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Großes Talent: Leverkusens Florian Wirtz.
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Großes Talent: Leverkusens Florian Wirtz.

Bundesliga

Starker Eintracht-Gegner Leverkusen: Der begabte Dickkopf Florian Wirtz

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Mit gerade mal 17 Jahren prägt Florian Wirtz das Leverkusener Spiel.

Leverkusen – Dort, wo das Fußballherz der Kölner pocht, im Geißbockheim im städtischen Grüngürtel, trauern sie diesem einen Verlust auch ein Jahr später noch nach. Diesen Jungen aus Pulheim, aus dem Vorort der Domstadt, der zehn Jahre lang vier-, fünf-, sechsmal die Woche die elf Kilometer von daheim zu ihnen zurückgelegt hatte, diesen Jungen hätten sie nicht verlieren dürfen. Vor allem nicht nach Leverkusen, zur direkte rheinische Konkurrenz von Bayer 04, das ist richtig doof gelaufen für den 1. FC Köln. Also grämen sie sich auch jetzt noch, zwölf Monaten später, dafür und sagen in Person von Vorstandsmitglied Eckhard Sauren: „Eine der größten Niederlagen des Jahres war, dass wir Florian Wirtz verloren haben.“

Der Abgang von Florian Wirtz, 17, geboren in Pulheim, bis zum siebten Lebensjahr bei Grün-Weiss Brauweiler gegen den Ball tretend, ehe er beim FC zu einem der Toptalente des deutschen Fußballs entwickelt wurde, schmerzt die Kölner bis heute. Warum? Zum einen, weil Bayer 04, das an diesem Samstag (15.30 Uhr) zum Bundesligaduell bei Eintracht Frankfurt ohne Wendell und Sinkgraven (beide positive Corona-Tests) antreten muss, im Januar 2020 die mündliche Vereinbarung umging, sich keine Talente der Region gegenseitig abzuwerben.

Eintracht-Gegner top drauf

Zum anderen, weil sie es ja insgeheim irgendwie verstehen konnten. Schließlich war damals längst klar, dass Abiturient Wirtz zu einem veritablen Bundesligakicker werden würde – und vielleicht noch mehr. „Der bessere Kai Havertz“, verglich der „Kicker“ den Offensivmann, der einen Vertrag bis 2023 in Leverkusen besitzt, jüngst mit dem deutschen Nationalspieler und begründete die These mit allerlei Statistiken. Zusammengefasst: Ob Tore, Vorlagen, Spiele oder Startelfeinsätze – mit 17 Jahren war selbst Kai Havertz, der Profi des FC Chelsea, noch nicht so weit wie Wirtz.

In zwölf der 13 Ligaspiele dieser Saison stand Wirtz auf dem Rasen, halbrechts im offensiven Mittelfeld weiß er die sausenden Angreifer Amiri, Bailey oder Diaby prächtig einzusetzen. Er bereitete bisher vier Treffer des Tabellenzweiten direkt vor, weitere initiierte er im Ansatz. Dazu schoss er zwei selbst, ausgerechnet eines gegen Köln. Er ist jüngster, deutscher U-21-Nationalspieler und dürfte nicht mehr weit entfernt von einer Einladung ins A-Team sein, irgendwann nach der EM im Sommer wird gemunkelt. Er erhielt die Fritz-Walter-Medaille für den besten Nachwuchsspieler des Jahres, und, und, und.

Florian Wirtz ist mit einer feinen Technik, einer bemerkenswerten Übersicht und auch einigermaßen Tempo ausgestattet. Dazu leistet der ehrgeizige Typ, der von manchen als ein wenig zu dickköpfig beschrieben wird, erstaunlich konsequent die Defensivarbeit. Da schont er sich nicht, etwas, das Vorgänger Havertz ab und an nachgesagt wird. Manchmal sollte Wirtz zielstrebiger werden.

Teamkollege Julian Baumgartlinger hielt aber vor kurzem fest: „Nur Jeff Bezos hat 2020 mehr Marktwert gesteigert als Florian Wirtz.“ Sicher übertrieben dieser scherzhafte Vergleich zwischen dem Amazon-Gründer und dem Fußballer, freilich liegt der Marktwert von Wirtz aktuell bei beachtlichen 25 Millionen Euro. Tendenz steigend. Vor einem Jahr hatte Leverkusen nur rund 200 000 Euro an den 1. FC Köln überwiesen. Der Frust der Bosse am Geißbockheim ist also allemal verständlich. (Daniel Schmitt)

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