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Axel Hellmann: Barca-Spiele sind „Geschenk des Himmels“

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Von: Thomas Kilchenstein, Ingo Durstewitz, Daniel Schmitt, Jörg Hanau

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„Es muss weiter investiert werden“, findet Vorstandsprecher Axel Hellmann, ein Mann mit Visionen.
„Es muss weiter investiert werden“, findet Vorstandsprecher Axel Hellmann, ein Mann mit Visionen. © Jan Hübner

Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann über das Spiel der Spiele gegen den FC Barcelona, die Corona-Einschläge und weshalb er Niko Kovac noch immer als Glücksfall sieht.

Herr Hellmann, keine Woche mehr, dann spielt Eintracht Frankfurt gegen den FC Barcelona – in einem Pflichtspiel. Auch für Sie das bisher größte Spiel?

Es ist zweifelsfrei die größte Spielpaarung, die ich in meinem Leben als Eintracht-Fan und -Funktionär erlebt habe. Ob es auch das größte Spiel wird, hängt davon ab, wie wir es annehmen. Die Geschichtsbücher sind natürlich voll mit Berichten zum Finale 1960 gegen Real Madrid, aber das kenne ich nur aus Erzählungen. Und es gibt in der Historie des europäischen Klubfußballs wenige richtig, richtig große Vereine: Manchester United, Real Madrid und eben den FC Barcelona. Die Bayern zählen auch dazu, aber gegen die spielen wir nun mal regelmäßig in der Liga. Ansonsten? Manchester City, Chelsea – mit Kapitalmitteln nach oben gekommene Vereine. Schauen Sie, bei Manchester City hat vor 25 Jahren noch Maurizio Gaudino gespielt – da waren die noch nicht die riesengroße Nummer. Und selbst Liverpool, Juventus, Inter Mailand oder Ajax Amsterdam waren immer mal einer Volatilität ausgesetzt. Aber Real und Barca, die waren immer da, immer vorne.

Haben Sie eigentlich ein persönliches Eintracht-Lieblingsspiel?

Da gibt es drei, vier Spiele, unter denen ich mich nicht entscheiden will. Emotional besonders angefasst war ich vom Ausscheiden beim FC Chelsea. Es war ein Höhepunkt meiner bisherigen Arbeit und auch einer in der jüngeren Klubgeschichte. An der Stamford Bridge ist eine Verbindung, ein Band zwischen Fans und Mannschaft entstanden, auch durch die vielen Emotionen danach, von denen wir noch in Corona-Zeiten stark profitiert haben und es noch immer tun. Dass es zum Beispiel jetzt 35 000 Kartenanfragen für das Auswärtsspiel in Barcelona gibt, einfach Wahnsinn. Eintracht Frankfurt ist in den letzten Jahren Stück für Stück gewachsen, da zündet der internationale Funke sofort.

Überspitzt gefragt: Waren das Chelsea-Aus oder auch das Drama von Rostock 1992 nach dieser Logik dann sogar hilfreich?

Bei 1992 bin ich total anderer Meinung, das hat dem Klub geschadet, zehn Jahre des Niedergangs eingeleitet, das hat wehgetan. Gerade weil direkt danach die Champions League eingeführt wurde. Aber Chelsea ist für die emotionale Verbindung wichtig gewesen – da war es fast egal, ob du gewinnst oder verlierst. Doch ganz ehrlich: Natürlich sind einem die Gedanken durch den Kopf gegangen, wie es bei einem Weiterkommen gewesen wäre, wie schwach Arsenal im Finale damals drauf war und dass wir womöglich im Endspiel hätten gewinnen können. Was glauben Sie, was hier in der Stadt losgewesen wäre. Dagegen wäre der Pokalsieg Kindergeburtstag gewesen. Aber so ist es nun mal. Hätte, wenn und aber, das zählt nicht. Martin Hinteregger schießt das nächste Mal eben ins linke oder rechte Eck (lacht).

„Spiele gegen Barcelona sind wie Glockenschläge zum Wachwerden, vor allem nach  den schwierigen Corona-Jahren.“

Axel Hellmann

Welche Bedeutung haben die Spiele gegen Barcelona wirtschaftlich, emotional, fürs nationale wie internationale Renommee des gesamten Vereins?

