1. Startseite
  2. Eintracht

Castro und Alario: Eintracht baut auf Verstärkungen aus Südamerika

Erstellt:

Von: Ingo Durstewitz

Kommentare

Nicolas Castro.
Nicolas Castro. © Imago

Der 21 Jahre alte Argentinier Nicolas Castro soll fürs Kreativzentrum kommen, Landsmann Lucas Alario für die Tore sorgen. Derweil meldet sich Martin Hinteregger erneut zu Wort.

Frankfurt - Neues von Filip Kostic? Oder doch nicht? Wie gleich zwei italienische Zeitungen am Sonntag berichteten, habe sich der italienische Spitzenklub Juventus Turin mit dem Flügelspieler von Eintracht Frankfurt auf einen Dreijahresvertrag geeinigt. So weit, so gut, so wenig neu: Die FR schrieb bereits vor einer Woche, dass der 29-Jährige das von der Eintracht vorgelegte Angebot zur weiteren Zusammenarbeit nicht annehmen werde und den Verein verlassen wolle. Turin ködert mit fast drei Millionen Euro netto und dem guten Ruf: Juve hat eine beeindruckende Vita und ganz viel Strahlkraft zu bieten.

Die Eintracht wird ihrem verdienten Spieler nach vier Jahren keine Steine in den Weg legen – wenn sich die Ablösesumme auf rund 15 Millionen Euro zuzüglich Bonuszahlungen belaufen sollte. Man kann davon ausgehen, dass Juve eine entsprechende Entschädigung errichten wird. Weniger dürfte es allerdings nicht sein. Dass die Eintracht hart bleiben kann, hat sie vor einem Jahr gezeigt, als sie dem Linksaußen trotz eines kurzzeitigen Streiks den Transfer zu Lazio Rom untersagte. Zehn Millionen Euro waren schlichtweg nicht angemessen.

Personalplanungen werden mit Hochdruck vorangetrieben

In Turin wäre Flankomat Kostic auch deshalb gut aufgehoben, weil sein Landsmann Dusan Vlahovic in der Mitte die Bälle verwerten kann. Der Stürmer hat Gardemaß, 1,90 Meter, und gilt als Toptalent. Wenn Kostic geht, wird die Eintracht natürlich noch mal nachlegen auf der Position. Doch klar ist schon jetzt, dass den besten Europa-League-Spieler sowieso keiner eins zu eins ersetzen kann. Da wird man sich anders aufstellen müssen.

Die Personalplanungen werden jedenfalls mit Hochdruck weiter vorangetrieben. In Argentinien ist die Eintracht auf der Suche nach einer Alternative fürs Kreativzentrum fündig geworden. Demnach wird der 21 Jahre alte Spielmacher Nicolas Castro nach Deutschland kommen und einen Vertrag bis 2027 erhalten. Die Eintracht wird dem Vernehmen nach vier Millionen Euro Ablöse an die Newell’s Old Boys überweisen, der beidfüßige Techniker hat in Rosario noch einen Vertrag bis 31. Dezember 2023. Castro ist ein klassischer Spielmacher, hat einen Marktwert von 6,5 Millionen Euro. Der Argentinier stand für die Old Boys in 17 Pflichtspielen auf dem Feld, machte drei Tore und gab zwei Vorlagen.

Was wird aus Kamada?

Der Deal soll in den nächsten Tagen über die Bühne gehen und der Spieler sich zum Medizincheck in Frankfurt einfinden. Castro gilt als hoffnungsvolles Talent, ein Mann mit Potenzial und Ambitionen. Seine Verpflichtung könnte bedeuten, dass sich Daichi Kamada anderweitig orientiert, zumal ja noch ein Wechsel von Starspieler Mario Götze im Raum steht. Andererseits sollte man von einem jungen Burschen aus Südamerika, der erstmals im europäischen Ausland spielen wird, keine Wunderdinge erwarten. Da geht es erst einmal darum, anzukommen und sich zurecht zu finden.

Das muss Lucas Alario nicht mehr machen, der Argentinier ist 29, spielt seit fünf Jahren in der Bundesliga und könnte seinem jungen Landsmann bei der Integration helfen – wenn der Wechsel von Leverkusen nach Frankfurt zustande kommt. Mit dem Spieler hat sich die Eintracht prinzipiell über eine Zusammenarbeit verständigt, auch in punkto Gehalt soll Alario, der anfangs fast fünf Millionen Euro verlangte, nunmehr marktgerechte Ansprüche geltend machen. Die Hessen versuchen freilich noch, die Ablöse ein wenig zu drücken. Sie ist zwar bei 6,5 Millionen Euro festgeschrieben, doch womöglich ist Bayer 04 beweglich, wenn der Spieler klarmacht, dass er die Werkself auf jeden Fall verlassen wird und bereits Einigung mit dem aufnehmenden Verein erzielt hat. Nun aber soll auch Borussia Dortmund mitmischen. Das würde die Transferstatik verändern, die Westfalen haben ganz andere finanzielle Möglichkeiten als die Frankfurter. Alario tendiert aber zur Eintracht.

Lucas Alario.
Lucas Alario. © Imago

Das war beim Bochumer Stürmer Sebastian Polter auch so, er war mit dem Europa-League-Sieger einig – doch die Eintracht ließ den 31-Jährigen zappeln und nahm schließlich Abstand von einem Kauf. Polter wird sich nun dem Aufsteiger Schalke 04 anschließen. Die Spur zu Wout Weghorst ist übrigens nicht sehr heiß, die Frankfurter setzen auf Alario.

Hintis Reise endet am Main

Ein wenig überraschend ist, dass der Klub bisher überall nachgebessert hat, aber auf der Position im defensiven Mittelfeld nicht. Doch genau dort, in der Schaltzentrale, ist der Kader dünn besetzt. Marathonmann Djibril Sow ist zwar eine verlässliche Größe, doch Kapitän Sebastian Rode ist verletzungsanfällig und hat permanente Probleme mit den Kniegelenken. Und Kristijan Jakic muss seine Tauglichkeit auf Dauer erst noch unter Beweis stellen. Bayern-Reservist Marc Roca ist jedenfalls kein Kandidat mehr. Der 25-Jährige wechselt für die einigermaßen abenteuerliche Summe von 17 Millionen Euro auf die Insel zu Leeds United.

Aus Österreich hat sich indes Martin Hinteregger gemeldet und in der „Kronen-Zeitung“ klargestellt, dass er die Eintracht nicht verlassen werde. „Die Transfergerüchte sind Blödsinn. Ich wechsle auch nicht – wie kolportiert – zu Hertha BSC“, sagte der 29-Jährige und legte sich schließlich fest: „Ich werde meine Profikarriere definitiv bei Eintracht Frankfurt beenden.“ Nur wann, das sagte Hinteregger nicht. (Ingo Durstewitz)

Auch interessant

Kommentare