Eintracht Frankfurt - Training
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Adi Hütter, Trainer von Eintracht Frankfurt

SGE

Eintracht Frankfurt: Ab auf die Couch

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Ein Spieler von Eintracht Frankfurt ist an Covid-19 erkrankt, die ursprünglichen Trainingspläne sind damit hinfällig.

Frankfurt - Nachdem Adi Hütter Mitte dieser Woche die aktuellen Fitnesswerte seiner Berufsfußballer vorgelegt bekommen hatte, äußerte sich der Trainer von Eintracht Frankfurt kurz drauf hocherfreut über das Gesehene. „Die Test haben gezeigt, dass die Mannschaft körperlich in einem Top-Zustand ist“, sagte der 50-Jährige. Niemand habe, so ließen sich die Ergebnisse der am Dienstag durchgeführten Laktatprüfungen offenbar deuten, in den vergangenen Tagen physisch nachgelassen. Absolute Modellathleten also, diese Frankfurter Fußballer, trotz Corona-Zwangspause.

Vorwiegend in den eigenen Wohnungen hatten sich die Spieler des Bundesligisten in dieser ersten komplett fußballfreien Woche aufgehalten und dort, je nach dem was das jeweilige Heim so hergab an Trainingsmöglichkeiten, mehr oder auch ein bisschen weniger an ihren Körpern gearbeitet. Auch einige Laufeinheiten an der frischen Luft standen natürlich auf den von den Chefs verordneten Trainingsplänen. Und manch einen der Kicker zog es schließlich auch in die Räumlichkeiten in der Arena im Stadtwald, wo in Kleingruppen von bis zu drei Männern (sicher auch nicht der Weisheit letzter Schluss in diesen Tagen) und mit dem nötigen Sicherheitsabstand (sicher sinnvoll) im Kraftraum die Muckis gefordert wurden. Fußball sei in diesen Tagen zwar „nicht das Wichtigste“, ließ Trainer Hütter noch verlauten, aber „es freut mich, wie verantwortungsvoll unsere Spieler mit ihrer Gesundheit und der anderer umgehen.“

Seit Donnerstagabend ist die ohnehin schwierige Situation jedoch noch einen Tick komplizierter geworden für hessischen Fußballer. Wie der Verein exakt um 22 Uhr der Öffentlichkeit mitteilte, hat auch er nun seinen ersten Covid-19-Fall innerhalb der Mannschaft. Ein Spieler ist infiziert, er hatte über Unwohlsein und typische Krankheitssymptome von Covid-19 geklagt und sich daraufhin rasch einem Test unterzogen, der dann auch positiv ausfiel. Namentlich benannte die Eintracht den Erkrankten in ihren Reihen nicht, ehrlicherweise ist das trotz des sicher vorhandenen öffentlichen Interesses aber eigentlich auch völlig unerheblich.

Eintracht Frankfurt: Teamumfeld lässt sich testen

Denn gleichwohl ob es nun den Torwart, den Torjäger oder einen Ergänzungsspieler getroffen haben mag, die Folgen für die Hütter-Truppe bleiben identisch: Die gesamte Mannschaft muss sich ab sofort in die obligatorische vierzehntägige Quarantäne begeben. Die Häuser, Wohnungen und Hotelzimmer sollen nicht mehr verlassen werden. Überspitzt formuliert: Ab aufs Sofa.

Der von der Sportlichen Führung ursprünglich ausbaldowerte Plan, am kommenden Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit wieder mit dem Mannschaftstraining zu beginnen, ist damit natürlich hinfällig. „Vermutlich war das leider nur eine Frage der Zeit. Wir werden aber auch diese schwierige Situation überstehen“, kommentierte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic die Lage und schob dann noch ein allgemeingültiges Statement hinterher: „Es kann jeden treffen. Und deshalb auch in diesem Zusammenhang ganz klar an alle Menschen: Jeder muss Verantwortung übernehmen und zuhause bleiben.“ Wahre Worte.

Aufgrund des ersten Infizierten aus dem Mannschaftskreis werden sich alsbald nun natürlich auch dessen kickende Kollegen, das Trainerteam und einige Mitarbeiter aus dem engeren Umfeld ebenfalls einem Test unterziehen. Telefonische Medientermine wurden gestern vorerst abgeblasen, der Klub muss sich - logischerweise – erst einmal wieder neu organisieren. Anschließend bleibt gerade den Spielern wohl aber nichts anderes übrig, als daheim abzuwarten und über digitale Medien in Kontakt zu bleiben. Natürlich sind die gesunden Profis weiterhin dazu angehalten, sich auch daheim körperlich zumindest ein wenig zu betätigen, schließlich würde – Stand jetzt – nur drei Tage nach Beendigung der zweiwöchigen Quarantäne das Heimspiel gegen den SC Freiburg auf dem Plan stehen. Freilich reine Theorie, die von der Praxis recht bald eingeholt werden dürfte.

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