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Luka Jovic ist begehrt.

SGE-Transfer

Eintracht: 1000 Millionen für Luka Jovic

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Nichts Neues, aber etwas Merkwürdiges von Luka Jovic, dem Sturmjuwel der Frankfurter Eintracht. Die SGE könnte unterdessen Real-Talent Ruiz gut gebrauchen.

Das Gezocke und Gezerre geht bereits eine ganze Weile, seit Wochen, ach was, Monaten schon. Es vergeht kaum ein Tag, an dem es nichts Neues von und mit Eintracht-Sturmjuwel Luka Jovic gibt. Indes: Neues ist ja selten dabei. Da geht es mal um 60 Millionen Euro, die Real Madrid zahlen wird, dann sind es nur noch 50 Millionen, was natürlich viel zu wenig für den Bundesligisten aus Frankfurt ist, weil der sogar 100 Millionen fordert. Oder 1000. So genau weiß man das nicht.

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Luka Jovic will in die englische oder italienische Liga

Nun wartete der serbische Nationalstürmer selbst mit einem Interview in der „Welt am Sonntag“ auf, das seine ganze Merkwürdigkeit erst auf den zweiten Blick entfaltet. Dort sagt Luka Jovic also allen Ernstes, er habe in den Europapokalpartien gegen Chelsea London und Inter Mailand gemerkt, dass ihm die englische oder italienische Liga eher anspricht, weil in der Bundesliga zu physisch gespielt werde. Eine fast schon abenteuerliche Aussage, wenn man bedenkt, dass da einer eine grundsätzliche Stilfrage aufgrund einer eigenen Erfahrung in jeweils zwei Begegnungen beantwortet haben will. Absurd. Zumal gerade in England schnell und körperlich agiert wird. „In der Bundesliga denkt man da vergleichsweise, dass das Spiel in Zeitlupe läuft“, sagt der frühere Bayern-Kapitän Paul Breitner.

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Jovics kryptische Aussagen dürfen also getrost als Teil des von der Berateragentur am Rollen gehaltenen Pokerspiels interpretiert werden, frei nach dem Motto: Wenn man mich in Spanien nicht will, gehe ich halt nach England oder Italien. Oder Frankreich (natürlich soll auch Paris Saint Germain Interesse haben).

Gefeilsche um Luka Jovic

Das Gefeilsche rund um Luka Jovic wird sich noch eine Weile ziehen, und es ist mitnichten so, dass sich Real Madrid aus dem Bewerberkreis zurückgezogen hat. Aber es ist genauso wenig sicher, dass der Serbe ein Königlicher wird. Es geht jetzt für alle um den richtigen Preis, um die richtigen Konditionen – für den Spieler und für die Eintracht, die sich intern schon lange auf einen Abschied ihres Toptorjägers eingestellt und sich damit arrangiert hat.

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Der Bundesligist will aber, das ist verständlich und legitim, in angemessenem Umfang vom Abgang profitieren, zumal mehr als 30 Prozent der ausgehandelten Summe an Jovics vorherigen Klub, Benfica Lissabon, weitergereicht werden muss. Für 60 Millionen hätte die Eintracht den 21-Jährigen im Übrigen schon im Winter verkaufen können – aus sportlichen Beweggründen entschied sie sich dagegen.

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Für die Eintracht geht es auch, wie die FR schon berichtete, um die Zahlungsmodalitäten, denn Tranchen, die über einen längeren Zeitraum gestreckt werden, sind für den Klub eher suboptimal, da es die kurzfristige Handlungsfähigkeit einschränkt. Denkbar ist aber nach wie vor ein Kompensationsgeschäft, und da kommen die guten Beziehungen der Frankfurter zu Real ins Spiel. Die Madrilenen haben den Traditionsklub vom Main als verlässlichen, seriösen und interessanten Partner kennengelernt, die kollegialen Bande zu den Eintracht-Verantwortlichen ist verbrieft.

Real Madrid, Manchester United, Chelsea

„Real Madrid, Manchester United, Chelsea – es hilft, wenn man miteinander im Gespräch ist“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic der FR einmal. „Viele Transfers verlaufen auf persönlicher Basis. Und wenn dann Vertrauen da ist, dann sagt die andere Partei schon mal: Euch geben wir den Spieler gerne. Die großen Vereine können sich zehn Klubs aussuchen, wo sie ihre Spieler hin verleihen können. Da kommt es schon auf das persönliche Verhältnis an.“

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Und die Eintracht ist für Real hochinteressant, weil man die Arbeit in Frankfurt sehr schätzt und sieht, dass sich Toptalente in Ruhe entwickeln und schrittweise wachsen können. Der Verein gilt, zumal er ja wieder die Chance hat, europäisch aufzutreten, als gute Plattform. „Im Markt ist angekommen: Okay, zur Eintracht können wir Spieler bringen, das ist ein überragender Verein, der Spieler auf die nächste Stufe hebt“, sagte Sportchef Frebi Bobic unlängst dem „Kicker“. „Das ist eine Win-Win-Situation.“ Omar Mascarell oder Jesus Vallejo waren schon aus der spanischen Kapitale zur Eintracht gewechselt.

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Und auch jetzt gibt es bei den Madrilenen einen interessanten Mann, der in dieses Profil passt: Pedro Ruiz Delgado, ein 19 Jahre alter Mittelstürmer, 1,96 Meter groß, den sie in Madrid schon mit dem jungen Zlatan Ibrahimovic vergleichen. Der Spanier, der bisher in der A-Jugend und der zweiten Mannschaft spielte, in der Youth League in acht Partien sieben Tore (alle 52 Minuten eins) machte, gilt als Talent, das aber auch gefördert und gefordert werden muss und für den die erste Mannschaft noch zu hoch erscheint. Da gilt die Eintracht, deren Euro-League-Qualifikationsspiele aufgrund der guten Quoten wieder bei RTL Nitro gezeigt werden, als attraktives Ziel.

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