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Das Hadern hilft nichts: Goncalo Pacienca scheidet mit der Eintracht im DFB-Pokal aus. dpa
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Das Hadern hilft nichts: Goncalo Pacienca scheidet mit der Eintracht im DFB-Pokal aus. dpa

DFB-Pokal

Eintracht Frankfurt: Bittere Blamage zum Einstand von Trainer Oliver Glasner

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Wie seinem Vorgänger Adi Hütter misslingt auch Oliver Glasner das Debüt als Eintracht-Trainer. Sorgen macht er sich für den Ligastart aber keine: „Werden hart mit uns ins Gericht gehen“

Mannheim - Nicht ganz drei Jahre ist es, da erlebte Adi Hütter das, was nun auch seinem befreundeten Kollegen Oliver Glasner widerfuhr: der größtmögliche Fehlstart beim neuen Arbeitgeber. Hütter wie Glasner verloren ihr erstes Pflichtspiel als Trainer von Bundesligist Eintracht Frankfurt, beide in der ersten Runde des DFB-Pokals, was, ganz logisch, das jähe Aus im Wettbewerb bedeutet. Während Hütter im August 2018 mit seiner Truppe am Viertligisten SSV Ulm scheiterte, verlor Glasner im August 2021 mit 0:2 (0:0) beim galligen Drittligisten Waldhof Mannheim.

„Der Mannheimer Sieg ist verdient“, gestand der neue Frankfurter Fußballlehrer, „wir haben es nicht geschafft, über einen längeren Zeitraum Torgefahr zu entwickeln, wir hatten nicht die richtigen Lösungen. Ich bin sehr, sehr enttäuscht.“ Er habe sich sein Debüt ganz, ganz anders vorgestellt. Wichtig sei jetzt aber, so Glasner, die Ärmel hochzukrempeln und kommende Woche beim Ligaauftakt in Dortmund ein besseres Spiel zu zeigen. Vor allem an den fußballerischen Basics, zum Beispiel der „Konsequenz“ in den Zweikämpfen müsse gearbeitet werden.

Eintracht Frankfurt nach DFB-Pokal-Aus: „Stellen Kader nicht infrage“

Die Frankfurter zeigten vor 12.151 Fans im Mannheimer Carl-Benz-Stadion in der Tat über weite Strecken eine ernüchternde Leistung, lediglich die Anfangsviertelstunde dürfte noch nach dem Gusto des Trainers verlaufen sein. Da dominierten die zwei Spielklassen höher angesiedelten Hessen den Gegner, ließen die Kugel flüssig durch die eigenen Reihen zirkulieren, erspielten sich durch Jesper Lindström und Daichi Kamada gute Möglichkeiten. Danach aber machte die Eintracht einen spielentscheidenden Fehler, sie passte sich dem Gegner an. „Wir haben nicht mehr den Ball laufen lassen, sondern sind selbst damit gerannt“, analysierte der ebenfalls neue Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche.

Der SV Waldhof hatte die Eintracht dort, wo er sie haben wollte, in vielen direkten Duellen, die der Drittligist mit Herzblut mehr und mehr für sich entschied. Und in den finalen Minuten vor der Pause gleich dreimal gefährlich wurde: Marc Schnatterer, Dominik Martinovic und Marcel Costly scheiterten an Eintracht-Keeper Kevin Trapp. Wer nun dachte, die Gäste würden nach dem Seitenwechsel wieder mehr Ruhe und Genauigkeit in ihr Spiel bekommen, sollte sich täuschen. Stattdessen köpfte Marcel Seegert die Mannheimer in Führung (48.). Die beim Eckball in Raumdeckung verteidigende Eintracht ordnete sich dem hereinlaufenden Waldhof-Kapitän zu spät zu.

