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Wahrscheinlich unpässlich: André Silva (rechts), hier mit Trainer Adi Hütter.
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Wahrscheinlich unpässlich: André Silva (rechts), hier mit Trainer Adi Hütter.

Freitagspiel in Wolfsburg

Eintracht Frankfurt an der Gabelung

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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In Niedersachsen wird sich entscheiden, wohin der Weg der Hessen geht – André Silva droht dabei auszufallen.

Herrschaftszeiten, da wird tagelang darüber spekuliert, wer denn nun aufgeboten wird in der Eintracht-Spitze am Freitagabend in der Autostadt am Mittellandkanal. Ein Stürmer oder zwei? André Silva oder Bas Dost? Oder André Silva und Bas Dost? Davon hängt schließlich auch ab, ob Frechdachs Aymen Barkok im offensiven Mittelfeld in der ersten Elf des Frankfurter Bundesligisten bleiben darf oder nicht. Also, Alleinunterhalter oder Doppelspitze? Da muss dem zuständigen Chefcoach Adi Hütter samt Trainerteam ja der Kopf rauchen.

Doch zuweilen löst sich alles von selbst, wie in diesem Fall. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird nämlich der Portugiese Silva, mit sieben Treffer der beste Eintracht-Schütze, im Auswärtsspiel am Freitagabend (20.30 Uhr/Dazn) beim VfL Wolfsburg sowieso nicht auflaufen können, weil er über muskuläre Probleme klagt, die ihn schon in der Heimpartie am vergangenen Wochenende gegen Borussia Dortmund behinderten und die ein Training in dieser Woche unmöglich gemacht hatten.

Adi Hütter hat die Hoffnung auf eine Blitzheilung nicht aufgegeben, doch selbst wenn Silva dabei sein könnte, würde es sicher nur für die Bank reichen. Der Fußballlehrer stellt dessen ungeachtet unmissverständlich klar, dass Dost bei seinem Ex-Verein sowieso zur Anfangself gezählt hätte. „Bas wird auf alle Fälle spielen – egal, was mit André Silva passiert.“ Das habe sich der Riese einfach verdient.

Hütter lässt keine Gelegenheit aus, um das Wirken des Niederländers explizit hervorzuheben. Das liegt zum einen an dessen Standing und Einstellung, die sei „vorbildlich“, wie Hütter sagt. Der 31-Jährige ziehe die Mitspieler mit, kümmere sich, hat sich zu einer echten Integrationsfigur aufgeschwungen. Das ist beachtlich. Früher ging es dem Hünen nämlich in erster und zweiter Linie darum, Tore zu schießen. Das hat er ja auch zu genüge getan in seiner Karriere, in der Bundesliga knipste er bisher 47-mal – alle Treffer erzielte er innerhalb des Strafraums. Keine große Überraschung.

Auch die Nichtnominierungen gegen die Topklubs aus Leipzig und Dortmund habe der Mittelstürmer „professionell aufgenommen und super weggesteckt“, er habe sogar Verständnis gezeigt, „ihm ist auch bewusst, dass man gegen solche Gegner sehr viel laufen muss“, erklärt Hütter. Das gehört nicht zur Kernkompetenz des Holländers.

Großes Lob für Riese Dost

Auf Dost prasselt auch deshalb ein Füllhorn des Lobes darnieder, weil er hart an sich gearbeitet und sich auf ein ganz anderes Fitnesslevel gebracht hat als in der zurückliegenden Spielzeit. Da war er in einem miserablen Zustand, kam physisch nie auf einen guten Stand, rutschte vielmehr von einer Verletzung in die nächste. Das ist jetzt anders. „Wenn man sieht, wie er arbeitet, wie er marschiert, das ist ein großer Unterschied zur vorherigen Saison“, urteilt der Coach. „Bas hat richtig Spaß.“ Das bemerkt auch Mitstreiter Sebastian Rode, der dem Torjäger eine „enorme Entwicklung“ zuschreibt. „Er ackert ungemein.“ Das kommt an, das imponiert.

Vielleicht wird Dost ja unter dem Flutlicht an alter Wirkungsstätte zum Zünglein an der Waage, denn für die Frankfurter steht einiges auf dem Spiel. Das Duell gegen die Wölfe ist, mal wieder, ein Wegweiser. Die Eintracht befindet sich an der Gabelung: Entweder sie versinkt im Mittelmaß oder sie geht noch mal auf Tuchfühlung zur Spitze.

Coach Hütter ist hin- und hergerissen, wenn er das Dargebotene bewerten soll, er wirft ein, dass es ihm „keinen Spaß macht, dass wir so oft Unentschieden gespielt haben“, andererseits ist bei ihm das Glas ja generell eher halbvoll, was es bei einem verantwortlichen Fußballtrainer auch so sein muss. Er wäre nicht gut beraten, in der Kommunikation das Schlechte in den Vordergrund zu schieben, sondern muss seinem Team die guten, vielversprechenden Aspekte vermitteln, den Willen und den Glauben an die Wende stärken. Hütter macht das, wie er sagt, voller Überzeugung. Er beobachte seine Mannschaft jeden Tag im Training, und was er da sieht, das gefällt ihm. „Da ist alles drin, was man braucht. Ich kann nur ein Kompliment machen.“

Deshalb glaubt der Österreicher, dass „wir eines Tages belohnt werden, wenn wir so weitermachen.“ Eines Tages soll jedoch nicht in allzu weiter Ferne liegen, er präzisiert: „Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis wir wieder ein Spiel gewinnen.“ Es wird Zeit, mit dem letzten Dreier klappte es am Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober gegen Hoffenheim.

In der Summe fehlten nur Kleinigkeiten, vorne der letzte Kick, hinten mal eine weiße Weste des Torwarts. Gerade die Auftritte gegen Leipzig und Dortmund sollten „Mut und Hoffnung“ geben, denn gegen zwei Spitzenvereine, „die sich souverän fürs Achtelfinale der Champions League qualifiziert haben“, habe sich sein Ensemble „hervorragend“ verkauft, „ich konnte da nicht erkennen, wer die bessere Mannschaft gewesen sein soll. Überhaupt stellte der 50-Jährige erneut heraus: „Uns hat noch keine Mannschaft an die Wand gespielt.“ Außer die Bayern, aber okay, die zählen ja nicht.

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