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Eintracht-Spieler Lucas Torró weiß aus seiner Heimat Spanien, wie dramatisch die Corona-Krise verlaufen kann. 

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Corona-Krise: Lucas Torró sorgt sich um Familie in Spanien

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Eintracht-Spieler Lucas Torró weiß aus seiner Heimat Spanien, wie dramatisch die Corona-Krise verlaufen kann. 

  • Lucas Torro sorgt sich um Familie in Spanien
  • Schwierige Situation für ihn
  • Corona-Krise bedeutet Einschnitt

Frankfurt - Wann er seine Familie, die Eltern und vielen Geschwister, zuletzt gesehen habe? Lucas Torró, der Mittelfeldspieler der Eintracht aus Cocentaina im Osten Spaniens, muss nicht lange überlegen, es war während der letzten Bundesligapause, im November 2019. Das ist eine lange Zeit, gerade in Tagen der Ungewissheit und Unsicherheit, in denen der Zusammenhalt und ein Gefühl des Wohlbefindens wichtiger sind als sie es im vorherigen Alltagsleben waren, ein Alltagsleben, das momentan so unendlich weit weg erscheint. „Es tut mir leid, dass ich sie so lange nicht sehen konnte“, sagt der 25-Jährige. „Gerade weil die Lage in Spanien besonders dramatisch ist.“

Eintracht Frankfurt: Schwierige Situation für Torro

Der kluge und weitsichtige Fußballprofi weiß als Iberer, wovon er spricht. Spanien gehört zu den von dem Coronavirus hochgradig betroffenen Ländern, seine Schwester arbeitet zudem im Krankenhaus als Pflegekraft. „Dort herrscht eine sehr schwierige Situation“, betont Torró. Die Versorgung sei problematisch, das Gesundheitswesen generell überlastet, lange Zeit, erzählt er, „haben Betten in den Kliniken gefehlt“, erst zuletzt habe sich die Situation „leicht entspannt, ich hoffe, dass wir die Pandemie in den Griff bekommen“.

In der Heimat seien die Bestimmungen aufgrund der Fallzahlen sehr viel schärfer als in Deutschland, dort herrsche seit einem Monat Ausgangssperre, „die Menschen sind in Quarantäne“, selbst ein Spaziergang ist nicht drin. Umso glücklicher ist Lucas Torró, dass seine Geschwister für die über 70 Jahre alte Eltern einkaufen gehen oder Essen vorbeibringen können. „Sie sind gut aufgehoben.“

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Eintracht Frankfurt: Corona-Krise bedeutet Einschnitt

Für den Fußballer bedeutet die Corona-Krise einen Einschnitt in das Dasein der Menschen, „den niemand so schnell vergessen wird“, er ist davon überzeugt, dass diese belastende Lebensphase „uns verändern wird, vielleicht sogar verändern muss“. Der Sportler hofft auf ein Umdenken innerhalb der Gesellschaft, gerade dann, wenn das Virus irgendwann eingedämmt sein sollte. „Vielleicht ist die Welt nachher besser, vielleicht sind wir zu besseren Menschen geworden“, sagt er und fügt an: „Das würde ich mir wünschen.“

Genau aus diesem Grund hat der Mann, der auf dem Feld oft Abräumer oder Zerstörer genannt wird, eine dezidierte Sicht der Dinge, was den weiteren Verlauf der Saison angeht. Natürlich, pflichtet er bei, sei er bereit, wenn es wieder losgehen sollte, „vielleicht am 9. Mai“, natürlich sehne er sich nach dem Sport, seiner großen Liebe, und „der Kampfzone im Mittelfeld“, und selbstverständlich wolle er mit der Eintracht in der Tabelle Boden gutmachen, falls es wieder um Punkte gehen sollte. Er sagt auch solche Sachen, wie: „Wir müssen dann in eine gute Dynamik kommen, mit Erfolgserlebnissen starten“, der Wettbewerb werde sicher „sehr ausgeglichen“ verlaufen, und Geisterspiele, na klar, „die tun weh“, gerade bei so einem Verein wie der Eintracht, der von seinen Anhängern getragen werde. Es werde, so oder so, viele Spiele in kurzen Intervallen geben, „und da werden wir jeden Spieler brauchen“. Auch ihn, Lucas Torró, den bisher so ein bisschen vom Pech verfolgten Südländer im Eintracht-Dress.

Eintracht Frankfurt: Torro mit Klartext zum Thema Fußball

Aber ob das alles richtig ist, das vermag der sensible Mann nicht zu sagen. „Momentan macht es wenig Sinn, über Fußball zu sprechen“, findet er. Man solle vielmehr an die Menschen denken, gerade in seinem Heimatland habe es viele Todesopfer gegeben. „Viele haben ihre Liebsten verloren, diesen Schmerz sollte man wahrnehmen und berücksichtigen.“ Da müsse der Sport mal innehalten. „Der Ball wird wieder rollen, der Fußball wird wieder auf seine Kosten kommen. Aber man braucht Geduld. Alles wird kommen, wenn es wieder so weit ist. Aber Corona wird die Landschaft des Fußballs verändern.“ Bemerkenswerte Worte.

Für ihn persönlich ist seine Zeit in Frankfurt extrem erlebnisreich gewesen, „voller Höhen und Tiefen“, wie er sagt. Nach einem vielversprechenden Beginn folgten Verletzungen, familiäre Schicksalsschläge, die zeitweise Nichtberücksichtigung, jetzt Corona. Torró aber bleibt positiv. „Wenn man hinfällt, muss man aufstehen und noch stärker zurückkommen.“ Ein Zitat, das er auf seine letzte Knieverletzung gemünzt hatte, das für den unverwüstlichen Kämpfer Lucas Torró aber auch allgemein gültig ist.

Von Ingo Durstewitz

Unterdessen verzichten viele bei Eintracht Frankfurt auf Teile Gehalts und wollen so rund Millionen Euro einsparen helfen. Alex Meier muss sein Antritt als Repräsentant bei Eintracht Frankfurt wegen der Corona-Krise verschieben. 

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