Noch vor zehn Jahren haben wir gegen Aue in der zweiten Liga gespielt und jetzt haben wir eine Pflichtpartie gegen den FC Barcelona. Das sagt alles. Das ist jetzt wie ein lauter Glockenschlag zum Wachwerden, vor allem nach den schwierigen Corona-Jahren. Dass wir ein solches Spiel vor der Brust haben zum jetzigen Zeitpunkt, an dem erst seit wenigen Tagen eine Vollauslastung im Stadion möglich ist, das ist ein Geschenk des Himmels. Das Kribbeln im Vorfeld, die Choreo-Vorbereitungen, das besondere Stadtwald-Fluidum – es herrscht ein Gefühl, dass da Außergewöhnliches passieren kann.

Hat die Mannschaft sportlich wirklich eine Chance?

Ich weiß nicht, wie groß die Chance ist, aber wir haben eine. Denn ganz klar: Wir planen das Halbfinale! Wir planen kein Ausscheiden. Das muss unser Selbstverständnis sein. Wir spielen nicht gegen Barcelona, um Bella Figura zu machen und hinterher in der FR zu lesen: ‚Sie haben sich wacker geschlagen, toll gekämpft und sind raus.‘ Nein, wir wollen weiterkommen. Das muss in die Köpfe rein, nicht nur in die der Spieler, sondern in die Köpfe von uns allen. So war es auch vor dem Pokalsieg.

Die Hoffnung könnte darin liegen, das Barca die Eintracht unterschätzt.

Sie denken in Champions-League-Kategorien, die Europa League ist nicht die Flughöhe, auf der sich Barca wähnt und in den vergangenen Jahrzehnten bewegt hat. Dass sie eine riesige Qualität haben, ist doch klar. Es hängt also viel davon ab, wie wir sie beschäftigen und quälen mit unserem Spiel. Wenn wir wie das Kaninchen vor der Schlange warten und nur schauen, wie der Ball durch ihre Reihen zirkuliert, wenn wir nicht den Keil ins Getriebe bekommen, können es auch zwei bittere Spiele für uns werden. Aber die Mannschaft macht sich nicht ins Hemd, da bin ich mir sicher. Und dass Barca uns bisher kaum wahrgenommen hat, darin liegt unsere Chance.

Zur Person

Axel Hellmann ist auf Funktionärsebene ein absolutes Eintracht-Urgestein. Seit 2001 arbeitet der 50-Jährige für den Frankfurter Bundesligisten, erst als Vizepräsident, dann als Aufsichtsrat (2003), ab 2012 im Vorstand, seit einem Jahr als Sprecher des Gremiums. Der Jurist, Vater zweier Söhne, weiß, wie der Verein tickt, kennt ihn aus dem Effeff, er hat ihn selbst geformt und geprägt. Für das Interview mit der FR hat sich der Stratege, der seinen Vertrag in dieser Woche bis 2027 verlängert hat, eineinhalb Stunden Zeit genommen. Es gab viel zu besprechen. (FR) 

Sie haben das leidige Thema Corona eben schon selbst thematisiert. Daher: Wie geht es der Eintracht wirtschaftlich?

Corona kam ausgerechnet in der Phase des größten Wachstums unseres Vereins, nur dadurch sind 70 Millionen Euro Kapital vernichtet worden, die sind weg und kommen nicht mehr wieder. Punkt. Das hat uns als kraftvollen Klub sehr hart getroffen und setzt uns, wenn wir uns nicht absichern für den nächsten Herbst, einem existenziellen Risiko aus.

Aber so dürfte es den anderen Klubs doch auch gehen.

Es gibt da schon einige Unterschiede. Da sind die Werksklubs, die anders aufgestellt sind. Da sind auch jene Klubs, die Kraft ihrer Struktur nicht derart stark auf die Zuschauereinnahmen angewiesen sind, Mainz oder Freiburg zum Beispiel, deren Basis stärker Transfererlöse und TV-Einnahmen sind – und gerade letztere kamen bisher stabil. Wenn dort also nur 10 000 Fans ins Stadion dürfen, ist der Einbruch nicht ganz so signifikant. Und unsere Erlöse basieren ja nicht nur auf den vielen Zuschauern, sondern auch auf rund 800 Unternehmenspartnern. So fährst du mit der guten Entwicklung der letzten Jahre im Rücken schnell hoch und im Krisenfall leider auch wieder schnell runter. Das haben wir, aber auch Dortmund, Köln oder Stuttgart besonders erlebt.

