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Soll mit den B-Jugendlichen der Eintracht arbeiten, aber nicht als Cheftrainer: Ervin Skela (li.), hier mit Sportchef Fredi Bobic.

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Eintracht Frankfurt baut im Nachwuchs um

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NLZ-Chef Andreas Möller plant die Zukunft der Eintracht-Jugend: Ex-Profi Ervin Skela soll Co-Trainer der U17 werden, Alex Meier Offensivcoach für alle Juniorenteams.

Frankfurt - Auch in Zeiten des Stillstands hält Andreas Möller, der weitgereiste Bub aus Sossenheim, die Stellung am Riederwald. So oft es geht, ist der Frankfurter Nachwuchschef dort vor Ort, wo das Herz der Eintracht schlägt, und zumindest taugt das erzwungene Innehalten auf fast alle Ebenen dazu, die zumeist so nervige Fahrt durch das stets verstopfte Nadelöhr in Frankfurts Osten deutlich schneller als zu Prä-Corona-Zeiten hinter sich zu bringen.

Möller aber hat immer noch alle Hände voll zu tun, er arbeitet jetzt eher zukunftsorientiert und konzeptionell, nicht nah dran an den jungen Fußballern, Trainern oder Mitarbeitern, die allesamt nach Hause geschickt wurden. Doch der Boss des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) schlägt selbst jetzt Pflöcke ein, so werden vorab geplante personelle Entscheidungen jetzt forciert oder vollendet.

Eintracht Frankfurt: Möller voller Hingabe

Zuvorderst ist da die Verpflichtung der beiden hochgeschätzten Ex-Profis und Fußballsachverständigen Thomas Broich und Jerome Polenz als Trainer der U 15 zu nennen. Die Inthronisierung des innovativen und taktikliebenden Duos ist als Coup zu werten und hat in der Branche für Aufsehen gesorgt. Komplettiert wird das Gespann durch Dominik Reichardt, der bisher als Co-Trainer der B-Jugend fungierte und nun den Einstieg der beiden Neulinge erleichtern soll.

Auch beim höheren Jahrgang wird es Veränderungen geben,U-17-Trainer Jan Fießer wird nach dieser Saison ausscheiden, über seine Nachfolge ist noch nicht abschließend entschieden. Klar ist nur, dass Ex-Eintracht-Profi Ervin Skela nicht, wie kolportiert, als Chefcoach einsteigen wird. Der gewitzte Albaner, 43, soll sich als Assistent erst einmal einarbeiten und die Strukturen kennenlernen. Eine plausible Herangehensweise. Ihm zur Seite steht Kai Hesse, 34, der schon jetzt als Assistent der U17 gearbeitet hat.

NLZ-Chef Andi Möller führt einige Gespräche über die Besetzung des Cheftrainer-Postens, ein Kandidat ist in der Favoritenstellung, im besten Fall soll der neue Übungsleiter in der kommenden Woche feststehen. Die Sportliche Leitung legt großen Wert auf ein funktionierendes, ambitioniertes Trainerteam, weil dieU 17 nach Meinung aller Experten in der neuen Spielzeit über einen enorm leistungsstarken Kader verfügen wird, dem Jahrgang wird einiges zugetraut.

Eintracht Frnkfurt: AG und Verein kooperieren

Ein wichtiges Kriterium für den potenziellen Chefcoach: Er muss Feuer und Flamme für seine Aufgabe sein und dieser alles unterordnen. So, wie der frühere Nationalspieler Möller seine Rolle am Riederwald auch interpretiert. Die, die häufig mit ihm zu tun haben, beschrieben ihn als hungrig, voller Power und Hingabe, und vor allem: bodenständig und nahbar. Er hat für alle Mitarbeiter ein offenes Ohr, behandelt alle gleichsam freundlich. Als noch gespielt wurde, trat er gerne seine VIP-Tickets für ein Match der Profis an solche ab, die nicht dergestalt privilegiert sind. Mit Möller kam frischer Wind in den verkrusteten Riederwald. Es herrscht Aufbruchstimmung, kein Stein bleibt auf dem anderen.

Auch die seit Jahren herrschende Trennung, nicht nur rechtlicher und räumlicher Art, zwischen der ausgelagerten Fußball-AG im Stadtwald und dem eingetragenen Verein am Riederwald tritt nicht mehr deutlich zu Tage, die Grenzen verlaufen fließend, es geht nicht mehr um Pfründe, sondern um die Sache, um Qualität und die Sicherung der Zukunft. Auch deshalb erhält der Nachwuchs am Riederwald Verstärkung von den Profis, in Zukunft wird sich Ex-Profi Steffen Haas um die Videoanalyse am Riederwald kümmern, der 32-Jährige arbeitete zuletzt zwei Jahre unter Chefanalyst Sebastian Zelichowski für die Bundesligamannschaft der Eintracht.

Damit nicht genug: Matthias Borst, bisher Chefanalyst des dänischen Erstligisten Bröndby Kopenhagen, wird eine Art Projektleiter für Spielstil und Philosophie. Und: Ikone Alex Meier wird als angehender Trainer einige Jugendmannschaften durchlaufen und soll später spezialisierter Individualcaoch werden, sich um die Offensivabteilungen der Nachwuchsteams kümmern. Nicht unklug.

Kontinuität strebt der Klub hingegen bei der A-Jugend, „dem Flaggschiff“ (Möller), an. Dort soll die Besetzung gleich bleiben, weil die Verantwortlichen mit der Arbeit der Doppelspitze Marco Pezzaiuoli, gleichzeitig Technischer Direktor, und Andreas Ibertsberger hochzufrieden sind. Mit Ibertsberger, dessen Kontrakt ausläuft, laufen die Vertragsgespräche. Andi Möller, der Macher in der Krise, würde sich eine schnelle Einigung wünschen.

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