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Eintracht Frankfurt players celebrated their first place finishing in the group after the UEFA Europa League group D mat
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Cheeeeese: Frankfurter Fußballer nach dem Spiel in Istanbul.

Erfolgreich am Bosporus

Eintracht Frankfurt: Auf Wolke Sieben ins Duell mit Bayer Leverkusen

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Eintracht Frankfurt gewinnt mehr und mehr an Leichtigkeit, steht im Europapokal-Achtelfinale und will in der Liga das Topteam aus Leverkusen bezwingen - nur wie?

Frankfurt - Es gibt ja recht angenehme Beschäftigungen während eines Fluges, vor allem in den gehobenen Klassen mit viel Beinfreiheit. Da lässt sich hoch droben über den Wolken manierlich die Zeit vertreiben, etwa mit dem Film-Angebot oder mit Musik, auch mit Speis und Trank. Es lässt sich einnicken, erholen vom stressigen Alltag, manch einer schafft das gar durchgehend vom Start bis zur Landung. Beneidenswert allemal.

Oliver Glasner gehört nicht zu dieser Spezies Mensch, zumindest nicht am Freitag. Da machte sich der Trainer von Fußballbundesligist Eintracht Frankfurt samt seiner kickenden Europa-League-Achtelfinalisten auf den dreistündigen Heimflug von Istanbul zurück ins Herz von Europa und suchte sich eigenen Angaben zufolge einen ganz individuellen Zeitvertreib aus: die Gegnerbegutachtung. Glasner schnappte sich also einen der Analysten und besprach mit ihm, wie denn womöglich am Sonntag (Anpfiff 17.30 Uhr/Dazn) dem Bundesliga-Spitzenteam Bayer Leverkusen im Stadtwald beizukommen sein könnte.

Eintracht Frankfurt: Trainer Oliver Glasner und die taktischen Kniffe

Ein paar Stunden zuvor, am Morgen nach dem 1:1 bei Fenerbahce Istanbul, das Eintracht Frankfurt den Gruppensieg und damit den direkten Einzug ins Achtelfinale des Europacups sicherte, wusste Glasner das noch nicht. Zumindest nicht in Gänze. „Ich beschäftige mich erst jetzt mit Leverkusen“, sagte der Fußballlehrer auf der virtuell abgehaltenen Pressekonferenz aus dem Istanbuler Teamhotel. Der Trainer hatte aber sehr wohl ein paar taktische Kniffe im Kopf, die womöglich helfen könnten beim Unterfangen Heimsieg.

Es sei eine Option für diese eine Partie mal wieder auf eine Viererabwehrkette umzuswitchen, so der Frankfurter Coach im Wissen, dass er damit die eigenen Flanken wohl am besten absichern könnte. Genau das sei nämlich die größte Herausforderung gegen den Tabellendritten aus dem Rheinland: „deren Flügelzangen in den Griff zu bekommen“. Das Leverkusener Tempospiel über die Seiten (siehe auch Seite 27) ist schon seit Jahren eine der großen Stärken des kommenden Gegners, „da haben wir die eine oder andere Idee“, wie Glasner formuliert, um den Leverkusener Rasern einige Stoppschilder vor die Nase zu setzen.

Eintracht Frankfurt steigert Leistung deutlich

Der Coach erinnerte auch noch mal an den 2:1-Coup von München im Oktober. Damals siegte die Eintracht zwar nicht mit vier, sondern mit drei Mann in letzter Reihe, die aber ständig ausgeholfen bekamen von den defensiven Außen Almamy Touré und Timothy Chandler, es sich also in Wahrheit um eine Fünferabwehr handelte. Filip Kostic, der offensive Linksaußen, auf dem erhebliche Teile des Frankfurter Angriffsspiels basieren und der ja sonst die linke Seite nahezu allein beackert, durfte sich bei den Bayern mit einem Mann im Rücken weiter vorne austoben. Ähnliches ist auch gegen Leverkusen vorstellbar.

