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Eintracht Frankfurt buhlt um Mario Götze

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Von: Ingo Durstewitz

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Mario Götze
Mario Götze rückt in den Fokus von Eintracht Frankfurt © Pro Shots / Imago Images

Die Eintracht interessiert sich für WM-Held Mario Götze, der aktuell in den Niederlanden spielt. Der Knackpunkt ist allerdings das Gehalt des Offensivspielers.

Frankfurt/Eindhoven – Es gab Zeiten, die noch nicht so furchtbar lange zurückliegen, in denen wäre ein Bundesliga-Eröffnungsspiel mit Beteiligung von Eintracht Frankfurt bestimmt nicht als „Kracher zum Auftakt“ bezeichnet worden. Nun, nach dem historischen Triumph in der Europa League, ist das anders. Am Freitag, 5. August (20.30 Uhr), empfängt Eintracht Frankfurt den permanenten Titelträger Bayern München zum Start in die Bundesligasaison – es ist das Spiel mit der größtmöglichen Reichweite, es treffen die zurzeit wahrscheinlich bekanntesten und angesagtesten deutschen Mannschaften aufeinander. So ein Duell lässt sich prima vermarkten, es ist die logische Paarung.

„Es ist für uns eine besondere Auszeichnung der Gastgeber des Auftaktspiels der 60. Bundesligasaison zu sein“, sagte Vorstandssprecher Axel Hellmann. „Wir freuen uns auf die neue Saison und ganz besonders auf das Spiel gegen Bayern München. Für uns stehen damit gleich zu Beginn mit zwei Livespielen im Free-TV echte Highlights vor einem Millionenpublikum an.“

Eintracht Frankfurt bastelt am Kader für neue Bundesliga-Saison

Auch die erste Runde im DFB-Pokal beim Zweitligaaufsteiger FC Magdeburg am 1. August (20.45 Uhr) wird nämlich live im Ersten zu sehen sein. Die Ansetzung dieser Partie dürfte auch der Grund sein, weshalb die Eintracht mit einem Spiel im Waldstadion beginnen darf. Früher war es Usus, dass der deutsche Meister Heimrecht genießt, doch diese Regelung ist zuletzt aufgeweicht worden. Die Eintracht wäre andernfalls gleich zu Beginn der Runde in argen Reisestress gekommen, denn nur fünf Tage später, am 10. August, tritt sie in Helsinki zum Uefa-Supercup gegen den Champions-League-Sieger Real Madrid an. „Es ist aus sportlicher Sicht ein sehr anspruchsvolles Startprogramm. Aber wir freuen uns darauf“, sagte Sportvorstand Markus Krösche. „Der August ist gleich ein wichtiger Monat, denn wir wollen unbedingt besser starten als in der letzten Saison. Insgesamt ist der Spielplan ausgeglichen.“

Am zweiten Spieltag geht es für die Hessen in der Hauptstadt gegen Hertha BSC, anschließend kommt Köln nach Frankfurt, ehe die Eintracht in Bremen gastiert. Das letzte Spiel in diesem Jahr bestreitet die Mannschaft am 11., 12. oder 13. November beim Nachbarn in Mainz. Anschließend pausiert die Bundesliga wegen der WM in Katar für mehr als zwei Monate.

Eintracht Frankfurt: Erste Gespräche mit Mario Götze und Berater

Die Frage wird sein, in welcher Verfassung sich die Eintracht zum Start präsentieren wird. Manager Krösche machte erst unlängst deutlich, dass der Kader in der Spitze von seiner Leistungsfähigkeit nichts einbüßen, ihm in der Breite aber Qualität zugeführt werden. „Wir müssen uns in Zukunft so aufstellen, dass wir in allen Wettbewerben auf einem hohen Level spielen können“, betonte der 41-Jährige. Ob Mario Götze da ein wichtiges Mosaikstein sein kann?

Der Starspieler, WM Held von 2014, ist in den Eintracht-Fokus gerückt, die Frankfurter beschäftigen sich ernsthaft mit dem früheren Bayern- und Dortmund-Profi. Ein entsprechender Bericht der Sport-Bild ist zutreffend. Erste Gespräche sind mit dem 30-Jährigen und dessen Berateragentur (Sports 360 von Volker Struth) bereits geführt worden. Der 63-fache Nationalspieler will den niederländischen Topklub PSV Eindhoven nach zwei Jahren verlassen, weil auch der deutsche Trainer Roger Schmidt den Verein wechseln wird. Den Coach, ein enger Vertrauter des Spielers, zieht es nach Portugal zu Benfica Lissabon. Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass er Götze mitnehmen könnte. Nun ist aber auch eine Rückkehr in die Bundesliga denkbar. Das wäre ein Paukenschlag.

In den Niederlanden wieder gut in Form gekommen: Mario Götze.
In den Niederlanden wieder gut in Form gekommen: Mario Götze. © imago

Eine Klausel im Arbeitsvertrag des Technikers ermöglicht es ihm, die Niederländer für vier Millionen Euro zu verlassen. Das hätte die Eintracht in ihrem Budget, das zwar durch den Verlust von 23 Millionen Euro belastet, andererseits durch den Europa-League-Titel und die zukünftigen Champions-League-Einnahmen gewachsen ist.

Knackpunkt ist das Gehalt. Klar ist, dass Götze in die Gilde der Topverdiener um Torwart Kevin Trapp einsteigen würde. Da geht es dann Richtung fünf Millionen Euro. Götze ist aus früheren Zeiten zwar andere Dimensionen gewohnt, doch für den kreativen Offensivspieler haben sich die Prioritäten verschoben. Die zwei Jahre im Ausland haben ihm gut getan, er ist erwachsener, reifer, gelassener geworden – und austrainierter.

In Eindhoven ist der Siegtorschützen im WM-Finale förmlich aufgeblüht, er hat in der vergangenen Saison in 52 Pflichtspielen zwölf Treffer erzielt und elf Vorlagen gegeben – vor allem aber den Spaß am Fußball zurückgewonnen, auch weil sein Leben und seine Leistungen nicht medial bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet wurden. Ein bisschen weniger Öffentlichkeit war wichtig für den polarisierenden Götze, der oft mit Erwartungen überfrachtet wurde, die er nicht schultern konnte.

Klar ist: Nur ein Mario Götze in Bestform wäre für die Eintracht eine Bereicherung, Klasse und Erfahrung hat er. Denn eines weiß auch Markus Krösche nur zu gut: Nur mit jungen Talenten wird es eher nicht funktionieren. (Ingo Durstewitz)

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