Eintracht Frankfurt

Danny da Costa: Ausgerechnet gegen Bayern ein Ausrufezeichen

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Rechtsverteidiger Danny da Costa macht mit seinem Tor endlich auf sich aufmerksam. Nun werden die Karten neu gemischt.

  • Im DFB-Pokal ist für Eintracht Frankfurt im Halbfinale Feierabend
  • Die Mannschaft von Adi Hütter unterliegt dem FC Bayern München
  • Neue Hoffnung schöpft Danny da Costa 

Ausgerechnet Danny da Costa, ausgerechnet der von Trainer Adi Hütter zuletzt so offensichtlich verschmähte und kaum noch berücksichtigte Rechtsverteidiger weckte im Halbfinale bei Eintracht Frankfurt zumindest kurzzeitig die Hoffnung auf eine Sensation. Kaum eingewechselt, markierte der bald 27-Jährige mit links den Ausgleich, was für eine Befreiung, was für eine Erleichterung für den klugen Kopf. Auch eine Genugtuung? Wahrscheinlich. Selbst wenn das Danny da Costa nie zugeben würde.

Eintracht Frankfurt: Danny da Costa hat einen Vertrag bis 2022

Es liegt eine schwere Zeit hinter dem bärenstarken und doch so sensiblen Modellathleten. Nach der Winterpause hat er, der im Jahr zuvor noch alle 50 Pflichtspiele absolviert hatte und eigentlich als unersetzbar galt, seinen Stammplatz verloren. An Almamy Touré, seinem Konkurrenten auf der rechten Seite, führt seitdem scheinbar kein Weg mehr vorbei. An ihm hält Hütter in Nibelungentreue fest. Dabei ist der zum Leichtsinn neigende Franzose sehr schwankend in seinen Leistungen. 

Die Eintracht-Spieler in der Einzelkritik: Zu spät aufgewacht

Und Timothy Chandler, noch einer für rechts außen, habe in diesem Jahr schon fünf Tore erzielt, nannte Hütter erst vor kurzem Gründe für da Costas Nichtberücksichtigung. Ganz schlüssig ist das nicht, besonders gut haben beide zuletzt nicht gespielt. Aber manches spricht dafür, dass das Verhältnis zwischen da Costa und Hütter, warum auch immer, nicht mehr das beste ist. In diesem Jahr kam da Costa, noch bis 2022 an die Eintracht gebunden, in allen drei Wettbewerben lediglich auf acht Kurzeinsätze, nimmt man zweimal 90 Minuten gegen Düsseldorf und Bayern aus.

Den Treffer haben sie ihm im Team alle gegönnt, er habe sich nie hängen lassen im Training, sagt Torwart Kevin Trapp, „Danny denkt ja viel nach“. Auch Hütter, der da Costa in der 66. Minute eben für Touré einwechselte, sagte: „Ich freue mich sehr für Danny.“ Womöglich winkt ihm ein Startelfeinsatz morgen in Berlin. „Ich habe schon gespürt, dass er bald mal von Anfang an spielen muss“, sagte der Coach in München.

Danny da Costa nutzt seine Chance

Danny da Costa hat also seine kleine Chance beim Schopf gepackt. Ein wenig dürfte er sich an die Situation vor zweieinhalb Jahren erinnert fühlen, als er im Pokalspiel damals gegen Heidenheim ebenfalls von der Bank ins Spiel kam und den Siegtreffer vorbereitete. Danach war er hinten rechts nicht mehr aus der Mannschaft zu verdrängen.

Ob da Costa jedoch über den Sommer hinaus in Frankfurt bleibt, ist angesichts des angespannten Verhältnisses noch offen. Zuletzt standen die Zeichen auf Trennung. Aber so ein Tor kann einiges verändern.

Rubriklistenbild: © dpa

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