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Chancenlos: Auch der damals noch sehr junge Ralf Fährmann konnte die Niederlage gegen die TSG Hoffenheim nicht verhindern.

Eintracht Frankfurt im Mai 2010

In den Sand gesetzt

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Ein 1:2 gegen die TSG Hoffenheim beendet 2010 alle schönen Träume von Eintracht Frankfurt.

Der Trainer war mächtig schlecht gelaunt an jenem 1. Mai 2010, es war der 33. Spieltag, und gerade hatte die Eintracht wieder verloren, diesmal 1:2 gegen die TSG Hoffenheim nach langer Führung. Die Tore für die Kraichgauer hatte kurz vor Schluss ein Prince erzielt, Prince Tagoe (80. und 87.). Angefressen war der Trainer Michel Skibbe auch deswegen, weil die FR frech fragte, ob er, Skibbe, nicht die Gefahr sehe, dass der Klub auf den letzten Metern eine bis dahin gute Saison in den Sand setzen würde. Skibbe überlegte kurz und sagte dann: „Das ist eine unfaire Frage.“

Tatsächlich hatte Eintracht Frankfurt aus den letzten vier Spielen nur zwei Punkte geholt.

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Allerdings war die Frage nicht ganz unberechtigt: Nach dem letzten Erfolg, am 29. Spieltag und einem 3:2 über Bayer Leverkusen, belegte die Eintracht bei 44 Punkten einen prima achten Platz, nur einen mickrigen Zähler hinter einer Position, die für einen europäischen Wettbewerb berechtigen würde. Zudem erschienen die restlichen Aufgaben machbar. Doch die Mannschaft schwächelte zum Ende dramatisch, sie hinkte förmlich auf der Schlussgeraden ins Ziel.

Die Partie gegen Hoffenheim, seinerzeit zehn Punkte schlechter platziert, war symptomatisch. Die Frankfurter hatten das Spiel im Griff, mindestens eine Halbzeit. Das lag an Pirmin Schwegler, dem Schweizer, der vor dieser Runde von Bayer Leverkusen gekommen war und sofort eine tragende Rolle im Frankfurter Spiel übernommen hatte. Die „FR“ adelte ihn bald als „Quarterback“. 

Er hatte die Führung erzielt (20.), musste aber nach 45 Minuten schwer gelb-rot gefährdet in der Kabine bleiben. Für ihn kam der bald völlig überforderte Selim Teber – und die Eintracht verlor die Kontrolle über die Partie. Weil Halil Altintop die klarste Möglichkeit zum 2:0 vergab (79.), nahm das Unheil seinen Lauf.

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Hinterher bezeichnet der damalige Klubchef Heribert Bruchhagen die Niederlage „als leichtfertig“. Mit einem Sieg „hätten wir uns toll verabschieden können“. So gab es viele lange Gesichter im Stadtwald. Auch Ioannis Amanatidis, erstmals seit seinem Knorpelschaden im Kader, war zum Ende der Partie angefressen. Er warf wutentbrannt Schienbeinschoner, Schuhe und eine Trinkflasche auf den Boden, weil er fest mit einem Kurzeinsatz gerechnet hatte. 

Diesen hatte ihm Skibbe zugesichert, hieß es, doch der Trainer wechselte beim Stand von 1:2 in der 89. Minute nicht den Griechen ein, sondern Marcel Heller. „Ich habe keine Ahnung, warum er mich nicht gebracht hat. Ich habe mich gewundert wie alle anderen auch. Das war komisch“, maulte Amanatidis. Freunde wurden die beiden nie. 

Das letzte Spiel verlor die Eintracht auch – 1:3 beim VfL Wolfsburg. Und eine an sich gute Saison war in den letzten fünf Spie

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