„Wenn wir alles runterfahren, würde es nicht funktionieren, dann würde eine Spirale nach unten entstehen. Wir wollen sportlich unter den Top Ten bleiben.“

Axel Hellmann

Die Unsicherheit aber wird bleiben. Wer weiß schon genau, was Corona im Herbst und Winter treibt und wie die Situation dadurch für den Fußball sein wird. Muss die Eintracht weiterhin auf die Bremse treten?

Das war eine der zentralen Fragen, als es um meine Vertragsverlängerung ging: Was machen wir in Post-Corona-Zeiten mit immer noch ungewissen Zukunftsaussichten mit diesem Klub? Und da hatten wir eine komplette Einmütigkeit. Wenn wir alles kleinmachen und runterfahren, würde das nicht funktionieren, dann würde eine Spirale nach unten entstehen, die uns schnell in die Lage der vielen anderen gestrandeten Traditionsklubs bringen würde. Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir uns nicht kleiner machen, sondern Wege und Konzepte finden, um es weiter im Wettbewerb mit den größeren Fischen aufzunehmen. Wir wollen sportlich unter den Top Ten bleiben. Wir wollen weiter der Motor der Region für Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit sein. Wir wollen unsere Erlösströme ausbauen, das Stadion weiterentwickeln. Das alles bedeutet: Es muss weiter investiert werden. Dies haben wir in den Gesprächen definiert, es setzt aber auch voraus, dass wir perspektivisch die Kapitalausstattung der Gesellschaft optimieren. Das heißt: Wir werden uns Gedanken machen, wie wir die Kapitaldecke grundsätzlich aufstocken. Da gibt es verschiedene Wege.

Welche?

Wir haben ja bereits zwei Kapitalmaßnahmen aufgelegt, gerade die letzte hat uns sehr geholfen, durch Corona zu kommen, sonst wäre es kritisch geworden für uns. Die andere, 2018, hat uns ermöglicht, Sebastien Haller und Ante Rebic noch ein Jahr an uns zu binden. Wir werden wieder kreativ sein müssen. Es gibt keine Denkverbote. Wir müssen die Kapitaldecke stärken. Wie gesagt: Die 70 Millionen sind weg, und wir können nicht mit einem Eigenkapital von acht, zehn oder zwölf Millionen in den ungewissen Herbst und Winter gehen. Wir brauchen Beweglichkeiten und Sicherheit, der Klub braucht immer Speck auf den Rippen, sonst wird es ein Ritt auf der Rasierklinge.

All das müsste aber zeitnah geschehen.

Wir werden über den Sommer an dem Thema arbeiten, ja.

Die Planbarkeit des Gesamtkonstrukts wird aber, ganz profan gesprochen, dadurch erschwert, dass man abhängig von dem ist, was junge Männer auf dem Rasen anstellen. Garantien gibt es, siehe Hertha BSC, nicht wirklich. Spüren Sie eine Ohnmacht?

Ich habe mich daran gewöhnt, dass sich manche Dinge meiner Gestaltungsmöglichkeit entziehen und ich angewiesen darauf bin, dass die Sport-Verantwortlichen ihre Aufgaben erfüllen. Dass ich manchmal Dinge nicht verstehe oder anders beurteile, liegt in der Natur des Fans in mir. Ich bin sehr zufrieden mit dieser Saison. Wenn wir im gehobenen Mittelfeld abschließen, also in den Top Ten, ist das in unserer Lage der Neuaufstellung mehr als in Ordnung. Es muss nicht immer Europa sein, aber es wäre natürlich schön. Generell bin ich sehr zufrieden mit der gesamten sportlichen Entwicklung der letzten sechs Jahren.

Damals heuerte Niko Kovac in Frankfurt an.

