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Nur noch Frust: Luka Jovic nach der Pleite gegen den FCA.

Es war einmal

14. April 2019: Der Anfang vom Ende

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Die 1:3-Niederlage gegen Augsburg leitete den späteren Einbruch von Eintracht Frankfurt ein.

Sebastian Rode war es, der nimmermüde Dauerläufer im Mittelfeld, der bei der Analyse die 90 Minuten prägnant auf den Punkt gebracht hatte. Gerade hatte die Eintracht an diesem 14. April 2019 am 29. Spieltag mal wieder ein Bundesligaspiel verloren, überraschend mit 1:3 (1:2) gegen den FC Augsburg, elfmal zuvor waren die Hessen ohne Niederlage geblieben, die letzten sechs Spiele hatten sie gewonnen. „Das war heute ein Tag zum Vergessen“, sagte der 29-Jährige.

Eintracht verliert gegen Augsburg: Danach ging nichts mehr

Es war der Auftakt zu einem nicht erwarteten Einbruch am Ende einer lange Zeit überragenden Saison. Nach der Niederlage zu Hause gegen den abstiegsbedrohten FC Augsburg holten die Frankfurter aus den nachfolgenden fünf Partien lediglich zwei dürre Punkte, sie kassierten dafür böse Klatschen, etwa 1:6 in Leverkusen oder 1:5 beim FC Bayern.

Dabei rangierte die Eintracht vor diesem 29. Spieltag noch auf Platz vier mit 52 Zählern und besten Aussichten, trotz einer sehr strapaziösen Saison vielleicht gar den nächsten Coup zu schaffen und die Champions League zu erreichen. Nach der Schlappe gegen Augsburg, das ein paar Tage zuvor den Trainer Manuel Baum geschasst und Martin Schmidt installiert hatte, sahen die Hessen indes mehr und mehr ihre Felle davon schwimmen.

Eintracht Frankfurt: Mit den Kräften am Ende

Diese Schlappe gegen spielerisch erstaunlich stark auftretende Schwaben machte offenkundig, dass die Eintracht kräftemäßig am Limit angekommen war, dass der Parforceritt auf internationaler Bühne zu viele Körner gekostet hatte. Am Donnerstag hatte sich die Eintracht noch in Lissabon bei Benfica einen heroischen Kampf geliefert, hatte trotz 1:4-Rückstands und 70-minütiger Unterzahl noch ein zweites Tor erzielt, das eminent wertvoll sein würde. Aber das wusste da natürlich noch keiner.

Drei Tage später sollte der FC Augsburg eigentlich keine große Hürde sein. Weit gefehlt. Dabei lief es anfangs wie geschmiert: Goncalo Paciencia, der schon in Lissabon das so eminent wichtige zweite Tor erzielt hatte, hatte die Eintracht früh in Führung gebracht (14.), alles schien nach Plan zu laufen und auch nicht ins Gewicht zu fallen, dass just der Portugiese kurz darauf eine fast 100-prozentige Tormöglichkeit zum wahrscheinlich spielentscheidenden 2:0 hatte liegen lassen. Die Eintracht war gut im Spiel. Doch nach dem Ausgleich setzte Marco Richter kurz vor der Pause zu „einem 1000-Gulden-Schuss“ an, wie Trainer Adi Hütter den Sonntagsschuss zum 1:2 bezeichnete. Dann leistete sich Gelson Fernandes mal wieder ein Foul zu viel, er sah Gelb-Rot. Damit „war der Zahn gezogen“ formulierte Hütter treffend. Zwei Spiele in Folge in Unterzahl überstieg Frankfurter Kräfte. Michael Gregoritsch machte mit dem 3:1 den Deckel drauf (84.).

„Die Niederlage tut sehr weh, weil sie unnötig war“, sagte Trainer Hütter. Immerhin raffte sich die müde Eintracht im Rückspiel noch einmal zu einer Energieleistung auf und bezwang Benfica mit 2:0 - und traf danach im Halbfinale auf den FC Chelsea.

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