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André Silva in Jubelpose.
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André Silva in Jubelpose.

SGE

Blick in die Zukunft: Was würde die Champions League bei Eintracht Frankfurt verändern?

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Was die Champions League für Eintracht Frankfurt verändern würde – und wer dann alles bleiben würde.

Frankfurt - Erstaunliche 21 Tore plus sieben Vorlagen in Deutschlands Eliteklasse, gewiss keine Wald- und Wiesenliga, sondern angesehen in der Welt, 21 Treffer in 24 Spielen also reichen nicht, um anderen Ansprüchen zu genügen, denen der portugiesischen Nationalelf etwa. André Silva, der Eintracht-Dauerknipser, hat jedenfalls in den letzten beiden WM-Qualifikationspartien der Portugiesen gegen Serbien (2:2) und Luxemburg (3:1) 90 Minuten auf der Bank geschmort, immerhin kam er in der ersten Begegnung beim mühevollen 1:0 gegen Aserbaidschan für 75 Minuten zum Einsatz. In Portugal, klar, spielt noch immer Cristiano Ronaldo die erste, zweite und dritte Geige, aber dass einer, der in Deutschland Tore am Fließband schießt, derart außen vor ist, kann durchaus für eine gewisse Verwunderung sorgen – oder es spiegelt die Kräfteverhältnisse in der iberischen Auswahl wider und verdeutlicht deren individuelle Klasse.

Silva steht nicht alleine im Schatten, als da wären: Eintracht-Dauerbrenner Djibril Sow durfte nur in einem der beiden WM-Qualispiele der Schweiz für vier Minuten mittun, im anderen saß er komplett draußen. Und auch für Silvas Eintracht-Sturmpartner Luka Jovic lief es international eher bescheiden, der 23-Jährige kommt in Serbien über eine Jokerrolle nicht hinaus. Einsatzzeit gegen Irland acht Minuten, gegen Portugal zwei und gegen Aserbaidschan 15. Das ist nicht die Welt. Und selbst der zuletzt meisterhaft auftrumpfende Landsmann Filip Kostic, ohnehin eine Klasse für sich, ist nicht unangefochten, er schoss zwar gegen Portugal ein wichtiges Tor, saß aber auch einmal auf der Bank und wurde zweimal recht zeitig ausgetauscht. Merkwürdig, irgendwie.

Eintracht Frankfurt: Ndicka soll verlängern

In Frankfurt verfolgen sie ihre Auswahlspieler genau, der Austausch übers Smartphone ist rege. Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner ist es gar nicht so unrecht, dass einige Stammkräfte in ihren Länderteams etwas kürzertreten mussten oder durften. „Dafür sind wir dankbar.“ Denn im Endspurt um die Champions League braucht die Eintracht all ihr Topakteure in möglichst bester Verfassung, und wenn diese jetzt auf europäischen Feldern zu große Belastungen wegstecken und obendrauf noch die Reisestrapazen verkraften müssten, „wäre das ein Nachteil für uns“.

Absprachen mit den nationalen Verbänden gebe es diesbezüglich zwar nicht, „aber wir machen einen Vermerk, dass unsere Spieler nicht überfordert werden und müde zurückkommen sollen.“ Es sei keinesfalls so, dass sich die erwähnten Profis in ihren Nationalmannschaften zurückgestuft fühlen würden. Das Feedback, berichtet Sportdirektor Hübner, sei stets positiv gewesen. „Sie sind alle froh, dass sie dabei sein dürfen.“

Die Vorbereitung für das Topspiel am Samstag bei Borussia Dortmund ist wegen der Abstellungen zwar nicht optimal, aber das geht ja nicht der Eintracht alleine so. Die Frankfurter fahren trotz einer niederschmetternden Bilanz im westfälischen Fußballtempel (neun der letzten neun Partien verloren, Torverhältnis 6:29) mit einem guten Gefühl in den Westen, vier Punkte Vorsprung auf den BVB gilt es zu verteidigen – egal, wie. Da kommt es den Hessen zupass, dass das einst so brodelnde Stadion gänzlich leer sein wird. „Die Gelbe Wand zeichnet Dortmund aus, da wird der Gegner eingeschüchtert und gibt nicht selten sein Spiel auf“, sagt der Manager. Der Druck von außen falle nun weg, der Druck von innen liege klar auf dem BVB.

Eintracht Frankfurt: Teilnahme an der Champions League wäre ein Höhepunkt

Für die Eintracht wäre eine Champions-League-Teilnahme der vorläufige Höhepunkt ihrer rasanten Entwicklung. 18 bis 20 Millionen Euro, so Hübner, flössen allein für die Gruppenphase, „was das für uns gerade in der heutigen Zeit bedeuten würde, darüber brauchen wir gar nicht reden“. Aber auch der Imagegewinn sei immens, man werde anders wahrgenommen und noch interessanter für diejenigen Spieler, die man sonst zwar ködern, aber wohl eher nicht für sich gewinnen könne. „Wenn du ein Champions-League-Verein bist, kommt Stellenwert obendrauf, dann bist du auf einer anderen Stufe.“ Ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Entwicklung in neuen Sphären.

Und die Königsklasse, davon ist Hübner überzeugt, würde der Eintracht helfen, ihre umgarnten Topspieler zu binden. Gerade bei Torjäger Silva, dessen Marktwert auf 37 Millionen Euro gestiegen ist, „wäre die Champions League ein großes Argument“. Der 25-Jährige sei zwar ein intelligenter, aufgeweckter Bursche, der eine „sensationelle Entwicklung“ genommen habe und wisse, „was er Eintracht Frankfurt zu verdanken hat“. Sollte man jedoch das internationale Geschäft verpassen, „wird es für uns sicherlich schwer, so einen Spieler zu halten“. Das gilt gleichwohl für Filip Kostic oder den ohnehin nur ausgeliehenen Luka Jovic. Und auch für Verteidiger Evan Ndicka. Andererseits: „Wenn wir die Champions League erreichen sollten, würden unsere Chancen dramatisch steigen, diese Spieler zu halten.“

Gerade dem 21 Jahre jungen Ndicka, den Trainer Adi Hütter als „physisches Naturwunder“ adelte, wurden immer mal Wechselambitionen nachgesagt, zuletzt soll der FC Arsenal gebuhlt haben; die im Hintergrund agierende Berateragentur ist jedenfalls sehr umtriebig. Aber auch bei dem eleganten Franzosen ist Bruno Hübner, wie immer eigentlich, optimistisch, ihn zum Bleiben zu bewegen, er soll seinen bis 2023 laufenden Vertrag zu deutlich verbesserten Konditionen verlängern. „Er hat hier einen Stammplatz, wird dann entsprechend vergütet, er hat hier so vieles“, betont der Sportdirektor. „Auch er ist ein gescheiter Junge. Ich glaube, er kann das einschätzen.“

Unterdessen nimmt Eintracht Frankfurt Hendrik Almstadt vom AC Mailand als Nachfolger von Fredi Bobic ins Visier – doch wird er es auch? Eintracht Frankfurt plant den Kader für die kommende Saison. Alle Transfergerüchte über potenzielle Neuzugänge und Abgänge in der Übersicht.

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