Richtig. Er hat am 8. März, dem Geburtstag der Eintracht, hier seinen Vertrag unterschrieben. Ich sage immer noch: Niko Kovac war für uns von allen sportlichen Verantwortungsträgern der größte Glücksfall. Er war schon da, bevor Fredi Bobic kam, das darf man nicht vergessen. Er hat bei uns eine andere Arbeitsmentalität eingeführt und auch das Denken, Grenzen durch Fleiß zu verschieben. Davon profitieren wir bis heute. Ich glaube, dass die Erfolge von Adi Hütter danach nicht möglich gewesen wären, wenn Niko diesen Verein nicht so verändert hätte. Für uns als Verein war das eine Grenzverschiebung, nach dem Motto: Man kann Außergewöhnliches schaffen, wenn man außergewöhnlich engagiert und fleißig daran arbeitet. Davon haben in der Folge Fredi und Adi profitiert, die beide hier gute und erfolgreiche Arbeit abgeliefert haben. Davon profitiert jetzt auch Markus Krösche. Alle, die jetzt dazu gekommen sind, attestieren uns: Es gibt hier einen klaren Leistungsgedanken.

Aber jetzt steht doch erst einmal das Zwerg aus Fürth vor der Tür. Vor fast vollem Haus übrigens. Überrascht Sie das?

Ja, das hat mich positiv überrascht. Ich bin noch zurückhaltend bei der Bewertung, ob das schon wieder der Regelfall ist, ich werde das jetzt beobachten bis Saisonende. Ich stelle mich lieber auf kritische Szenarien ein, als völlig euphorisch zu glauben, es wird wieder wie vor Corona sein. Die Distanz der Menschen zum Fußball ist gewachsen, eine Entwöhnung hat in Teilen stattgefunden. Das ist nicht nur durch Umfragen erhoben worden, das ist fühlbar. Deshalb ist unser Programm klar, dass wir in den nächsten zwei, drei Jahren zu den Menschen in die Region gehen. Wir wollen die Nähe zur Eintracht in den Mittelpunkt stellen.

Zurück zu Fürth: Kann der Letzte zum Stolperstein werden, ein Stimmungskiller vor dem großen Spiel und der Todesstoß für die europäischen Ambitionen?

Die sportliche Führung ist hier total fokussiert. Wir können uns alle über Barcelona unterhalten, aber der Sport hat Fürth im Fokus. Denn wenn wir in der Liga in der Jäger-Rolle bleiben wollen, müssen wir Fürth schlagen. Das ist ein schmaler Grat. Aber ich spüre, das gelingt. Alle fangen an, in diesen Tunnel reinzugehen. So, wie ich das vor dem Pokalfinale 2018 gespürt habe. Du kannst das in so einem Klub fühlen.

Wie kommen Sie darauf, die Eintracht perspektivisch unter den Top-Ten-Teams zu verorten?

Wir sind all die durchgegangen, die aktuell unter den ersten Zehn sind, da ist Freiburg dabei, Mainz, Köln, Union Berlin. Dazu Gladbach oder Wolfsburg, die aktuell dahinterliegen, aber eigentlich weiter oben angesiedelt sind, dann muss man sagen: Das ist ein Anspruch, der gerechtfertigt ist und den wir stemmen können. In der sogenannten TV-Tabelle sind wir im Durchschnitt der letzten fünf Jahre tagesaktuell Fünfter. Und das entspricht meiner Wahrnehmung: Fünfter, Sechster, Siebter, das ist unsere Positionierung in der Liga. Bayern, Dortmund, Leverkusen, Leipzig – das sind die vier, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten regelmäßig in die Champions League gehen. Vom Budget müssten Wolfsburg und Hoffenheim immer vor uns stehen, wir kämpfen mit Gladbach und perspektivisch Schalke 04 wirtschaftlich um die Plätze dahinter. Damit wird klar: Wenn wir europäisch spielen wollen, dann müssen wir besser sein als der Markt.

Ist also die Europa League kommende Saison wieder das Ziel?

Es muss unser Ziel sein. Wir sind mittlerweile auch strukturell bereit zur regelmäßigen Teilnahme am europäischen Wettbewerb.

