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Axel Hellmann macht aus seinem Herzen keine Mördergrube.
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Axel Hellmann macht aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann

„Die Eintracht wird auch Covid-19 überstehen“

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Eintracht-Vorstand Axel Hellmann über Vertrauensverlust in die Politik, die Fanrückkehr in Stadien und den „irren Wandel“ seines Klubs.

  • Axel Hellmann spricht über das schwierige Corona-Jahr 2020.
  • Der Eintracht-Vorstand äußert sich zu Konzepten im Umgang mit der Pandemie.
  • Axel Hellmann sieht Eintracht Frankfurt auf einem guten Weg.

Frankfurt – Jetzt ist das kurze Weihnachtspäuschen auch schon wieder vorbei, die Familienbesuche oder die alpinen Skitrips sind passé, am Montag mussten die Fußballer von Eintracht Frankfurt im Stadtwald aufschlagen, um ihre körperliche Form überprüfen zu lassen. Laktattests standen für den ersten Teil der coronakonform in zwei Gruppen gesplitteten Mannschaft auf dem Programm, am Dienstag soll der Rest der Truppe nachziehen.

Und wenn dann auch die Ergebnisse der obligatorischen Corona-Tests negativ ausgefallen sind, wird Trainer Adi Hütter seine Jungs am Mittwoch auf dem Übungsplatz versammeln. Geht ja schließlich alsbald wieder zur Sache, am Samstag (2.1.2021) schon macht Eintracht Frankfurt bekanntlich zu Hause gegen Bayer Leverkusen mit der Bundesligakickerei weiter. Also, ran ans Werk.

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann lässt das Jahr 2020 Revue passieren

Die Zeit nach Weihnachten und vor Silvester scheint für manch anderen im Frankfurter Fußballkosmos derweil der passende Moment, das schwierige Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen. Axel Hellmann, Vorstand der Eintracht, tat das nun im vereinseigenen Podcast. Mit markigen Worten. Er, der schon seit Kindheitstagen glühender Fan des hessischen Traditionsklubs ist, sei sich sicher, dass der Klub auch die Corona-Krise überstehen werde. „Die Eintracht hat zwei Weltkriege überlebt, jede wirtschaftliche und sportliche Krise – sie wird auch Covid-19 überstehen. Aber die Schneisen, die diese Krise schlagen wird, werden enorm sein.“

Immerhin, so glaubt Hellmann, werden 2021 wieder Fans zurückkehren in die Arenen der Republik. Dem Impfstoff sei dank, „und außerdem müssen wir ja zurück zu einer gewissen Form von einem normalen Leben.“ Für den 49-Jährigen, der 2012 in den Vorstand wechselte und damit dienstältestes Mitglied des Gremiums ist, gehören Fußballfans im Stadion schlicht dazu. „Glaube ich an Zuschauer im Frühjahr? Ja. Glaube ich an volle Stadien in dieser Saison? Nein. Glaube ich an ziemlich gut gefüllte Stadien in der nächsten Saison? Ja.“

Ohnehin hatte Axel Hellmann die erneute Verbannung des Publikums im Herbst kritisiert. Der Jurist prangerte da eine „falsche Symbolpolitik“ der Regierung an. „Wir können kein Ping-Pong-Spiel mitmachen: lockern, schließen, lockern, schließen“, sagte er Anfang November der FR. Über kurz oder lang müsse man sich mit tragfähigen Konzepten im Umgang mit der Pandemie befassen. „Das kommt, ob jetzt, im Januar oder im März.“ Denn Corona werde nicht einfach verschwinden. „Wenn man nicht will, dass der gesamte Profisport zerstört wird, wird man sich mit Konzepten arrangieren müssen.“ Axel Hellmann war der erste Verantwortliche eines Bundesligisten, der sich derart klar positionierte, kaum einer folgte ihm in dieser Deutlichkeit - zumindest öffentlich nicht.

Eintracht Frankfurt: Axel Hellmann spricht vom „Versagen der Politik“

Nun also erneuerte Axel Hellmann seinen Standpunkt. „Unser Glaube an politische Entscheidungen ist nicht mehr ganz so groß wie in der Vergangenheit. Ich war im Frühjahr ein großer Freund der ersten politischen Maßnahmen, aber irgendwann im Sommer haben wir die Abzweigung verpasst.“ Es habe einerseits die professionellen Sportklubs mit guten Hygienekonzepten gegeben und andererseits im privaten Bereich völlig unregulierte Bereiche. „Das hat nicht gestimmt.“ Und nun könne man einfach nicht mehr anders. „Wir sind auf einer schiefen Ebene nach unten, jetzt gibt es nur noch die harten Konzepte, um Covid-19 zu stoppen. Damit sind wir im harten Lockdown, der sicher nicht am 10. Januar vorbei sein wird.“

Gerade im Schulbereich, findet der zweifache Vater, seien Fehler gemacht worden. „Es wäre Aufgabe der Politik gewesen, hier Lockerung herbeizuführen, damit die Eigeninitiative von Menschen nicht an Behörden scheitert, die übliche Abläufe kraft ihrer Vorschriften zu wahren haben.“ Und weiter, nun noch deutlicher: „Ich glaube, ein Land in der Krise muss mehr Beweglichkeit haben, der Schulbereich ist aus meiner Sicht das Versagen der Politik.“

Axel Hellmann sieht SGE auf einem guten Weg

Die Eintracht sieht Hellmann derweil auf einem den Umständen entsprechend guten Weg. Der Klub habe einen „irren Wandel“ durchgemacht in den vergangenen Jahren und sei auf allen Ebenen „voll wettbewerbsfähig“. Sportlich, finanziell, allmählich mit dem Bau des Proficamps auch strukturell. „Wettbewerbsfähigkeit sichert das Überleben dieses Klubs. Wir dürfen nicht zu kommerziell werden, ja, aber wir müssen auch im kommerziellen Wettbewerb mithalten können.“

Der Mittelweg soll es bei den Hessen demnach sein. Denn wenn dies nicht getan werde, gebe es ansonsten lediglich noch zwei andere Varianten, welche, die Hellmann und seine Kollegen in der Eintracht-Führung nicht haben wollen: „Eine Abhängigkeit von externem Geld, Investoren, einem Mäzen, was den gesamten Charakter der Schwarmintelligenz, die diesen Verein umgibt, verändern würde. Oder wir enden wie der 1. FC Kaiserslautern.“ Keine dieser beiden Varianten solle es geben, was jedoch nicht bedeute, dass der Klub nicht auch mal auf eine externe Finanzierung zurückgreifen werde. Aber, so Hellmann, eben ohne Abhängigkeiten. Denn: „Dann dient das Kapital der Eintracht und nicht umgekehrt.“

Entsprechend wiederholte der Frankfurter Vorstand seine Zustimmung zum von der Deutschen Fußball-Liga im Dezember vorgestellten Verteilerschlüssel der TV-Gelder. Vielerorts, vor allem von Fanvertreter:innen, aber auch in der FR, nur als Mini-Reform bewertet, hält Hellmann die leistungsgerechte Verteilung der TV-Millionen für sinnvoll.

Seine Erklärung: „Das Gegenmodell wäre ja, an alle gleich viel Geld zu verteilen. Dann wären aber die Vereine, die von Außen unterstützt werden oder in der Champions League spielen, im Vorteil, weil es national keine Chance mehr gibt, ihnen näherzukommen.“ Wer Gleichverteilung wolle, so Axel Hellmann, „wird eine Liga kreieren, die viel stärker in einer Zementierung verharrt.“ (Daniel Schmitt)

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