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Verlässt Eintracht Frankfurt im Winter wahrscheinlich: Luca Pellegrini

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Von: Ingo Durstewitz

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Der Verteidiger Luca Pellegrini ist ein Fremdkörper und könnte Eintracht Frankfurt noch in diesem Winter wieder verlassen.

Frankfurt – Dass Luca Pellegrini das Feld nach 22 Minuten schon wieder räumen musste, passte dem Linksverteidiger im Dienste von Eintracht Frankfurt nicht so wirklich in den Kram. Obwohl er es ja vorher wusste, obwohl es genau so abgesprochen war. Trotzdem kann man schon mal ein bisschen lamentieren und zur Schau stellen, was man denn von so einem kurzen Kurzeinsatz im Testspiel gegen RB Leipzig (4:2) hält, zumal als einfacher italienischer Nationalspieler. Nichts nämlich. Gar nichts.

Der Frankfurter Trainer Oliver Glasner hat auf das Verhalten des 23-Jährigen ganz cool reagiert, er habe gar nicht mitbekommen, ob dieser verärgert gewesen sei oder nicht. Und selbst wenn: „Die Wechsel waren im Vorfeld klar. Ich frage nicht jeden Einzelnen, ob es auch das Wunschszenario des Spielers ist. Ich bin dazu da, die Mannschaft bestmöglich vorzubereiten, und das mache ich.“

Unglücklich bei der Eintracht: Luca Pellegrini.
Unglücklich bei der Eintracht: Luca Pellegrini. © Jan Huebner

Sehr zum Leidwesen des sehr selbstbewussten Römers, nach 46 Spielminuten rauf auf den Platz, nach 68 wieder runter. „Wir haben fünf Spieler, die Außen spielen können. Ich wollte, dass sich jeder mal zeigen kann“, argumentierte der Coach. Der eine halt etwas länger als der andere. Das zeigt auch das interne Ranking, die Hierarchie, ja den Stellenwert. Für Pellegrini kam der ewig lange verletzte Aurelio Buta ins Spiel. Christopher Lenz, Ansgar Knauff und Eric Dina Ebimbe spielten je 45 Minuten.

Wenn nicht alles täuscht, wird das Kapitel Luca Pellegrini noch in diesem Winter zu Ende gehen und die Leihe vorzeitig beendet werden. Alles andere wäre zumindest überraschend. Denn der von Juventus Turin gekommene Profi wirkt als Einziger wie ein großer Fremdkörper inmitten einer homogenen Gruppe, wie ein Außenseiter. Sein Verhalten ist auch im Training arg effektheischend und affektiert, ständig fährt er sich durch die Haare, er trägt ein ärmelloses Shirt und krempelt die Sporthose hoch, wenn er im Zweikampf attackiert wird, fällt er hin und wälzt sich am Boden. Nicht immer, aber häufiger als jeder andere.

Dubai säuft ab – die Eintracht nicht: Erst gibt es Ärger um die Ausrichtung des Testspiels, dann spielt auch das Wetter nicht mit. Und am Ende wird doch alles gut. Eine Glosse.

Eintracht Frankfurts Verteidiger Pellegrini: Nach Italien zu Lazio Rom?

Wenn die anderen Profis miteinander flachsen, steht Pellegrini abseits. Er ist ein Eigenbrötler, ein Solist im Ensemble, einer, der sein eigenes Ding macht, der sich aber auch missverstanden fühlt, der sich besser sieht als er eigentlich ist und deshalb oftmals die Welt nicht mehr versteht. Er ist einer, der den Fehler eher bei anderen und weniger bei sich selbst sucht. Mit allen wichtigen Spielern hat es sich der Abwehrmann verscherzt.

Auch mit Trainer Glasner kam es während der Japan-Promo-Reise zu einer stattlichen Auseinandersetzung. Das Ganze noch zu kitten, scheint schwer vorstellbar. Dazu ist auch die Bereitschaft nicht mehr vorhanden – weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Pellegrini hat Heimweh, ihn zieht es zurück nach Italien, Lazio Rom soll Interesse haben. Dort ist Maurizio Sarri Trainer, der den Linksverteidiger schätzt.

Der Frankfurter Fußballlehrer Oliver Glasner äußerte sich in Dubai zurückhaltend und eher distanziert-ironisch zu seinem Spieler. Den Stab wollte er nicht über den stolzen Südeuropäer brechen, doch nach Trendwende oder übermäßigem Verständnis hören sich die Worte des 48-Jährigen nun auch nicht an. „Er hat vielleicht ein anderes Naturell als viele andere, er ist von seinem Wesen her ein bisschen anders, aber das ist ja prinzipiell nichts Schlechtes“, urteilte der Trainer und fügte scherzhaft an: „Diversität ist ja gerade In, so gesehen gehen wir mit der Zeit.“

Zumal der Linksfuß auch fußballerisch weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. In der ersten Saisonhälfte konnte er nur in homöopathischen Dosen überzeugen, in wenigen Spielen schaffte er es, sein Phlegma und seine Theatralik runterzufahren, seriös und diszipliniert Fußball zu spielen. Er war, obwohl er in der Bundesliga sogar in sieben Spielen in der Startelf stand, nur selten eine verlässliche Größe, die Schwankungen sind zu groß, die Leistungen zu dürftig. In 14 Pflichtspielen hat er nicht ein Tor gemacht (obwohl er oft genug schießt) und auch keines vorbereitet.

Dabei bringt er durchaus Potenzial mit, er ist schnell, hat eine gute Technik, schlägt gute Standards. Aber steht sich zu oft selbst im Weg, er hat den Habitus einer Diva, als sei er der Superstar, auf den Eintracht Frankfurt nur gewartet hat. Sehr wahrscheinlich wird das Missverständnis bald beendet werden – wenn nicht jetzt im Winter, dann ganz sicher im Sommer. (Ingo Durstewitz)

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