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Der beste Frankfurter Feldspieler. Filip Kostic. 

Zwangspause

Filip Kostic zur Corona-Krise: „Sehr merkwürdig für uns alle“

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Eintracht-Spieler Filip Kostic fühlt sich zwar topfit, weiß aber nicht so recht, wie er mit der aktuellen Corona-Situation umgehen soll.

  • Corona-Krise* in der Bundesliga und bei Eintracht-Frankfurt
  • Filip Kostic äußert sich zur ungewohnten Pause
  • Zukunft von Kostic bei Eintracht Frankfurt offen

Was für aufmerksame Beobachter der Fußballspiele von Eintracht Frankfurt längst kein Geheimnis mehr ist, lässt sich auch an Zahlen ablesen: Filip Kostic schießt gerne Flanken von seiner linken Seite in die Mitte, mehr als die meisten seiner kickenden Kollegen. Bundesweit sowieso, und europaweit auch. Dies belegt eine Statistik des Internetportals transfermarkt.de. Satte 177 Hereingaben des Serben flogen in dieser Saison schon in die gegnerischen Strafräume, in der Bundesliga ist das der Spitzenwert und selbst im Vergleich der fünf besten Ligen des Kontinents (England, Spanien, Italien, Deutschland und Frankreich) ist nur ein Akteur noch fleißiger: Trent Alexander-Arnold, immerhin der Rechtsverteidiger vom amtierenden Champions-League-Sieger FC Liverpool. Er brachte es bisher auf 195 Flanken, nicht schlecht.

Nun sei mal dahingestellt, inwiefern die Flankenhäufigkeit auch etwas über deren Qualität aussagt, die Hereingaben sollten ja bestenfalls auch bei einem Mitspieler ankommen – Kostic bringt es nur auf eine Passquote von 63 Prozent und zählt damit zu den zehn schwächsten Bundesligaprofis; alles in allem aber ist eines unbestritten: Der Mann aus Kragujevac ist der beste Feldspieler von Eintracht Frankfurt.

Filip Kostic - Unterschiedsspieler bei Eintracht Frankfurt

Gab es in dieser Saison im Spiel der Hessen Aha-Momente, war fast immer Kostic beteiligt. Der 27-Jährige ist neben Torhüter Kevin Trapp und mit Abstrichen auch Verteidiger Martin Hinteregger der Unterschiedsspieler des Ensembles von Trainer Adi Hütter. Wettbewerbsübergreifende zwölf Saisontore und 15 Vorlagen zeugen davon. Eine starke Bilanz, die nahtlos anknüpft an jene der vergangenen Runde. „Die Pause kommt mir ehrlich gesagt nicht entgegen, denn ich war sehr fit, um weiterhin gute Spiele in konstanter Form absolvieren zu können“, sagte der Fast-Immer-Spieler Kostic (40 Einsätze in dieser Saison) nun in den vereinseigenen Medien: „Ich habe begonnen, immer besser und besser zu spielen.“ Da ist tatsächlich was dran, hilft aber nun mal nichts. Auch Kostic muss die Füße in Corona-Zeiten weitestgehend still halten. „Sehr merkwürdig für uns alle“ sei die aktuelle Lage, „ich habe noch nie zu diesem Zeitpunkt einer Saison auf diese Art und Weise und so lange pausieren müssen wie jetzt gerade“. Auch das Kontaktverbot zu seinen Kameraden falle ihm schwer, er wisse immer noch nicht, wie er damit umgehen soll. Zu seiner Familie in Serbien hält er immerhin täglich Kontakt, „das ist mir wichtig“.

Corona-Pause in der Bundesliga: Filip Kostic wird bereit sein

In der Rückrunde hatte ihn sein Coach Hütter ja ein Stück weit offensiver aufgestellt als noch in der ersten Halbserie. Nicht mehr als offensiven Linksverteidiger, sondern als Linksaußen, der von Abwehrmann Evan Ndicka den Rücken freigehalten bekommt und daher nicht mehr so viel Defensivarbeit verrichten muss. Anfangs sei das zwar „etwas eigenartig“ gewesen, so Kostic, dann habe er sich aber schnell wieder auf die neue, alte Position einstellen können. Immerhin hatte er sie ja auch zeit seiner Karriere in Groningen, Stuttgart und Hamburg sowie beim serbischen Nationalteam gespielt. „Ich habe nun wieder einen kürzeren Weg zum gegnerischen Tor und bis jetzt nutze ich das auch aus.“

Wenn es nach der Corona-Pause wieder weitergeht, wird Filip Kostic bereit sein. Daran lässt das Kraftpaket mit dem großen Willen, das häufig in den Schlussminuten gar nicht mehr vorhanden geglaubte Kraftreserven aktivieren kann, keine Zweifel aufkommen. „Ich habe die gute Form aus dem vergangenen Jahr gehalten und werde alles dafür geben, dass das bis zum Ende der Saison so bleibt.“

Und dann? Filip Kostic galt trotz seines bis 2023 gültigen Vertrages als Verkaufskandidat Nummer eins bei der Eintracht. 40, 45 Millionen Euro an Ablöse wären für die Frankfurter wohl allemal drin gewesen. In der Prä-Corona-Zeit wohlgemerkt. Und jetzt? Sind diese Summen utopisch, ein Verkauf des besten Spielers deutlich weniger lukrativ für die Hessen und schlussendlich auch unwahrscheinlich. Das belegt ein weiteres Zahlenspiel: Der Marktwert von Filip Kostic ist von 40 Millionen Euro auf mittlerweile nur noch 22 Millionen gesunken.

Von Daniel Schmitt

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