ“, ein „sympathischer Junge“, der von seiner Fröhlichkeit und Ungezwungenheit her fast „wie ein kleines Kind“ wirke, sich auf dem Platz aber „absolut professionell“ verhält. Er, Kevin Trapp und Marco Russ hätten zudem „die Kabine im Griff“.

Stefan Ilsanker wird nicht spielen

Offen ist indes, ob Adi Hütter für seinen intelligentesten Spieler noch einen Platz im Team findet, für Makoto Hasebe. Bislang ist der schlaue Japaner ein Opfer der Systemumstellung, seit der Installierung der Viererabwehrkette hat Hasebe keine Sekunde mehr gespielt - dafür aber sofort Neuzugang Stefan Ilsanker, der nicht ein einziges Mal vorher mit der Mannschaft trainiert hat. Das könnte für das Binnenverhältnis Mannschaft/Trainer durchaus Probleme aufwerfen - selbst wenn die direkt betroffene Konkurrenz, Hasebe oder Dominik Kohr, besonnene Vertreter sind. Heute Abend ist Stefan Ilsanker kein Thema - beide Klubs haben sich per „Gentlemen´s Agreement“ darauf verständigt, dass der Österreicher nicht gegen seinen alten Klub aufläuft.

Die SGE hat RB Leipzig bezwungen und das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht. Dort spielt Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen. So können Sie die Begegnung im TV oder Live-Stream verfolgen. 

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