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Bundesligagipfel

Eintracht Frankfurt will gegen Bayern angreifen - trotz möglichem Ausfall von André Silva

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Frankfurter Höhenflieger wollen sich gegen leicht angeknockte Bayern nicht verstecken - selbst wenn Toptorjäger André Silva angeschlagen ist.

  • Eintracht Frankfurt trifft in der Bundesliga auf den FC Bayern München.
  • Die SGE bangt vor dem Topspiel um Torjäger Andre Silva.
  • Adi Hütter will sein Team auch gegen den Favoriten mutig spielen lassen.

Frankfurt – Die Erfolgsgeschichte der Frankfurter Eintracht in der Fußballbundesliga ist hinlänglich bekannt und gleichermaßen imposant, auch die nackten Zahlen sind es: Seit zehn Spielen unbesiegt, acht davon siegreich bestritten, die meisten Punkte geholt, die meisten Tore geschossen, den Toptorjäger des Jahres 2021 in den Reihen und so weiter und so fort – da können aktuell nicht mal die goliathesken Dominatoren aus München mithalten, Platz zwei in allen Kategorien.

Adi Hütter, der das Eintracht-Ensemble auf dieses schwindelerregende Niveau gehievt hat, hält den Ball trotzdem lieber schön flach. Man kennt sie ja, die Sixpack-Bayern, die Meister aller Klassen, die vielleicht beste Fußballmannschaft auf diesem Globus. So einen Opponenten piekst man nicht noch vorher frech an, selbst wenn er etwas angeknockt daherkommt. Auf Augenhöhe wähnt der Frankfurter Coach sein Team daher nicht, „das ist ein bisschen übertrieben“.

Eintracht Frankfurt: Hütter sieht sein Team nicht auf Augenhöhe mit den Bayern

Aber kommen diese Münchner nicht doch zum richtigen Zeitpunkt? Schließlich liegt die Eintracht irgendwie im Sandwich zwischen der stressigen Katar-Reise und dem Rom-Trip in der Champions League, die Bayern sind zudem von Corona heimgesucht und gebeutelt, personell ausgedünnt, lange nicht mehr so souverän wie 2020 und hinten so löchrig, dass selbst Arminia Bielefeld beim 3:3 drei Tore schießen konnte und nah dran am vierten war. Dem 51-Jährigen ist das zu einfach und zu oberflächlich: „Es ist nicht so leicht, Bayern München zu schlagen.“ Es war aber auch schon mal schwerer.

Es gelte weiterhin die alte Formel, wonach man selbst einen Sahnetag erwischen müsse und die Bayern keinen perfekten Tag erleben dürften. Man solle nach Möglichkeit eher keine Fehler machen, weil die Bayern „aus dem Nix“ ein Tor erzielen könnten. Alles nicht neu.

Eintracht Frankfurt: Bayern wird die Partie nicht zu leicht nehmen

Hütter glaubt nicht daran, dass die Bajuwaren die gastgebenden Hessen am Samstag (15.30 Uhr) unterschätzen könnten. „Sie nehmen uns anders wahr als Bielefeld, sie werden uns nicht auf die leichte Schulter nehmen und eine andere Einstellung zeigen.“

Könnte ins Team rutschen: Luka Jovic. (Archivfoto)

In der Vergangenheit sind die Bayern nicht selten nach Frankfurt gefahren, um sich einer lästigen Pflichtaufgabe zu entledigen, da waren die Rollen klar verteilt. Doch leistungstechnisch waren die beiden Bundesliga-Urgesteine schon lange, fast 30 Jahre, nicht mehr so nah beieinander wie zurzeit. Dessen ist sich auch Adi Hütter bewusst, der im 100. Duell gegen den sechsfachen Champion und aktuellen Spitzenreiter von seiner offensiven Herangehensweise nicht abrücken wird: „Wir spielen einen tollen Fußball, ich kann mich sehr damit identifizieren. Ich kann versprechen, dass wir mutig sein und zeigen werden, dass wir nicht umsonst Dritter sind.“ Sehr viel mehr Spitzenspiel geht in der Tat nicht.

Zur Unzeit kommt daher die zunächst in einem Nebensatz versteckte Nachricht, dass Toptorjäger André Silva das Training am Mittwoch abbrechen musste und am Donnerstag erst gar nicht auf dem Platz erschien. Der Rücken schmerzt. „Wir werden alles dafür tun, dass er spielen kann“, sagt Hütter. Ein Ausfall des 18-Tore-Stürmers wäre „nicht gut“, wie Hütter betont undramatisch umreißt. Auch für diesen Fall ist freilich Luka Jovic von Real Madrid ausgeliehen worden, jener Stürmerstar, der mit so viel Tamtam empfangen wurde und um den es ganz schön ruhig geworden ist. Der Serbe hat sein Reservistendasein öffentlich klaglos akzeptiert. Genauso wie Stefan Ilsanker oder Sebastian Rode. „Das macht uns so stark, dass die Jungs in der zweiten Reihe einen tollen Job machen, auch wenn die Situation für sie persönlich nicht so angenehm ist“, findet Hütter.

Eintracht Frankfurt – Wer ersetzt Sow?

Einer von ihnen wird am Samstag sicher auflaufen, Sebastian Rode ersetzt den gelbgesperrten Djibril Sow. Der 30 Jahre alte Südhesse mit Bayern-Vergangenheit habe gerade in dieser Woche „hervorragend“ trainiert, es habe ihm, Hütter, „imponiert“, mit welch Professionalität er seine Rolle im Sinne der Mannschaft akzeptiert und seine Befindlichkeit hintangestellt habe. „Schließlich ist er ja immer Stammspieler gewesen.“ So allgemein hat Hütter bei Rode ein „sehr gutes Gefühl, ich denke, er wird ein gutes Spiel machen.“

Andre Silva von Eintracht Frankfurt. (Archivfoto)

Darauf wird auch die Abwehr angewiesen sein, Martin Hinteregger ist ganz heiß auf das Kräftemessen mit Weltfußballer Robert Lewandowski. „Er freut sich auf dieses private Duell“, sagt Hütter lächelnd. Man weiß ja: Abwehrkante Hinteregger mag die speziellen Herausforderungen und wächst an den Aufgaben, das gibt ihm noch mal einen zusätzlichen Schub.

Der treibt mittlerweile auch Nebenmann Evan Ndicka an, den die Eintracht dereinst mal für sehr viel Geld verkaufen will und, so nichts Unvorhersehbares dazwischenkommt, auch wird. Hütter kommt regelrecht in Schwärmen, wenn er über den jungen Franzosen spricht, der ein „toller Fußballer“ sei und eine „tolle Entwicklung“ genommen habe, gerade jetzt, da er auch offensiv immer stärker wird. „Er ist gewaltig gut“, sagt der Coach und greift dann nach ganz oben ins Regal, um Ndickas größten Vorzug zu beschreiben. „Physisch“, sagt Hütter also, „ist er ein Naturwunder.“ Sehr viel mehr geht nicht. (Ingo Durstewitz)

Rubriklistenbild: © Xinhua/Imago

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