Eintracht Frankfurt verliert im Pokal: Selbstkritik vor Ligastart

Völlig unverständlich: Nur drei Minuten später tauchte Joseph Boyamba freistehend vor Trapp auf, überlupfte den Schlussmann, das 0:2 (51.). Nun war bei der Eintracht jegliche Ordnung dahin, Martin Hinteregger flog mit Gelb-Rot vom Feld (61.) und der Eintracht-Tag war endgültig gelaufen. Die Niederlage bereite ihm zwar keine Sorgen bezüglich der anstehenden Saison, so Glasner, „weil die Spieler selbstkritisch sind“, er werde mit seiner Truppe aber sehr wohl „sehr hart ins Gericht gehen“.

Ohne den im Pokal gesperrten Unterschiedspieler Filip Kostic und den längst für RB Leipzig stürmenden André Silva fehlte der Eintracht zudem die Offensivpower der vergangenen Saison. Eigentlich nur logisch. Rafael Borré im Sturmzentrum und Christopher Lenz auf links enttäuschten komplett.

Doch was bedeutet das frühe Aus, die größte Pokalüberraschung der ersten Runde, für die Eintracht? Vorerst einmal, dass trotz fünf Wochen und zwei Tagen Vorbereitungsphase noch eine Menge Arbeit für die Verantwortlichen ansteht. „Es ist wichtig, dass jeder bei sich beginnt“, sagte Glasner, während Vorstand Krösche die Eintracht trotz des „Rückschlags“ im Großen und Ganzen „auf einem guten Weg“ sieht. „Wir stellen die Qualität des Kaders jetzt nicht infrage, wir vertrauen den Spielern“, sagte er. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Kader, es wird vermutlich nicht mehr viel passieren.“

Eintracht Frankfurt: Hauge kommt auf Leihbasis

Überdacht werden sollte jedoch – freilich ohne Panik, aber mit gebotener Vorsicht - die eine oder andere Planstelle im Kader. Dass zum Beispiel der jungen Tuta wirklich stabil genug ist, um eine volle Saison als Stammkraft in der Innenverteidiger zu absolvieren, dahinter steht nach diesem Auftakt zumindest mal ein Fragezeichen. Die Alternativen für ihn sind rar gesät. Noch deutlicher ersichtlich: In des Gegners Strafraum klaffte beim Spiel in Mannheim ein großes Loch. Zwar wechselten die wuseligen Lindström, Kamada und Borré häufig die Positionen, vor dem Kasten tauchten sie aber viel zu selten auf. Ein großgewachsener Stoßstürmer würde dem Eintracht-Kader gut tun.

Verstärkung erhält das Team, wie von der FR unlängst berichtet, vorerst mal von einem flexibel einsetzbaren Offensivmann: Jens Petter Hauge. Die Verpflichtung des Norwegers vom AC Mailand soll womöglich schon am Montag vermeldet werden. Fix war sie im Grunde schon am Sonntagabend. Es gebe eine „hohe Wahrscheinlichkeit“, dass der Hauge-Deal klappe, bestätigte dies Markus Krösche indirekt. „Jens Petter bringt uns in der Offensive noch mehr Variabilität.“

Die Eintracht leiht den 21-Jährigen für eine Saison aus und hat sich zudem eine Kaufoption gesichert, die unter zehn Millionen Euro liegt. Bereits seit Wochen feilt Krösche an diesem Transfer, anfangs stand auch mal ein Kauf im Raum, die Ablöseforderung der Italiener war der Eintracht jedoch zu hoch. Nun also erstmal das leihbasierte Antesten und im Fall einer erfolgreichen Zusammenarbeit die Option eines Kaufs - ein vernünftiger Deal in Zeiten von knappen Corona-Kassen. Wahrscheinlich ist, dass die Hessen im Gegenzug noch einen oder auch mehrere Offensivspieler abgeben. Steven Zuber gilt als Wechselkandidat, ebenso Amin Younes. Beide standen nicht in der Startelf, zumindest ein kleiner Fingerzeig.

Abschließend befand Eintracht-Trainer Oliver Glasner noch: „Die Niederlage ist ganz klar unsere Schuld.“ Damit lag er bei allem Respekt für den galligen Gegner vollkommen richtig.

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