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So kennt man ihn aus Frankfurter Zeiten, den verrückten Vogel Haris Seferovic - allerdings schmerzt den Schweizer aktuell die Leiste.

Eintracht-Gegner Benfica Lissabon

Duell der Adler

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Benfica Lissabon ist Europapokal-Stammgast, ist der Eintracht einiges voraus - unschlagbar scheinen die Portugiesen aber nicht.

Ein bisschen was hat Benfica Lissabon der Frankfurter Eintracht ja schon voraus: Da ist die imposante Mitgliederzahl von 230.000, die Eintracht steht gerade bei 70.000. Auch sind da einige Meisterschaften, um genau zu sein satte 35. Doch darum soll’s an dieser Stelle gar nicht gehen. Ist ja schließlich nur Portugal, ein Fußballland, in dem es Jahr für Jahr sowieso nur zwei Titelanwärter gibt - den FC Porto und eben Benfica. Dass es in Deutschland mittlerweile ganz ähnlich läuft, sei’s drum. Gemeint ist etwas ganz anderes: der tierische Vergleich der Viertelfinalgegner in der Europa League.

Eintracht-Maskottchen Attila: Ein stolzer Vogel

Auf der einen Seite die Hessen und ihr Steinadler Attila. Ein stolzer Greifvogel, wie er da bei jedem Heimspiel an der Mittellinie über seine Bundesligakicker wacht, wie er von Trainer Adi Hütter fast schon ritualisiert jedes Mal am Hals gestreichelt wird. Auf der anderen Weißkopfadler Vitoria, der schon seit den 90er Jahren das Maskottchen der Rot-Weißen ist. Vitoria, der Sieg, so müssen sie auch in Frankfurt neidlos anerkennen, hat Attila eines voraus: er fliegt. Vor jedem Spiel dreht das mächtige Tier eine Runde durchs Estadio da Luz, das Stadion des Lichts. Attila sitzt immer auf dem Arm seines Falkners.

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Nun wird sich das Duell auf dem Rasen gewiss nicht in der Luft entscheiden. Viel eher werden sich zwei Mannschaften gegenüberstehen, die mindestens ebenbürtig scheinen. Vielleicht muss man der Eintracht sogar eine minimale Favoritenrolle zuschieben. Denn zwar ist Benfica ein Champions-League-Dauergast, ebenso regelmäßig fliegen die Lissabonner aber auch gleich wieder raus. In dieser Saison landete das mit zwölf Nationalspielern bespickte Team hinter dem FC Bayern und Ajax Amsterdam abgeschlagen auf Rang drei der Gruppe - gegen die Münchner gab es 0:2- und 1:5-Niederlagen.

Eintracht im Achtelfinale - Lissabon ist schlagbar

Auch im Achtelfinale der Europa League reichte es gegen das nicht gerade zu den internationalen Schwergewichten zählende Dynamo Zagreb erst in der Verlängerung zum Weiterkommen – 0:1 verlor Benfica das Hinspiel, das Rückspiel gewann der Finalist von 2013 und 2014 mit 3:0. Gefährlichster Angreifer ist der nicht unbedingt für seine Kaltschnäuzigkeit bekannte Haris Seferovic - wettbewerbsübergreifend erzielte er in dieser Saison 15 Treffer. Allerdings: Der Ex-Frankfurter ist aktuell an der Leiste verletzt, seine Rückkehr ungewiss. Stattdessen sorgte zuletzt der Brasilianer Jonas für die nötigen Tore. Ein schlechter Mann ist dieser Schleicher im Sturm zwar nicht, vor allem hat er mit seinen 34 Jahren eine ganze Menge Erfahrung. Absolutes Topniveau verkörpert der Brasilianer aber nicht.

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Weiterhin ist die Trainerposition durchaus eine problematische. Im Januar wurde Rui Vitoria entlassen, das Aus in der Champions League wog zu schwer. Übernommen hat der unerfahrene, vorherige Reservetrainer Bruno Lage. Der 41-Jährige stabilisierte Lissabon zumindest so weit, dass die Kicker von der Tejo-Mündung punktgleich mit Porto die Tabellenspitze der heimischen Liga zieren.

Benfica Lissabon, ein Klub mit viel Tradition und Titeln, mit herausragenden Mitgliederzahlen und einem imposanten Maskottchen – aber auch mit einer Mannschaft, die für Eintracht Frankfurt nicht unschlagbar erscheint.

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