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Eintracht-Coach Adi Hütter konnte sich in München nur auf seinen Keeper verlassen.

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Eintracht Frankfurt: Die Bewertung der Spieler in der Einzelkritik

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    Ingo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt kommt in München wieder einmal unter die Räder und erreicht dennoch Europa. Die Einzelkritik.

Gut dabei

Kein Eintrag

Ganz okay

Kevin Trapp: Der mit Abstand beste Spieler seiner Mannschaft – und das als Torwart bei fünf Gegentoren. Das sagt alles. Verhinderte ein noch sehr viel höheres Debakel, starke Paraden gegen Lewandowski, Müller, Alaba und fast alle anderen. Ohne ihn hätte es schon nach zehn, 15 Minuten 0:4 stehen können. Aber: Sah beim zweiten und dritten Gegentreffer nicht wirklich gut aus, beim zweiten ließ er den Ball wieder nach vorne abprallen. Kann aber bei einer Flut an Torschüssen mal passieren.

So lala

Sebastien Haller: Kam zur zweiten Hälfte ins Spiel, und war gleich zur Stelle: Staubte zum zwischenzeitlichen 1:1 ab. Versuchte auch sonst das zu machen, was er immer macht, wenn er spielt: Kugel halten, ablegen, Räume schaffen. Konnte er aber nur selten zeigen, weil ja kaum Bälle nach vorne kamen.

Filip Kostic: Probierte zumindest, dagegenzuhalten und auch mal ein Solo zu starten. War aber auf sich alleine gestellt, keiner traute sich was, kaum einer rückte nach. Gegenspieler Kimmich ist auch kein ganz Schlechter.

Lucas Torro: Kam in ein höchst einseitiges Spiel, um das vom Einsturz bedrohte-Eintracht-Gebilde zu stabilisieren, das gelang in Maßen. Sorgte zumindest für ein bisschen Ordnung, mehr war nicht zu verlangen.

Schwächelnd

Makoto Hasebe: So viele Löcher konnte der Japaner da hinten als Libero gar nicht stopfen, kam meistens ein, zwei Schritte zu spät, weil die Bayern zu schnell und die Räume zu groß waren. Undankbares Spiel, selten einen so hilflosen Hasebe gesehen.

Gelson Fernandes: Lief mehr als alle anderen Spieler (11,84 Kilometer), mit den meisten intensiven Läufen (94). Aber er rennt halt nur hinterher. Vor dem 1:3 ließ er sich von Sanches vernaschen. Aller Einsatz bringt nichts, wenn das übrige Spiel von einer ausgemachten Kopflosigkeit gekennzeichnet ist. In puncto Einstellung und Willen ist ihm nichts vorzuwerfen, fußballerisch aber streng genommen nicht auf Bundesliganiveau.

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Martin Hinteregger: Hat zwölf Zweikämpfe gewonnen, mehr als alle anderen Frankfurter Profis. Das mag man kaum glauben eingedenk der vielen Situationen, in denen er einfach überspielt wurde. Gegen wendige, trickreiche Spieler stößt er an seine Grenzen, da wirkt er arg hüftsteif. Auch im Spielaufbau dürftig.

Ante Rebic: Dünner Auftritt des Kroaten, lief ziellos durch die Gegend, ohne Linie, Struktur und einen Plan. Wirkte nun auch nicht besonders engagiert, angeschlagen ausgetauscht. Fiel nicht ins Gewicht.

Mijat Gacinovic: Nichts Neues vom schmächtigen Serben: Läuft viel, holt auch den einen oder anderen Ball, aber vertändelt ihn sofort wieder. Arg naiv, prallte an den Bayern förmlich ab. Das wirkte so, als spiele ein A-Jugendlicher gegen gestandene Profis.

Jonathan de Guzman: Völlig überfordert, kam mit dem Tempo der Bayern nicht mit, das ging alles viel zu schnell. Einmal sogar noch im Glück, als sein Rettungsversuch an der Latte und nicht im eigenen Tor landete. Zur Halbzeit ausgetauscht. Zu Recht.

Danny da Costa: Nach 50 Pflichtspielen ist bei ihm Schicht im Schacht, nichts geht mehr. Geistige und körperliche Frische sind auf der Strecke geblieben, das darf nicht verwundern. Beim 0:1 nicht mal in der Nähe von Coman, vor dem 1:4 ließ er Ribery einfach laufen. Die Pause wird ihm guttun.

Luka Jovic: Im Schongang, über 90 Minuten. An Lustlosigkeit kaum zu überbieten, ohne Power, ohne Punch. Da scheint einer mit seinen Gedanken schon ganz schön weit weg zu sein, in Madrid vielleicht. Sehr wahrscheinlich sein letztes Spiel für die Eintracht, ein ziemlich mieses.

David Abraham: Was ist nur aus dem Kapitän geworden? Völlig neben der Spur, bolzt die Bälle wild durch die Gegend, in der Abwehr kaum mehr in der Lage, einen Zweikampf zu gewinnen. Rutscht aus, strauchelt, fällt hin, völlig desorientiert. Schlimme Vorstellung. In dieser Form nicht bundesligatauglich.

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