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Demnächst zu Gast bei Freunden in Frankfurt: Die Anhänger von Chemie Leipzig.

Fanfreundschaft

Eintracht Frankfurt und Chemie Leipzig -  Freundschaft am Bornheimer Hang

Die Eintracht spielt gegen Chemie Leipzig – natürlich zur Freude der Anhänger.

Wenn die Eintracht-Fans klarmachen wollen, wen sie mögen und wen nicht, skandieren sie gerne einen derben Spruch: „Alles außer Frankfurt ist Scheiße.“ Klingt nicht nett – und stimmt überdies auch nicht. Denn einen kleinen Fußballverein aus Sachsen, der sich in alter DDR-Tradition Chemie Leipzig nennt und gerade in die Vierte Liga aufgestiegen ist, den finden die Frankfurter Anhänger überhaupt nicht sch... Den finden sie sogar so gut, dass sie gemeinsam mit der Vereinsführung der Eintracht den Klub jetzt zu einem Freundschaftsspiel eingeladen haben.

Am 6. September, 20 Uhr, wenn die Bundesliga wegen eines Länderspiels eine Pause einlegt, trifft die Eintracht im Stadion am Bornheimer Hang auf Chemie Leipzig. Die Partie erfüllt mehrere Zwecke. Zum einen bleiben Eintracht und Chemie im Spielmodus, zum anderen können die Fans, insbesondere die Ultras der beiden Klubs, gemeinsam feiern. Denn Frankfurter und Chemiker sind seit 15 Jahren befreundet, wie Sprecher des Frankfurter Fan-Zusammenschlusses „Nordwestkurve e.V.“ in einem Video berichten.

Eintracht und Chemie - Fanfreundschaft seit antirassistischem Turnier in Italien

Entstanden ist die Partnerschaft nach einem antirassistischen Fußballturnier in Italien, an dem sowohl Frankfurter als auch Leipziger teilnahmen. Es folgten Besuche und Gegenbesuche, gemeinsam gefeierte Pokalsiege (die Eintracht den großen Pokal, die Chemiker den Sachsen-Pokal), gemeinsam betrauerte Abstiege (die Eintracht in die Zweite, Chemie in die Fünfte Liga).

Vor Jahren gab es die Partie schon einmal – damals in Leipzig. Das 2:2 war sportlich kein Ruhmesblatt für die Eintracht, viel wichtiger für die Fans war aber die gemeinsame Partystimmung auf den Rängen.

Axel Hellmann kündigt 150.000 Zuschauer an

Der Erlös des Spiels im September – Eintracht-Vorstand Axel Hellmann kündigt scherzhaft „150 000 Zuschauer“ an – geht in die Flutlichtkasse von Chemie. In der sammeln die Fans des Vereins Geld, damit demnächst im baufälligen Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig-Leutzsch auch abends gespielt werden kann. Ziel sei es, bis Jahresende 200 000 Euro zu sammeln, sagt Chemie-Sprecher René Jacobi.

Nachtrag: Seitens „Nordwestkurve e.V.“ ist zu hören, das Spiel stehe nicht im Widerspruch zur Aussage „Alles außer Frankfurt ist Scheiße.“ Die Freundschaft mit Chemie sei nämlich ein Teil von Frankfurt. Wäre auch das geklärt.

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