Glasner ist vor dem Duell gegen die Bayer-Elf überhaupt nicht bange. Der Grund: die Leistungen seiner Mannschaft. Diese hat sich in den vergangenen Wochen deutlich gesteigert und ihr im Vergleich zu Saisonbeginn doch deutlich gehobenes Niveau einigermaßen stabilisieren können. In Istanbul etwa spielten die Hessen eine „sehr, sehr gute erste Hälfte“ (Glasner) und auch den „Nichtangriffspakt“ nach dem Seitenwechsel kontrollierten sie vernünftig.

Eintracht Frankfurt einen Schritt weiter als internationale Größen de Fußballs

Platz eins in der Gruppe war im Grunde nie gefährdet. „In Summe haben wir bisher eine fantastische Europa-League-Saison gespielt“, lobt Glasner, dessen Mannschaft zwölf Punkte auf ihrem Konto vereint in „einer sehr starken Gruppe“. Das ist wahrlich beachtlich. „Wir sind gewachsen“, sagt der 47-Jährige.

So ergibt sich die kuriose Konstellation, dass die Frankfurter in der Europa League schon einen Schritt weiter sind als internationale Größen des Fußballmetiers. Die Champions-League-Absteiger um die deutschen Topteams Borussia Dortmund und RB Leipzig, aber auch der FC Barcelona müssen im Februar noch in einer Zwischenrunde ran, die Eintracht Frankfurt mal eben überspringt und erst im März wieder ins Achtelfinale eingreift - gegen einen dann vermutlich ziemlich namhaften Konkurrenten. Hat sich die Uefa ganz nett ausgedacht, ihren Modus.

Eintracht Frankfurt: Oliver Glasner stolz auf seine Mannschaft

Für Glasner, der „stolz“ auf seine Truppe ist, weil „es für einen Klub wie Eintracht Frankfurt nicht selbstverständlich ist, unter den besten 16 Teams in der Europa League zu stehen“, ist das jedoch noch weit hin, er richtet den Blick erst einmal auf die nächste Aufgabe. „Mit Elan und Freude wollen wir Leverkusen einen heißen Fight liefern“, sagt er, wohlwissend, dass seine Mannschaft geschlauchter sein dürfte als die der Leverkusener. Bayer hatte am Donnerstag in Budapest etliche Stammkräfte schonen können, stand der Achtelfinaleinzug doch bereits vorher fest.

Die Eintracht dagegen musste zumindest 60, 70 Minuten voll durchziehen, ehe das Spiel dem Ende entgegen plätscherte. Glasner nimmt’s gelassen hin: „Die Jungs haben keine größeren Blessuren erlitten, sind etwas müde. Aber das ist normal.“ Ohnehin komme es im Spiel gegen Leverkusen, für das die Offensivkraft Jesper Lindström erneut auszufallen droht („Es wird knapp bei ihm“), auf die richtige Einstellung an. Denn: „Der Körper macht immer das, was ihm der Kopf mitteilt. Deshalb war der Gruppensieg wichtig, weil er positive Energie freisetzt. Da lässt sich vielleicht der eine oder andere müde Muskel übergehen.“

Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen: Kommt es zum Duell zwischen Hinteregger und Schick?

Müde Muskeln dürfte Martin Hinteregger derzeit nicht haben. Zum dritten Mal in Folge saß der einstige Abwehrchef 90 Minuten lang nur auf der Ersatzbank, trotz Genesung und obwohl er dem Vernehmen nach vorher gut trainiert und selbst mit einem Startelfeinsatz gerechnet haben soll. Könnte Hinti am Sonntag womöglich gegen den Leverkusener Sturmtank Patrik Schick das passende Gegenstück sein? „Martin ist natürlich eine sehr ernste Alternative im Zentrum“, antwortet Glasner, der von einer größeren Rotation jedoch absehen wird. „Damit habe ich keine guten Erfahrungen gemacht.“ Alles in allem, sagte er am Freitagmorgen vor dem Abflug noch, „habe ich mich einfach noch nicht entschieden.“ Dieser Prozess wurde erst über den Wolken in Gang gesetzt. (Daniel Schmitt)

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