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Amin Younes will in Zukunft im Trikot von Eintracht Frankfurt jubeln.
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Amin Younes will in Zukunft im Trikot von Eintracht Frankfurt jubeln.

Der Neue bei Eintracht Frankfurt

Vom Egoisten zum Teamplayer: Der Wandel des Amin Younes

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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Kurz vor Transferschluss krallt sich Eintracht Frankfurt Amin Younes. In Neapel nicht mehr als ein Statist und Egoist, hat der Bobic-Coup einen Wandel vollzogen.

Frankfurt - Was hatte sich Eintracht Frankfurt alles anhören müssen. Ein 1:1 zu Hause zum Bundesliga-Auftakt. Gegen Arminia Bielefeld. Also einen Aufsteiger. Die SGE besitze zu wenig Variabilität in der Offensive, zu wenig Tempo, keine Kreativität. Die Kritik war vernichtend. Jetzt, zwei Wochen später, hat Eintracht Frankfurt Hertha BSC in Berlin vom Feld gefegt und einen Rückstand gegen die TSG 1899 Hoffenheim, den Bayern-Bezwinger, in einen 2:1-Sieg gedreht. Die Frankfurter strafen ihre Kritiker derzeit ab. Und das Beste daran: Sie tun es ohne den jüngsten Transfer-Coup von SGE-Sportvorstand Fredi Bobic: Amin Younes.

Eintracht Frankfurt verpflichtet Amin Younes - und bedankt sich

Die Aufstellungen für das Spiel gegen Hoffenheim waren schon raus, da verkündete Eintracht Frankfurt, was sich zuvor abgezeichnet hatte. Younes wechselt nach Frankfurt. Der 27-Jährige kommt auf Leihbasis für zwei Jahre vom SSC Neapel und kostet die SGE keine Leihgebühr. Klingt nach Bobic-Coup, ist es auch. Younes bringt all das mit, was Eintracht Frankfurt gegen Bielefeld fehlte und was die Mannen von Trainer Adi Hütter auch jetzt noch gut gebrauchen können: Tempo, ein gutes Dribbling, viel Zug zum Tor mit dem Hang zum Egoismus.

Ganz und gar nicht egoistisch hat sich Younes jedoch gleich mal bei Eintracht Frankfurt präsentiert. Der Neuzugang hat laut Bobic „finanziell sehr große Zugeständnisse“ gemacht, was „schon jetzt seine Identifikation mit der Eintracht“ zeigt. Mehr noch, Bobic habe sich bei Younes „bedankt“, weil er auf „unheimlich viel Geld“ verzichtet. Das sei gerade in diesen Zeiten nicht normal. Recht hat er, der Bobic.

Eintracht Frankfurt: Der Wandel von Amin Younes

Dass Bobic gleich mal zu Beginn einer möglichen neuen Liebesbeziehung zwischen Eintracht Frankfurt und Spieler den Charakter des Neuankömmlings hervorhebt, könnte auch an dessen Vorgeschichte liegen. Anfang 2018 stand Younes, damals in Diensten von Ajax Amsterdam, vor einem Wechsel zum SSC Neapel. Der Deal platzte - scheinbar. Denn wenige Wochen später klopfte der VfL Wolfsburg an. Das Interesse stieß auf Gegenliebe, sogar ein Vertrag soll unterschrieben worden sein. Wolfsburg löste diesen Vertrag kurz darauf allerdings wieder auf, weil sich Younes im Rechtsstreit mit Neapel befand. Die Italiener bestanden nämlich darauf, dass der Flügelflitzer bereits Wochen zuvor einen Vorvertrag für den Sommer 2018 in Neapel unterschrieben hatte. Younes dementierte, Neapel blockte und Wolfsburg flüchtete. Mitgekommen? Nein? Verständlich.

Letztlich wechselte Younes in jenem Sommer von Ajax ablösefrei gen Neapel. Dass er Wochen zuvor eine Einwechslung bei Ajax verweigert hatte und daraufhin vom Klub suspendiert worden war? Geschenkt. Younes war mit dem Kopf längst beim neuen Klub, zu dem er eigentlich gar nicht hatte wechseln wollen. Oder doch? „Ich habe den falschen Menschen vertraut, war naiv. Das kreide ich mir an. Manche Leute wollten mir Flöhe ins Ohr setzen. Und ich habe sie mir leider reinsetzen lassen“, erklärt Younes Monate später gegenüber „dpa“. Zu den Gerüchten eines Vorvertrages bei Neapel betont er aber bis heute: „Das stimmt nicht.“ Wie es dann zum ablösefreien Wechsel in die Serie A kam, lässt der heute 27-Jährige seither offen.

Immerhin: Die verweigerte Einwechslung bei Ajax bezeichnet Younes retrospektiv als Fehler: „Da braucht man nicht drumherumzureden. Das war falsch, den Teamkollegen und dem Verein gegenüber. So etwas macht man nicht.“

Zweite Chance für Amin Younes bei Eintracht Frankfurt

Anno 2020: Alles vergeben und vergessen - zumindest bei Eintracht Frankfurt. Younes ist gereift, mehr mental denn fußballerisch. Dass sein Wechsel zum SSC Neapel mit lauten Nebengeräuschen vonstatten ging, hat dem Mann aus der Jugend von Borussia Mönchengladbach enorm geschadet. Erst wollte ihn Carlo Ancelotti nicht, später Gennaro Gattuso. Hinzu kam ein Achillessehnenriss in der Premierensaison. Younes absolvierte in der Saison 2018/19 nur 16 Pflichtspiele für Napoli, im zweiten Jahr gerade mal die volle Distanz eines Herr-der-Ringe-Films (180 Minuten), vier Tore, drei Assists. Das war‘s. Kein Vergleich zu den Statistiken aus den beiden Ajax-Jahren, als er 16 Mal traf und 23 weitere Treffer vorbereitete.

Auf diese glorreichen Jahre des Younes setzt jetzt Bobic bei Eintracht Frankfurt. So habe „Amin in Frankfurt die besten Möglichkeiten, zu alter Stärke zurückzufinden und uns weiterzuhelfen.“ Davon, wird Bobic nicht müde zu erwähnen, ist man bei der Eintracht „überzeugt“. Worte, die Younes gerne vernommen haben wird. Schließlich hatte er in den vergangenen zwei Jahren reichlich Kritik einstecken müssen. Ähnlich wie Eintracht Frankfurt vor zwei Wochen.

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