+
Die meisten Fans in Guimaraes verhielten sich vorbildlich.

Kommentar

Randale in der Europa League: Dämliche Chaoten

  • schließen

Der Ausraster eines verschwindend kleinen Teils Frankfurter Anhänger könnte große Auswirkungen auf künftige Auswärtsfahrten haben. Ein Kommentar.

Der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner empfand diese Szenen, die sich unmittelbar vor Spielbeginn auf den Rängen abgespielt hatten, als unschön, auch Sportvorstand Fredi Bobic hat die Sitzschalenschlacht zwischen Anhängern von Eintracht Frankfurt und Vitoria Guimaraes nicht gefallen, „das ärgert mich“. Aber nur Mittelfeldmotor Sebastian Rode fand für derlei sinnlose Aktionen genau das richtige Wort: „Dämlich.“

Solche Ausschreitungen will kein Mensch sehen, seien die Frankfurter Anhänger nun provoziert worden oder nicht. Auch der fehlende Pufferblock darf keine Entschuldigung sein. Mit dieser sinnfreien Gewaltorgie ist erneut der gute Eindruck, den das Gros der Frankfurter Fans an diesem sonnigen Donnerstag tagsüber in Guimaraes hinterlassen hatte, zunichte gemacht worden. In der Tat war es nämlich bis Spielbeginn eine ausnehmend friedliche Zusammenkunft in der nordportugiesischen Kleinstadt, entspannt, fröhlich, bunt - so wie Reisen in fremde Städte eigentlich immer sein sollten.

Eintracht Frankfurt droht ein Geisterspiel

Der Ausraster eines verschwindend kleinen Teils Frankfurter Anhänger könnte große Auswirkungen auf künftige Auswärtsfahrten haben. Bekanntlich steht die Eintracht unter Beobachtung, eine dreijährige Bewährungszeit ist anhängig, während dieser Zeit sich die Fans nichts Gravierendes zuschulden kommen lassen dürfen - wenn sie nicht mit einer Sperre belegt werden wollen. Schon beim nächsten Heimspiel gegen Standard Lüttich muss ein Block frei bleiben - sinnigerweise einer der teuren auf der Haupttribüne. Aber schon da hatte die Uefa Eintracht Frankfurt mit einem blauen Auge davon kommen lassen.

Das Interview mit Filip Kostic: Leistung ist seine Sprache

Und dieses Mal? Es würde nicht verwundern, wenn es vorbei wäre mit dem Langmut und die Mannschaft am 7. November alleine zum Schlüsselspiel bei Standard Lüttich aufbrechen müsste, wegen ein paar Chaoten, die in Guimaraes unbedingt ihr Mütchen kühlen mussten.

Die ewig Unverbesserlichen erweisen Eintracht Frankfurt einen Bärendienst

Pikanterweise ist das Frankfurter Fanlager im Block aktuell ohnehin in die Schlagzeilen geraten, als man sich sehr vernehmlich und in derben Worten gegen eine mögliche Anstellung von Andreas Möller als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums positioniert hatte. Klar ist natürlich auch: Es muss scharf differenziert werden zwischen denen, die Sitzschalen auf Menschen werfen und jenen, die glauben, sich gegen eine Personalentscheidung von Eintracht Frankfurt wenden zu können. Das macht es für Fredi Bobic aber sicher nicht einfacher, das Möller-Anliegen der Kurve ernst zu nehmen, wenn gleichzeitig derart massiv Klubinteressen berührt und konterkariert werden. Mal wieder haben die ewig Unverbesserlichen dem Klub einen Bärendienst erwiesen.

Fredi Bobic als Chef eines mittelständigen Unternehmens mit einem Jahresumsatz von mehr als 200 Millionen Euro ist gut beraten, sich bei seinen Personalentscheidungen nicht von Stimmungen aus dem Fanlager leiten zu lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare