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Gleich schlägt es ein im Kasten der Österreicher: Eintracht-Stürmer André Silva zieht ab und macht das wichtige 2:2 im Europapokalrückspiel beim FC Salzburg.

DFB-Pokal

Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal gegen Bremen: Mit frischem Geist und vollem Tank

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Eintracht Frankfurt hat die plötzliche Freizeit genutzt, um gut zu regenerieren und den Fokus auf das Glanzlicht gegen Bremen zu legen.

Frankfurt - Hinter blickdichten Schutzfolien, ganz im Geheimen, nimmt die Profimannschaft der Frankfurter Eintracht am Montag die Vorbereitung auf das nächste Glanzstück in Angriff. Am Mittwoch begibt sich der Klub wieder auf die große Bühne, dieses Mal nicht international ausgeleuchtet, aber durchaus beachtet, dann steht das Viertelfinale des DFB-Pokals auf dem Plan. Auf die Hessen wartet eine knifflige, aber lösbare Aufgabe: Ligakonkurrent Werder Bremen, knietief im Abstiegssumpf steckend, wird in Frankfurt erwartet (20.45 Uhr/live in der ARD). „Wir freuen uns darauf und wollen ins Halbfinale einziehen. Das ist unser großes Ziel“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic.

Die ohnehin schon bedeutungsvolle K.o.-Partie gegen die Hanseaten hat an zusätzlicher Brisanz gewonnen, weil die Bremer Woche ja ausfiel, das für Sonntag, 18 Uhr, angesetzte Bundesligaduell an der Weser ist aufgrund der Spielverlegung in Salzburg und der damit sehr knapp bemessenen Regenerationszeit der Europapokalstarter aus Frankfurt von der DFL auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Sehr zum Verdruss der Grün-Weißen, die liebend gerne angetreten wären, weil sie sich gute Chancen ausrechneten, die mental und körperlich ausgelaugte Eintracht auf die Bretter zu schicken und sich im Keller des Fußballoberhauses mehr Luft zum Atmen zu verschaffen.

Dieser Möglichkeit sind die Bremer beraubt worden, sie sind durch die vom Dachverband verordnete Untätigkeit sogar noch tiefer ins Schlamassel gerutscht, haben nun, bei einem Spiel weniger, bereits acht Punkte Rückstand auf Mainz 05 auf dem den ersten Nichtabstiegsrang.

„Werder befindet sich in einer außergewöhnlichen Drucksituation“, sagt Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. Abstiegskampf sei „existenzieller Druck“, der „psychische Reaktionen, beträchtliche Anspannung und immenses Nervenflattern“ auslöse. Für die Norddeutschen hat der Kampf gegen den Klassenerhalt natürlich Priorität, was freilich nicht bedeutet, dass sie die Pokalpartie abschenken werden, zumal es ums Halbfinale geht und Berlin nur noch zwei Siege entfernt ist.

Der Eintracht kam die Spielabsage an der Weser sehr gelegen, da die Akteure körperlich und geistig stark beansprucht worden wären. So aber hatten sie Zeit, den Energietank wieder aufzufüllen und den Fokus ganz auf den Mittwoch zu legen; das Wochenende stand nach der Rückkehr aus Österreich zur persönlichen Verfügung, manch Profi nutzte die plötzliche Freizeit zu einem Kurztrip in die Heimat.

Trainer Adi Hütter hält die Aussetzung der Bundesligabegegnung auch mit ein wenig Abstand für gerechtfertigt. Er verstehe zwar den Unmut des Gegners aus Bremen, aber er gibt zu bedenken, dass „wir auch international viel für den deutschen Fußball getan haben“. Dem dürfe sehr wohl mal Rechnung getragen werden. Zur Erinnerung: In der Vorsaison heilt die Eintracht lange als letzter deutscher Vertreter die Fahne der Bundesliga hoch und segelte bis ins Halbfinale der Europa League.

Auch in diesem Jahr haben die Frankfurter auf internationalem Parkett wieder für Furore gesorgt, gewiss nicht in dem Maße wie in der einzigartigen Spielzeit zuvor, aber sie haben sich erst in der Quali und sechs langen Partien gegen Flora Tallinn, FC Vaduz und Racing Straßburg für die Gruppenphase qualifiziert. Anschließend gegen den FC Arsenal, Standard Lüttich und Vitoria Guimaraes als Tabellenzweiter das Ticket für die K.o.-Runde gelöst, wo sie am Freitag durch ein 2:2 (Hinspiel 4:1) beim Champions-League-Absteiger FC Salzburg den Einzug ins Achtelfinale perfekt gemacht hat. Das ist aller Ehren wert.

In der Runde der letzten 16 wartet nun der Schweizer Vertreter FC Basel, der sich im Sechzehntelfinale sicher gegen den zypriotischen Starter Apoel Nikosia durchgesetzt hat (3:0 und 1:0), aber alles in allem schon bessere Tage erlebt hat. Ganz bestimmt kein schlechtes Los.

Ein Vorteil könnte für die Eintracht zudem sein, dass der Schweizer Verein so ein wenig aus dem Tritt geraten sein und über fehlende Wettkampfpraxis klagen könnte, weil die eidgenössische Regierung aufgrund des grassierenden Coronavirus‘ alle Sportveranstaltungen mit mehr als 1000 teilnehmenden Personen bis mindestens zum 15. März verboten hat. Am 12. März treten die Baseler in Frankfurt an, ob das Rückspiel eine Woche später regulär mit Zuschauern oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen wird, ist noch nicht bekannt und hängt auch von der Ausbreitung des Erregers ab.

Für die Eintracht ist der nationale und internationale Pokalwettbewerb von immenser Bedeutung, weil sie in diesen Duellen aus einer bisher eher enttäuschenden Ligarunde eine besondere Saison machen kann. Langeweile mögen sie in Frankfurt nicht besonders.

In den K.o.-Spielen ist auch diese Mannschaft, die qualitativ mit der aus der vorherigen Spielzeit nicht konkurrieren kann, in der Lage, Glanzlichter zu setzen und über sich hinauszuwachsen. Das gelingt ihr im Ligaalltag nur sehr sporadisch. Klar ist, dass die Eintracht 2020 nicht mehr mit Hurra-Fußball glänzt, wildromantisch ist das nicht mehr, aber sehr clever, robust und effizient. Trainer Hütter hat längst den pragmatischen Ansatz gewählt und stellt seine Formation eher vorsichtig-abwartend und hart malochend denn zügellos und draufgängerisch ein.

Gegen Salzburg standen in der Schlussviertelstunde neun nominell eher defensiv ausgerichtete Spieler auf dem Feld – durch ihre Konterstärke bleiben die Hessen dennoch gefährlich. Das liegt in erster Linie an Filip Kostic, den Dampfmacher auf links, aber auch an André Silva, den Doppelpacker von Österreich. Der 24 Jahre alte Portugiese ist längst Stürmer Nummer eins, ist in guter Form, hat eine andere Präsenz und Körpersprache, was umso wichtiger ist, da die offensiven Optionen arg begrenzt sind: Mijat Gacinovic ist häufig krank, Bas Dost verletzt, Goncalo Paciencia im Dauertief und Youngster Dejan Joveljic verliehen.

„André“, lobt Mitstreiter Sebastian Rode, „arbeitet wahnsinnig viel für uns.“ Und er trifft immer häufiger: In den zurückliegenden sieben Pflichtspielen hat er insgesamt fünf Tore gemacht und zwei vorbereitet. Das ist nicht so schlecht.

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