Wie ist die Bundesliga im Vergleich zu anderen Ligen aufgestellt?

Wir haben in den letzten zwölf Monaten viele drängende Themen nicht so angeschoben, wie es aus meiner Sicht notwendig gewesen wäre. Das lag am Führungswechsel von Christian Seifert zu Donata Hopfen in der DFL, da wollte man keine Strategiebrüche riskieren. Das ist nachvollziehbar, aber in der Zeit ist um europäischen Fußball viel passiert. Andere Ligen haben Geld aufgenommen und damit ihr Wachstum beschleunigt. Wir müssen als Liga aufpassen, hinter der Premier League, die nicht einzuholen ist, die Nummer zwei zu bleiben.

Ansonsten kommen nur noch Spieler aus unattraktiven Ligen?

Ich würde eher sagen: aus nicht so renommierten Ligen. Wenn du nicht mehr die Wettbewerbsfähigkeit hast, für Topspieler attraktiv zu sein, dann musst du aus Märkten Spieler holen, aus denen der Weg in die Spitze weit ist. Wir müssen aufpassen, dass wir in der internationalen Wahrnehmung nicht an Gewicht verlieren. Das würde die Erlösmöglichkeiten der Liga weiter einschränken. Und das macht mir Sorgen. Hier spielt die Attraktivität der Klubs in der Bundesliga eine wichtige Rolle. Nur, um nicht wieder absichtlich missverstanden zu werden: Wer sich sportlich für die Bundesliga qualifiziert, hat seinen Platz verdient. Punkt. Aber schauen Sie sich die TV-Zahlen der zweiten Liga an, wenn Samstagabend Schalke gegen Hamburg spielt. Die schlagen die gesamten Bundesliga-Konferenz am Nachmittag. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Bundesliga 20 Prozent an Reichweite verloren und die zweite Liga 20 Prozent gewonnen hat. Wir dürfen das nicht nur durch die Vereinsbrille sehen, sondern müssen uns fragen: Wie können wir die Bundesliga stärken?

Dann sind Sie ja genau der richtige Mann, um künftig im Präsidium der DFL mitzureden?

Die Arbeit für die Entwicklung des Fußballs, auch für Eintracht Frankfurt, ist auf verschiedenen Ebenen des Fußballs vorzunehmen, nicht nur in der DFL, sondern auch in der ECA (Interessenvertretung europäischer Vereine; Anm. d. Red.) und der Uefa. Wir müssen mehr die Breite der europäischen Klubs abbilden als nur die besten 16. Es gibt also eine Reihe von Feldern, auf die man sich als Vertreter von Eintracht Frankfurt zum Wohle des gesamten Fußballs betätigen kann. Wenn das gewünscht ist, stehe ich als Person zur Verfügung.

Zum Abschluss noch kurz vom großen zum deutlich kleineren Fußball: Es ist ja schön, dass Eintracht Frankfurt inzwischen den Fehler korrigiert hat, die zweite Mannschaft abzuschaffen. Ein teurer Fehler offenbar, Sie schießen angeblich sechs Millionen Euro zu?

Unser Sportvorstand Markus Krösche hat früh deutlich gemacht, dass er wieder eine zweite Mannschaft haben möchte. Er und sein Team realisieren jetzt ihre Vorstellungen, wie sie Nachwuchsfußball für die Zukunft aufbauen wollen. Für die zweite Mannschaft ist Dreieich der einzig mögliche Standortz für uns. Wir haben in Frankfurt keine Möglichkeit, den Spielbetrieb einer zweiten Mannschaft aufrecht zu erhalten. Übrigens ist es Quatsch, dass wir uns mit sechs Millionen in Dreieich eingekauft hätten. Wir haben an der Betriebsgesellschaft Anteile übernommen, sind an den Kapital-, Betriebs- und Unterhaltkosten des Sportparks beteiligt und wir unterhalten eine Mannschaft. Und da sind wir sehr, sehr weit von sechs Millionen entfernt. Für uns ist die Option Dreieich ein Glücksfall.

(Interview: Ingo Durstewitz, Daniel Schmitt, Thomas Kilchenstein, Jörg Hanau)

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