Erzielte fünf Tore in diesem Kalenderjahr: André Silva von Eintracht Frankfurt.
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Erzielte fünf Tore in diesem Kalenderjahr: André Silva von Eintracht Frankfurt.

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André Silva sieht genug Argumente für Zukunft bei Eintracht Frankfurt

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Als sich Eintracht-Stürmer André Silva gerade seiner Topform nähert, bremst ihn Corona aus: „Das macht einen stärker“.

  • André Silva von Eintracht Frankfurt vermisst die Freiheit
  • Angreifer kann sich lange Zukunft bei Eintracht Frankfurt vorstellen
  • Leihe läuft noch bis 2021

Frankfurt - Was er in Zeiten von Corona am meisten vermisse, wurdeAndré Silva gestern während einer virtuellen Presserunde gefragt. Seine Antwort: „Ich vermisse die Freiheit, das Gefühl, dass ich machen kann, was ich will.“ Damit meinte der Stürmer von Bundesligist Eintracht Frankfurt natürlich in erster Linie sein Privatleben. Da ergeht es ihm, dem alleine in Frankfurt lebenden 24-Jährigen, wie so vielen anderen Menschen auf der Welt. Seine Replik würde aber auch ausgezeichnet auf den Fußballer André Silva zutreffen. Der Portugiese ist gewiss niemand, der gerne in ein System gezwängt wird. Klar, in gewissem Maße natürlich schon, das gehört im Profigeschäft nun mal dazu, ansonsten wären die Trainer ja auch rasch erbost. Aber so ganz grundsätzlich mag er es lieber, „das Spiel zu fühlen und mich frei zu bewegen“.

Seit seiner Verpflichtung im vergangenen Sommer erlebt André Silva bei der Eintracht wechselhafte Zeiten. Nachdem der Nationalspieler auf den letzten Drücker im Tausch mit Ante Rebic von Mailand an den Main gewechselt war – die Leihe läuft noch bis Ende der kommenden Saison –, legte er zwar einen starken Start mit drei Toren in den ersten vier Einsätzen hin, danach aber baute er mehr und mehr ab. Vor allem körperlich. Ein ums andere Mal plagten Silva kleinere Problemchen, er geriet außer Tritt.

Eintracht Frankfurt: Silva hat seinen Weg gefunden

Ähnlichen Blessuren hatten ihn schon in den Spielzeiten zuvor beim AC Mailand und dem FC Sevilla sowie im portugiesischen Nationalteam spürbar ausgebremst. Er schien auch in Frankfurt sein großes Talent wieder nicht voll ausschöpfen zu können. „Im Fußball ist es wie im Leben, es geht Auf und Ab. Aber das macht einen stärker“, sagt Silva.

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Als die kalten Tage des vergangenen Jahres also kamen, da ging die Form. Er bekam kaum noch einen Fuß vernünftig vor den anderen. Ihm fehlte vor allem die körperliche Präsenz in den Zweikämpfen, er schien sich fast schon zu ergeben in den direkten Duellen, ließ den Kopf hängen und erhielt Anfang Dezember von Adi Hütter einen öffentlichen Rüffel. Silva besitze nicht das Level, „das wir uns vorgestellt haben“, fand der Frankfurter Trainer ungewöhnlich deutliche Worte in der Öffentlichkeit.

Sein Leben sei nicht einfach gewesen am Anfang seiner Eintracht-Zeit, berichtet Silva rückblickend. Neue Heimat, neue Sprache, neues Umfeld, neue Liga „daran musste ich mich gewöhnen“. Zumal er ja auch zuvor ständig seinen Lebensmittelpunkt verändert hatte. Von Portugal nach Italien, nach Spanien, wieder Italien, schließlich Deutschland – einen jungen Mann, selbst wenn er von Beruf Fußballer ist, kann so etwas schon mal beschäftigen. Ganz logisch.

Eintracht Frankfurt: Silva wieder in Form

Doch mit der Winterpause kam die Wende. Im Trainingslager in Florida musste Silva zwar erneut wegen muskulärer Probleme pausieren, alles in allem zählt er bis zur Corona-Zwangspause aber zu den Eintracht-Gewinnern. Fünf Tore erzielte er in diesem Kalenderjahr. Nach seinem Doppelpack beim Europa-League-Rückspiel in Salzburg fand auch Coach Hütter lobende Worte: „Er ist auf einem besseren Weg und nimmt den Kampf an. Ich bin froh, dass er bei uns ist und habe das Gefühl, dass es wieder nach oben geht.“ Zuletzt gab es gar Meldungen, wonach Vorstand Fredi Bobic den Angreifer gerne alsbald fest verpflichten würde. Abgeneigt sind die Hessen dem zwar nicht, noch gab es jedoch keine konkreten Verhandlung. Er habe an sich gearbeitet, sagt Silva selbst, „ich habe meinen Weg wieder gefunden“. Die Leute des Klubs würden ihn gut behandeln. Er möge den Spirit, die Fans, auch die Stadt. Für eine längere Zukunft in Frankfurt gebe es „genug Argumente“, so Silva.

Von Daniel Schmitt

Unterdessen verzichten viele bei Eintracht Frankfurt auf Teile Gehalts und wollen so rund Millionen Euro einsparen helfen. Alex Meier muss sein Antritt als Repräsentant bei Eintracht Frankfurt wegen der Corona-Krise verschieben.

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