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Da kann er sich strecken, wie er will, der gute Robin Zentner, gegen Elfer von André Silva sind kein Kraut gewachsen.
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Da kann er sich strecken, wie er will, der gute Robin Zentner, gegen Elfer von André Silva sind kein Kraut gewachsen.

Eintrachts neuer Lewandwoski

Eintracht Frankfurts Andre Silva: Der Eiskalte

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Eintracht-Stürmer André Silva ist aus elf Metern eine Bank – und Kollege Amin Younes belebt das Spiel.

Manches Mal, wenn Adi Hütter seinem Stürmer André Silva beim Elfmeterschießen zuguckt, fühlt sich der Frankfurter Trainer an einen der ganz Großen der Branche erinnert, an Robert Lewandowski. Mit der gleichen „Souveränität“ wie der Weltklasseknipser gehe André Silva zum Punkt, eiskalt bis in die Haarspitzen, keine Miene verziehend. Meistens guckt der Portugiese den Torwart aus, dennoch schießt er hart und platziert, so wie den zweiten Elfmeter in Mainz. Torwart Robin Zentner war in der Ecke, trotzdem hatte er keine Abwehrmöglichkeit gegen den trockenen Schuss.

Elfmeter verwandeln kann der Frankfurter Stürmer. Mit den beiden Treffern zum 2:0 in Mainz hat der 25-Jährige bereits fünf Strafstöße in dieser Saison verwandelt, dass es nicht sechs waren, lag daran, dass er eine einzige Partie verpasst hat, beim 1:2 gegen den VfL Wolfsburg musste er wegen muskulärer Problemen passen, der mittlerweile in Brügge spielende Bas Dost erledigte seine Aufgabe ebenso routiniert.

In seiner Frankfurter Zeit hat Silva bereits acht Tore aus elf Metern erzielt, 22 in seiner gesamten Karriere (FC Porto, FC Sevilla, AC Mailand), letztmals hat der Nationalspieler im November 2018 einen Strafstoß vergeben. Der Mann weiß, was zu tun ist. Das ist gut, weil die Eintracht lange nicht mehr so viele Elfmeter (sechs) zugesprochen bekam wie in dieser Runde, zwei in der vergangenen, vier in der Spielzeit 2018/2019.

Und in Frankfurt weiß man sehr genau, was man an André Silva hat, Hütter nennt ihn „den Alleinunterhalter vorn“, außer dem 25-Jährigen verfügt Eintracht Frankfurt über keinen Stürmer, Talent Ragnar Ache ist verletzt und noch nicht so weit.

Silva hat bislang elf Treffer erzielt, 56 Prozent aller Frankfurter Tore, zudem drei Vorlagen geliefert, in der Torschützenliste rangiert er auf Platz drei. Dazu ist er einer, der vorne Bälle hält, ins Kombinationsspiel eingebunden ist und ständig für Gefahr sorgt. In seinen 14 Bundesligaspielen schoss er 49-mal aufs Tor. Ohne ihn wird es eng im Angriff.

Deswegen ist die Eintracht aktuell intensiv auf der Suche nach einem Dost-Nachfolger, „einige Spieler“ habe man auf dem Radar, sagte Sportvorstand Fredi Bobic am Sonntag in Sport1, „in jedem Fall“ wolle man etwas machen. „Phantasie ist gefragt.“ Bobic bekräftigte, dass man einen Spieler wie Joshua Zirkzee suche, der junge Stürmer des FC Bayern entspreche exakt dem Anforderungsprofil. Zirkzee ist momentan in die zweite Mannschaft der Bayern geschickt worden, dort sah er am Samstag im Derby gegen 1860 München (0:2) nach einem unglücklichen Zusammenstoß mit dem Löwen-Torwart die Rote Karte. Den Hessen schwebt ein Leihgeschäft vor.

„Richtig geil mit ihm“

Dass die Eintracht bislang sehr gut mit nur einer Sturmspitze leben kann, liegt auch an Amin Younes, der sich immer besser einfügt und das Spiel spürbar belebt. Elegant, wie er sich um zwei Mainzer Spieler herumschlängelte und Silva perfekt mit einem Pass bediente. Er hat die Ruhe am Ball, seine Dribblings heben die Frankfurter auf ein anderes Niveau. „Er ist ein Spieler, den wir in dieser Form nicht gehabt haben, er hat einen unglaublich tiefen Schwerpunkt, löst Sachen, die andere nicht lösen“, schwärmte Hütter. „Ein toller Junge, ein toller Mensch und ein richtig guter Kicker.“

Wegen seiner Ballsicherheit spielt die Eintracht einen deutlich besseren Fußball. In dem neuen System - mit einer Spitze und zwei Zehnern - „ist es richtig geil mit ihm“, lobt Stopper Martin Hinteregger. „Wir können ihn anspielen, auch mit dem Rücken zum Gegner, er hat eine Lösung, das ist unheimlich wertvoll für uns.“ Fast so wertvoll wie André Silva.

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