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Applaus für den Knipser. Und er könnte womöglich im Pokal wieder zum Einsatz kommen: Sturmtank Bas Dost.

DFB-Pokalspiel der Frankfurter Eintracht

Eintracht im DFB-Pokal: SGE erwartet hitzige Atmosphäre auf St. Pauli

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Eintracht Frankfurt will im Pokal überwintern und sich trotz heißer Kulisse auf St. Pauli nicht ins Bockshorn jagen lassen. André Silva fällt bis auf weiteres aus.

Ein bisschen ketzerisch ist der Frankfurter Trainer Adi Hütter vor dem heutigen Pokalspiel gegen den ambitionierten Zweitligisten FC St. Pauli (20.45 Uhr) gefragt worden, ob er denn seine für gewöhnlich aufrüttelnde Halbzeitansprache nicht schon vor dem Spiel halten könnte. Der Coach wusste genau, was gemeint war: Sein Team kam beim letzten Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach (2:4) erst dann richtig in die Gänge, nachdem er in der Pause ein paar deutliche Wort gefunden hatte, zuvor hatten Eintracht Frankfurt „Mut, Überzeugung und Glaube gefehlt“, dort am Niederrhein etwas Zählbares erreichen zu können.

Eintracht Frankfurt erwartet hitzige Atmosphäre

Und mit der Leistung in den ersten 45 Minuten von Gladbach, so viel steht, würde Eintracht Frankfurt auch auf dem Kiez Probleme bekommen, von einer „hitzigen Atmosphäre und heißer Kulisse“ hatte der Coach ohnehin schon gewarnt. Das Millerntor, Heimstätte der Paulianer, entfaltet gerade bei Abendspielen seine ganz spezielle Wirkung. „Sie werden uns einen Kampf anbieten, wir werden ihn annehmen müssen“, sagt Adi Hütter. „Wir werden von der ersten Minute an da sein müssen.“

Die Partie gegen den Zweitligisten, aktuell Tabellenzwölfter, bei dem der frühere Frankfurter Johannes Flum manchmal im Kader steht, nennt der Fußballlehrer „wichtig und bedeutsam“. Es ist die zweite Runde im Pokal, und er lässt keinen Zweifel daran, dass man nicht gewillt ist, jetzt schon die Segel zu streichen. „Wir wollen im Frühjahr noch im Wettbewerb sein.“ Die dritte Runde, das Achtelfinale, wird am 4. und 5. Februar ausgetragen.

André Silva steht Eintracht Frankfurt nicht zur Verfügung

Personell wird es Veränderungen geben, Hütter wird auf der einen oder anderen Position rotieren lassen. André Silva, den portugiesische Angreifer, betrifft das nicht. Er stehe „definitiv nicht“ zur Verfügung, seine lädierte Achillessehne lässt einen Einsatz weiterhin nicht zu. Seit bald drei Wochen hat Silva kein Fußball mehr gespielt, zum letzten Mal am 6. Oktober gegen Werder Bremen (2:2). Dann ist er mit der Nationalmannschaft auf Reisen gegangen, zum Einsatz war er nicht gekommen. „Bei uns im Training ist er nach einem Sprung bei der Landung falsch aufgekommen“, erklärte Hütter, seitdem habe er Schmerzen an der Achillessehne, „seiner Schwachstelle“. Wie lange der 23-Jährige, der in vier Bundesligaspielen bereits drei Tore erzielt hat, noch ausfallen wird, vermochte der Fußballlehrer seriös nicht zu sagen: „Ich sage nicht, dass er nur noch drei Tage ausfällt, ich sage aber auch nicht, dass er noch zwei Monate fehlt.“

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Der Portugiese habe sich mittlerweile bei einem Arzt seines Vertrauens eine zweite Meinung eingeholt, die sich „mit unserer deckt“ (Hütter). Der Coach will bei Silva natürlich auch nichts riskieren, der keinesfalls zu früh wieder mit dem Training anfangen soll, denn „die Achillessehne ist ein sensibler Bereich“. Immerhin scheint der Stürmer nicht unters Messer zu müssen. „Von einer Operation sind wir weit weg“, sagte Hütter. Vor seinem Wechsel zur Eintracht war die Mailänder Leihgabe André Silva beim Medizincheck des AS Monaco durchgefallen. Auch dort sollen, schrieben italienische Zeitungen, Sehnen lädiert gewesen sein.

Am Samstag spielt Eintracht Frankfurt gegen die Bayern

Besser sieht es indes beim zweiten Stürmer Bas Dost aus, der gestern erstmals wieder am Abschlusstraining teilgenommen hat, bei ihm lägen „keine strukturellen Verletzungen“ an den Adduktoren vor. Sollte er keine Schmerzen an der Leiste haben, könnte er in den Kader für das Pokalspiel rutschen. Ansonsten nicht. „Wir sind da sehr, sehr vorsichtig.“ Ein Einsatz von Anfang an scheint eher unwahrscheinlich, allenfalls als Joker könnte er benötigt werden, sofern die Partie nicht im Sinne von Eintracht Frankfurt verläuft. Und ein bisschen schaut Adi Hütter auch auf die Partie am Samstag, wenn es gegen den FC Bayern München geht. Da könnte Dost womöglich in den Planungen des Trainers eine größere Rolle einnehmen.

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Somit spricht vieles für ein neuerliches Sturmduo Daichi Kamada/Goncalo Paciencia. Gerade der Japaner hat im zweiten Abschnitt in Gladbach enorm aufgedreht, er war bei nahezu jedem Angriff beteiligt und hatte selbst drei prima Einschussmöglichkeiten - allerdings hat er weiterhin lediglich in der ersten Pokalrunde bei Waldhof Mannheim einmal getroffen. Hütter bereitet das noch keine Probleme, immerhin legt Kamada regelmäßig den Kollegen auf, allein viermal in den letzten beiden Spielen. „Und irgendwann“, ist sich Hütter sicher, „wird auch bei ihm der Knopf platzen.“ Zumal die Hessen ja bislang in allen Spielen - außer in Straßburg und gegen Arsenal zu Hause - immer wenigstens einen Treffer selbst erzielt haben.

Sorge indes bereitet dem Coach der Blick auf seine Hintermannschaft. „Vier Gegentore wie gegen Gladbach sind bedeutend zu viel.“ Vor allem hat es ihn geärgert, wie leicht diese Tore gefallen waren und wie leicht man sie hätte verhindern können. „Das müssen wir schnell abstellen.“ Schon auf St. Pauli, bei Nacht.

Zum Spiel

St. Pauli:  Himmelmann - Zander, Lawrence, Östigard, Buballa - Becker, Knoll, Miyaichi, Möller Daehli - Conteh, Gyökeres

Frankfurt:  Rönnow - Abraham, Hasebe, Ndicka - Durm, Chandler - Kohr, Sow, Gacinovic - Kamada, Paciencia.

Schiedsrichter:  Matthias Jöllenbeck (Freiburg).

Der Eintracht fehlen:  Silva (Achillessehne), Trapp (Schulter-OP), Touré (Sehnenriss), Russ, de Guzman (beide Aufbautraining)

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