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Eintracht Frankfurt

Fredi Bobic: Kader von Eintracht Frankfurt auch ohne Rebic und Vallejo stark genug

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Auch ohne Rebic und Vallejo hält Eintracht-Vorstand Bobic den Frankfurter Kader für stark genug, die Liga zu halten - hoffentlich täuscht er sich da nicht.

Fredi Bobic findet es nicht selten amüsant, was so alles über seinen Arbeitgeber geschrieben wird. Der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt kann mitunter auch wirklich darüber sarkastisch schmunzeln, welche Spieler gerade im weltweiten Netz mit seinem Klub in Verbindung gebracht werden. Spieler aus aller Herren Länder, Stürmer aus Schottland, Holland oder Frankreich zum Beispiel, darunter auch welche, die er, Fredi Bobic, vorher noch nie gehört habe und deren Vita er selbst erst im Internet nachrecherchieren müsse. Angesprochen auf derlei Spekulationen hat der 48-Jährige denn meist nur ein müdes Lächeln übrig. Motto: Lasst mich nur machen, was von irgendwem irgendwo irgendwann geschrieben wird, das kümmert mich einen feuchten Kehricht.

Eintracht Frankfurt beschäftigt sich intern mit Ante Rebic und Jesus Vallejo

So weit, so gut, und ja prinzipiell auch eine gute Herangehensweise, kursieren doch teils hanebüchene Namen in den riesigen Weiten der Gerüchtewelt. Ganz klar, da wären ständige Kommentierungen von potenziellen Neuen nur verlorene Zeit. Doch es gibt eben auch jene Meldungen, die eine Grundlage besitzen, die auf Infos verlässlicher Quellen basieren – wie in den Fällen von Jesus Vallejo und Ante Rebic. Über mögliche Rückholaktionen der beiden ehemaligen Frankfurter wurde in den vergangenen Wochen viel berichtet, auch frühzeitig und ausführlich von der FR, intern hat sich die Eintracht definitiv mit beiden Spielern beschäftigt. 

Am Samstag also nahm Fredi Bobic am Rande des Trainingslagers in Florida Stellung zu den beiden Fußballern und deren mögliche Zukunft im Hessenland. Im Fall von Verteidiger Vallejo fiel die Auskunft des Sportchefs eindeutig uneindeutig aus. Zum einen sagte er nämlich, dass die Eintracht „keinen Bedarf“ für den gestern 23 Jahre alt gewordenen Spanier sehe, zum anderen beendete er diesen Satz mit folgenden Worten: „Aber trotzdem haben wir natürlich noch drei Wochen vor uns. Wer weiß, was da noch passiert.“

Eintracht Frankfurt: Jesus Vallejo überflüssig?

Bobic, braungebrannt von seinem USA-Urlaub im Vorfeld des Übungscamps, bestätigte denn auch Gespräche mit dem Innenverteidiger, der in der Saison 2016/17 schon einmal das Trikot der Hessen trug. „Ich habe zum Berater von Jesus ein sehr gutes Verhältnis, wir reden offen. Dass der Junge sehr unglücklich ist, weil er kaum spielt, ist klar. Auch, dass wir uns mit ihm auseinandersetzen.“ Vallejos Stammverein Real Madrid hat jüngst das Leihgeschäft mit den Wolverhampton Wanderers beendet, der spielstarke Abwehrmann stünde also für einen anderen Klub bereit. 

Allerdings hat die Eintracht auf seiner Position, jener des rechten Innenverteidigers, schon zwei andere Alternativen im Kader: Kapitän David Abraham und Bruder Leichtfuß, den talentierten, aber (noch) zu fehleranfälligen Franzosen Almamy Touré. „Damit ist es überflüssig, die Frage nach Vallejo zu stellen“, so Bobic. Heißt also? Aktuell eher nicht, bis zum Transferschluss Ende Januar vielleicht schon. Die Hintertür ist zumindest offen.

Fredi Bobic bestätigt Kontakt zu Ante Rebic – doch an den Gerüchten einer Rückkehr ist nichts dran

Weniger schwammig äußerte sich Bobic dagegen zur Personalie Rebic. Dass der an den AC Mailand ausgeliehene und dort ein unglückliches Dasein fristende Stürmer eine Verstärkung für den erlahmten Angriff der Hessen wäre, sehen nicht gerade wenige im Klub und dessen Umfeld so. Auch Trainer Adi Hütter hatte unlängst bestätigt, dass er sich mit dem eigenwilligen Kroaten, der so gern zwischen Weltklasseleistungen und Null-Bock-Attitüde pendelt, nach dessen Italien-Flucht ausgesprochen habe. Boss Bobic aber sagte am Samstag: „Da ist gar nichts dran.“ Kontakt hatte die Eintracht laut FR-Informationen aber sehr wohl mit dem bulligen Angreifer.

Der Sportvorstand der Frankfurter ist ohnehin überzeugt davon, dass es auch ohne externe Qualitätszuführung reichen wird für den Klassenerhalt der Eintracht, dafür müsse nur an internen Stellschrauben gedreht werden. „Wenn alle Spieler fit sind, dann haben wir eine gute Mannschaft und man muss uns erstmal schlagen. Wir dürfen keine Angst haben, sondern sollten Selbstvertrauen zeigen.“ Mit der Struktur und Qualität des Kaders sei er zufrieden, so Bobic, „mit unseren Spielern kannst du auch gegen Hoffenheim und Leipzig gewinnen.“

Rückrundenstart hat große Bedeutung für Eintracht Frankfurt

Den beiden ersten Januar-Partien kommt ob der schlechten Ergebnisse und des Absturzes auf Rang 13 der Bundesligatabelle mit dem geringen Pölsterchen von drei Punkten zur Abstiegszone natürlich eine enorme Bedeutung zu. Trainer Hütter muss seine Mannschaft in den wenigen Tagen von Florida wieder auf Kurs bringen, ihr den alten Spirit einverleiben, alles für den Erfolg tun zu müssen. Denn glaubt man Bobic, habe es ja nicht am grundsätzlichen Niveau der Truppe gelegen, sondern an „vielen Faktoren“. Unnötige Sperren, unglückliche Verletzungen, Ermüdung aufgrund der vielen, vielen Begegnungen, auch fehlendes Spielglück, „und die eine oder andere Geschichte haben wir selbst verdaddelt“. Als Beispiele dafür nannte er die Partien gegen Köln (2:4) und Hertha BSC (2:2).

Wenn das Team wieder zurückkehre zu seinen Tugenden, zu einer Kompaktheit, „dann haben wir keine Sorgen, dass wir uns kurzfristig aus dem hinteren Tabellendrittel befreien werden“. Indirekt erhöhte der Vorstand damit natürlich auch den Druck auf seinen Trainer, dem es – folgt man Bobics Argumentation logisch – offenbar nicht gelungen ist, dass vorhandene Potenzial der Mannschaft vollends auszuschöpfen. Der Trainer mache nun in den USA aber trotz der Krise vor Weihnachten einen „aufgeräumten Eindruck“, stützte Bobic den Coach verbal noch einmal deutlich, nachdem er schon direkt nach der Paderborn-Pleite (1:2) eine Trainerdiskussion prompt abgewürgt hatte. „Ich sehe ihn zielorientiert, gelöst und fokussiert.“

Neuen Spielern, so ist zu hören, stünde Adi Hütter aber auch nicht abgeneigt gegenüber. Das wird auch Fredi Bobic wissen.

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